Kapitän und Trainer weg, Aufstieg passé: Wohin geht es mit K.F. Sharri?

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Der Aufstieg in die Bezirksliga ist für K.F. Sharri nur noch durch ein Wunder möglich. Und auch die Zukunft des Klubs sieht nicht rosig aus. Ist das Projekt schon gescheitert?

Dortmund

, 19.04.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zahlreiche namhafte Verpflichtungen von Spielern mit Oberliga- und teilweise sogar Regionalligaerfahrung, ein Winter-Trainingslager in der Türkei und viele offensive Ankündigungen: Das Ziel des K.F. Sharri für die Saison stand fest: der Aufstieg in die Bezirksliga.

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Doch Stand heute – Mitte April – sieht alles düster aus. Das Team liegt momentan auf Rang fünf der Kreisliga A2 und hat kaum noch Chancen aufzusteigen. Sollte die Saison nochmal fortgesetzt werden, müsste man fünf Punkte auf den Zweiplatzierten SG Gahmen aufholen. Spitzenreiter Blau-Weiß Alstedde scheint mit 13 Zählern Vorsprung uneinholbar.

Steht das Projekt K.F. Sharri vor dem Aus?

Und selbst wenn Sharri noch auf Platz zwei käme, ständen noch Relegationsspiele um den Aufstiegsplatz an. Dazu wurde Trainer Ferhat Degirmenci schon während der Saison entlassen, nachdem bereits feststand, dass der Übungsleiter den Verein nach der Spielzeit verlässt. Und nun ist klar, dass auch Topspieler und Kapitän Santiliano Braja geht und sich in der kommenden Saison Westfalia Wickede anschließt. Steht das Projekt K.F. Sharri Dortmund damit schon vor dem Aus?

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„Im Moment herrscht eine große Unsicherheit. Aber das ist vermutlich bei allen Amateurteams der Fall. Ich denke, es wird überall finanziell knapp werden“, vermutet Pietro Perrone, der Trainer des Teams, der vor der Entlassung von Degirmenci Sportlicher Leiter war. Damit meint er jedoch die allgemeine Situation und will nicht konkret auf seinen Verein eingehen.

Mohamed Lmcademali: „Trainer hat Fußball mit Bundeswehr verwechselt“

Dabei hatte sich Perrone die Saison bestimmt anders vorgestellt. Mit bereits genannten Braja, Arlind Jashanica, Ersan Kusakci und Mohamed Lmcademali verpflichtete das Team Spieler, die schon in der Oberliga bzw. in der Regionalliga kickten. Aber Lmcademali blieb nicht lange und absolvierte kein einziges Pflichtspiel für den Verein. Er sprach damals davon, dass „der Trainer Fußball mit Bundeswehr verwechselt.“

Trotz der Unruhe lief es sportlich nicht schlecht. Anfang November lag das Team nur drei Punkte hinter dem Relegationsplatz der Kreisliga A2 und schlug zudem den damaligen Bezirksliga-Spitzenreiter DJK TuS Körne im Pokal mit 5:2 und zog damit ins Achtelfinale ein.

Trainingslager in der Türkei

Zur Winterpause hinkte man den sportlichen Zielen dann doch hinterher und der direkte Aufstiegsplatz war in weite Ferne gerückt. Nur noch der Relegationsplatz schien in Reichweite. Um sich gut auf die Rückrunde vorzubereiten, absolvierte ein Teil des Teams ein Trainingslager in der Türkei – eine ungewöhnliche Maßnahme für einen Kreisligisten.

Ferhat Degirmenci musste im März dieses Jahres gehen.

Ferhat Degirmenci musste im März dieses Jahres gehen. © Schaper

Zudem holte Perrone, der seit November sportlicher Leiter bei K.F. Sharri ist und vorher schon sportlicher Leiter beim Oberligisten Westfalia Herne war, mit Savas Turhal und Serit Ersoy zwei Spieler vom Westfalenligisten YEG Hesel. Dazu kamen noch drei weitere Neuverpflichtungen. Das Ziel für die Rückrunde war klar: „Wir wollen Platz zwei und die Aufstiegsrelegation zur Bezirksliga“, sagte der damalige Trainer Degirmenci, obwohl mit Ersan Kusakci ein weiterer wichtiger Spieler das Team verließ.

Doch dann kam alles anders: in der Liga gab es nicht die gewünschten Resultate, auch im Kreispokal schied das Team nach dem 1:4 gegen Mengede 08/20 aus. Die Konsequenz: Der Trainer musste gehen. Pietro Perrone übernahm den Posten und wird die Mannschaft auch in der kommenden Saison betreuen.

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Dann muss K.F. Sharri ohne Santiliano Braja auskommen. „Santi hat mir früh mitgeteilt, dass er es nochmal in einer höheren Liga probieren will. Wir haben ganz offen kommuniziert. Ich habe auch zu diesem Schritt geraten“, meint Perrone, der von einem sehr guten Verhältnis zwischen Braja und ihm spricht.

Pietro Perrone: „Ich denke, dass 70 Prozent der Spieler bleiben“

Für die kommende Saison steht fest, dass Perrone mit seinem Team oben angreifen will. „Wir wollen unter die ersten Fünf kommen. Alles andere wäre fatal.“ Und mit welchem Kader will er das tun? „Ich denke, dass 70 Prozent der aktuellen Mannschaft bleiben. Aktuell gibt es noch keine Absagen“, sagt der Coach.

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Aber er meint auch, dass die aktuelle Lage sehr unübersichtlich sei. Viele Spieler bieten sich bei K.F. Sharri an und andererseits würden die Kicker auch nach neuen Vereinen Ausschau halten. Fest steht: „Wir wollen einen etwas kleineren Kader haben als diese Saison. Wir planen mit 15 bis 20 Spielern“, blickt der Trainer schon mal voraus.

Man wird sehen, wie der Weg von K.F. Sharri weitergeht. Es bleibt spannend, ob der Klub nochmal solche hochkarätigen Spieler verpflichten kann. Oder ob der Verein wieder zu einem „normalen und unauffälligen“ Kreisligisten wird, wie es vorher der Fall war.

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