Topstürmer Karim Bouzerda spielt nur noch in der Kreisliga A - zum Leidwesen seiner Gegner

rnFußball-Kreisliga A

Karim Bouzerda hat im Sommer den Westfalenligisten BSV Schüren verlassen. Für einen A-Ligisten. Ein ungewöhnlicher Schritt für einen Topstürmer. Er liefert die Begründung für den Schritt.

Dortmund

, 31.10.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über Jahre hat Karim Bouzerda den Dortmunder Amateurfußball mitgeprägt. Er ist unter anderem für den TuS Eving-Lindenhorst, Mengede 08/20 und zuletzt für den BSV Schüren auf Torejagd gegangen. Er war immer der Spielertyp, von dem alle gesagt haben, der hätte viel mehr erreichen können. Und jetzt? Jetzt spielt er nur noch in der Kreisliga A.

Karim Bouzerda hat den BSV Schüren in der Westfalenliga gehalten

Dabei hätte er bei seinem Klub BSV Schüren bleiben können. In der Westfalenliga. Den Verbleib in dieser Liga hatte Bouzerda persönlich dem BSV gesichert. Er erzielte im Relegationsspiel gegen den SV Mesum den 2:1-Siegtreffer. In der fünften Minute der Nachspielzeit. Es war sein letztes Tor für den BSV.

„Ich habe mir lange überlegt, ob ich wirklich den BSV Schüren verlasse und mich dem A-Ligisten Kamener SC anschließe“, sagt Bouzerda. Er hat sich dann gegen den höherklassigen Fußball entschieden - aber für seine Familie und seinen Körper. „Meine Tochter Silya wird bald drei Jahre alt. Ich will mehr Zeit mit ihr verbringen. In Schüren musste ich dreimal die Woche zum Training und hatte sonntags das Spiel. Jetzt reicht es, wenn ich einmal oder zweimal zum Training gehe“, sagt der 34-Jährige.

15 Tore in acht Spielen für den Kamener SC

Aber auch sein Körper spielte bei der Entscheidungsfindung eine Rolle. „Ich arbeite körperlich hart. Das merke ich immer mehr. Deshalb tut es mir gut, weniger zum Sport zu gehen.“ Auf dem Feld ist aber wenig davon zu sehen. In acht Spielen hat er für den Kamener SC schon 15 Tore erzielt. „Es hätten schon viel mehr Treffer sein können. Aber ich spiele auch alleine vor dem Torhüter gerne den Ball noch einmal quer“, sagt Bouzerda.

Jetzt lesen

Sein Mitspieler in Kamen ist sein alter Trainer. Er ist zusammen mit Dimitrios Kalpakidis zum Kamener SC gewechselt. „Karim ist viel zu gut für die Kreisliga A. Ich behaupte, dass er heute noch für eine Halbzeit Oberliga-Fußball gut ist“, so Kalpakidis. Am Sonntag hat er Bouzerda vier Tore beim 9:1 gegen den VfL Kamen II vorgelegt.

Karim Bouzerda ist immer noch schnell genug

Aber wie gefällt Bouzerda der Fußball in der Kreisliga A? „Fußballerisch ist da natürlich nicht viel zu sehen. In der Liga wird auch viel geholzt. Aber ich bin immer noch schnell genug, um den Foulspielen aus dem Weg zu gehen.“ Er hat beim Kamener SC einen Amateur-Vertrag für eine Saison unterschrieben. „Und ich halte meine Zusagen ein. Ich werde hier die Saison zu Ende spielen. Vielleicht versuche ich es nächstes Jahr noch einmal höher. Vielleicht wieder in Dortmund.“

Jetzt lesen

Mit dem Kamener SC wird es wohl nicht höher gehen. Der Klub liegt mit 21 Punkten auf Rang fünf, 11 Zähler hinter dem Spitzenreiter Türkischer SC Kamen. „Es macht mir trotzdem Spaß hier. Wir haben eine tolle Truppe. Aber für ganz oben wird es wohl nicht mehr reichen.“

Lesen Sie jetzt