Jung, wild und erfolgreich: Die Jugendgang des ASC 09 ging keiner Oberliga-Schlacht aus dem Weg

rnFußball-Rückblick

Sie hatten sich vor der Saison erneut nur mit Spielern aus dem U19-Bereich verstärkt. Trotzdem hat der ASC 09 die finanziell gut bestückten Teams von Schalke und TuS Haltern lange geärgert.

Dortmund

, 03.06.2019, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

In unserem Fußball-Rückblick schauen wir eine Woche lang auf alle überkreislich spielenden Teams der abgelaufenen Saison. Teil 2: Der ASC 09 Dortmund (Oberliga, Platz 3, 64 Punkte, 20 Siege, 4 Unentschieden, 10 Niederlagen).

Das Spiel der Saison: Das weckte noch einmal die Hoffnungen auf den Aufstieg. Der 1:0-Auswärtserfolg beim späteren Regionalliga-Aufsteiger TuS Haltern. Plötzlich lag der ASC nur noch vier Zähler hinter dem TuS. In der Nachspielzeit schoss Daniel Schaffer sein Team zum verdienten Erfolg. Es war eine Demonstration des eigenen Willens. Im Duell zweier gleichstarker Teams hatte der ASC 09 in den letzten 20 Minuten einen Gang mehr zu bieten, trat das Gaspedahl noch einmal kräftig durch und gewann verdientermaßen.

Das Highlight der Saison: Das lieferte Paul Stieber gegen den SC Paderborn II. An dem Tag hatte er seine Fußballschuhe ganz gründlich geputzt, um Kunst anzubieten. Erst traf er aus 50 (!) Metern, um später noch aus 16 Metern den Ball in den Winkel zu zirkeln. Das hatte mit Oberliga-Fußball an diesem Tag nichts zu tun, was Stieber da anbot. Das Museum of Modern Art in Manhattan will die Tore angeblich ausstellen.

Wendepunkt der Saison: Das war der 2:1-Erfolg gegen den Holzwickeder SC. Von da an spielte sich das Team in einen Flow und war nicht mehr zu stoppen. Insgesamt neunmal in Serie gewann das Team, es folgten noch zwei Remis. Sodass am Ende eine Serie von elf unbesiegten Partien in Serie stand. Zum Aufstieg reichte es nicht mehr ganz. Der ASC landete auf Platz drei.

Kuriosum der Saison: Der ASC 09 Dortmund kam in dieser Saison nicht mit einem Trainer aus. Nein, auch nicht mit zwei. Er benötigte wirklich drei. Adrian Alipour zog es im September zum Regionalligisten Wuppertaler SV. Der ASC hatte ihm zugesagt, dass er gehen dürfe, wenn ein Angebot eines Profiklubs ins Haus flattere. Der Sportliche Leiter Samir Habibovic übernahm das Kommando. Erfolgreich. Im Oktober war es dann Daniel Sekic, der an der Seitenlinie stand und das Team zu Hochleistungen trieb.

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Das Lowlight der Saison: Die Halbfinalpartie bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft gegen den FC Brünninghausen. Noch später rechtfertigte sich der Klub für das Aus. Immer wieder war zu hören, dass das eigene Team doch das fußballerisch bessere gewesen sei. Die Effektivität des FCB fehlte aber.

Der Spieler der Saison: Wieder einmal Kevin Brümmer. Der Kapitän und Offensivspieler des ASC 09 Dortmund ist die zentrale Figur im Aplerbecker Spiel. Er sorgt für die Ahhhhs und Ohhhhs auf dem Feld, er ist im Eins-gegen-eins kaum zu stoppen. Nebenher hat er noch 13-mal getroffen und unzählige Treffer vorbereitet. Gut für den ASC, dass er bleibt. Schade für den Fußball, dass er nicht noch höher spielt. Stellvertretend dafür sein Tor beim 4:0 gegen Schermbeck:

Die Maschine der Saison: Nico Wolters. Da gibt es keinen Zweifel. Er rennt die kompletten 90 Minuten im Vollsprint über den Platz. Er ist der Typ, den sich niemand als Gegenspieler wünscht. Der linke Außenverteidiger verlässt aus beruflichen Gründen den Klub. Und alle sind traurig. Weil Wolters eine Maschine ist.

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Die Saison als Film oder Serie: The Wanderers. Ein Film aus den 1970er-Jahren, in dem eine Jugendgang die Bronx unsicher macht. So wie der ASC die Oberliga mit seinen vielen jungen Talenten unsicher gemacht hat und keiner Schlacht aus dem Weg gegangen ist.

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