Karriereende? Goda Dailydaite entscheidet Ende September

Boxen

Am Montag hat für Goda Dailydaite bei den Stadtwerken Dortmund wieder der Alltag begonnen. Doch die Gedanken der Dortmunder Boxerin drehten sich immer noch um den Samstagabend: Hockeypark Mönchengladbach, 2500 Zuschauer, die erste Profi-Niederlage – gegen die erfahrene Ina Menzer. Nun stellt sich die Frage, wie es mit Dailydaites Karriere weitergeht.

DORTMUND

von Von Florian Groeger

, 27.08.2013, 11:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Goda Dailydaite (r.) unterlag Ina Menzer am Samstagabend im Hockeypark in Mönchengladbach einstimmig nach Punkten.

Goda Dailydaite (r.) unterlag Ina Menzer am Samstagabend im Hockeypark in Mönchengladbach einstimmig nach Punkten.

„Beim Boxen“, meinte Dailydaite am Montag, „entscheiden die ersten Runden. Am Samstag bin ich überhaupt nicht in den Kampf reingekommen. Es war nicht einfach.“ Die Atmosphäre sei „richtig gut“ gewesen. „Aber genießen kann man das nicht. Dafür ist die Anspannung zu groß.“ Und dann das: Menzer schickte ihre Gegnerin in der dritten Runde gleich zwei Mal zu Boden. „Da hat Goda Glück gehabt, dass diese Runde zehn Sekunden später zu Ende war“, berichtet Trainer Thorsten Brück.„Unser Konzept ist leider nicht aufgegangen.“ Stattdessen rief Menzer, die ihre Karriere am Samstag beendete, ihre ganze Routine ab. „Man muss zugeben, dass Ina Menzer eine absolute Spitzenleistung abgerufen und verdient gewonnen hat. Sie hat geschlagen wie ein Mann. Goda hat an diesem Abend richtig einen vor die Birne bekommen, das war eine ganz neue Erfahrung“, sagt Brück, der Dailydaite seit elf Jahren betreut.

In den kommenden Wochen gilt es für seinen Schützling, den Kopf freizubekommen. „Die Emotionen runterfahren, alles verarbeiten und rational entscheiden“ – so beschreibt es Goda Dailydaite. Erst Ende September, nach einem ausgedehnten Spanien-Urlaub, steht fest, ob die 28-Jährige nochmal in den Ring steigt. „Im Moment gibt es auch noch keine Tendenz.“Thorsten Brück kennt diese Zeit der Ungewissheit bereits sehr gut. „Goda hat schon ein paar Mal das Gefühl gehabt, aufzuhören, aber dann stand sie drei Tage später wieder in der Trainingshalle. Dieses Mal wird es länger dauern.“ Brück könnte die Entscheidung pro Karriereende nachvollziehen. „Die Vorbereitungen auf einen WM-Kampf sind enorm, das Boxen ist für Goda nur ein Hobby.“

In den Wochen vor dem Vergleich mit Menzer standen drei Einheiten täglich auf dem Programm. „Finanziell sind wir mit einem minimalen Gewinn rausgegangen“, sagt Brück. Bei zwei Kämpfen pro Jahr allenfalls ein Zubrot. „Am 30. September bin ich wieder in Deutschland, dann ist die Entscheidung gefallen“, sagt Goda Dailydaite.

Lesen Sie jetzt