Kerim Acil muss erneut operiert werden - deutliche Worte zu seinem Ex-Klub FC Brünninghausen

rnFußball-Oberliga

Kerim Acil hat noch kein Pflichtspiel für den Holzwickeder SC bestritten, das Fußball-Jahr scheint gelaufen. Zum FC Brünninghausen fand Acil klare Worte. Vor allem eine Sache hat ihm dort gefehlt.

Dortmund

, 24.10.2019, 07:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Bittere an der Sache ist einfach, dass es nicht dazu gekommen wäre, wenn der Ball seinen Weg in das Tor gefunden hätte, der Holzwickeder SC seine Chance beim Hecker-Cup gegen den Kirchhörder SC genutzt hätte. Es war eine hundertprozentige, doch statt des Torjubels gab es Abstoß.

Die schlimmste Stufe der Verletzung

Acil ging in ein Kopfballduell mit Kirchhördes Marco Stiepermann. Dann habe er einen Bodycheck gespürt, sei auf die Schulter gefallen, schildert Acil den Moment, der so bitter, so schmerzhaft war wie nie. „Dann habe ich geschrien, wie ich noch nie geschrien habe“, sagt Acil. Die Schmerzen waren groß, die Diagnose bitter.

Acil hatte sich eine Schultereckgelenkssprenung zugezogen. Die Bänder gerissen, ein fast vollständiger Kontaktverlust der Gelenkflächen, die schlimmste der drei Stufen der Schultereckgelenkssprenung. Drei Tage später musste Acil operiert werden, ein Arzt sagte ihm, dass sein sportliches Jahr 2019 gelaufen sei.

Nun steht am 29. Oktober die nächste Operation für Acil an. Das Metall wird dem 23-Jährigen aus der Schulter entfernt. Ein Einsatz in 2019 scheint ausgeschlossen. Acil will zwar demnächst wieder zur Mannschaft der Holzwickeder dazustoßen, aber noch nicht komplett am Mannschaftstraining teilnehmen.

Doch Acil fühlt sich wohl in der Dortmunder Vorortsgemeinde. „Ich war schon ein echter Bestandteil“, sagt Acil über seine Vorbereitung. „Ich glaube auch, dass die Verletzung nicht nur mich hart getroffen hat, sondern auch die ganze Mannschaft.“

„Ich war unzufrieden unter Alen Terzic“

Acil zählt sich trotz seiner kurzen Zeit in Holzwickede schon zu den Führungsspielern. In der fünfwöchigen Vorbereitung, die er mitmachte, brachte er das Team schon als Kapitän auf den Platz, bekam die Binde vom etatmäßigen Mannschaftsführer Nils Hoppe überreicht, wenn dieser aus der Partie ging. „Ich fühle mich sehr wohl, auch wenn ich gerade verletzt bin. Die Mannschaft ist super, ich verstehe mich mit allen gut, das Umfeld ist gut.“

Es ist der Grund, warum Acil nach Holzwickede wechselte und dieser Wechsel bereits im Frühjahr des Jahres feststand. Holzwickede hatte sich bereits im Winter um Acil bemüht, wollte den Innenverteidiger da schon verpflichten. Acil war nicht abgeneigt. „Ich war unzufrieden unter Alen Terzic“, erzählt Acil.

„Es war etwas perspektivlos für mich als Spieler beim FC Brünninghausen“ -
Kerim Acil

Unter anderem hing das mit der Degradierung von Kerims Bruder Muhammed zusammen, der nur noch Ersatztorwart war. Acil sagt darüber: „Ich hatte das Gefühl, dass ich darunter leiden musste. Ich habe nicht verstehen können, warum ich nicht gespielt habe. Es war etwas perspektivlos für mich als Spieler beim FC Brünninghausen.“

Der Wechsel im Winter war aber nicht möglich, und in Brünninghausen machte sich eine neue Chance auf. Alen Terzic ging zu Borussia Dortmunds Reserve, Maximilian Borchman übernahm. „Es lief dann besser für mich. Nicht optimal, aber besser als vorher“, erklärt er.

Jetzt lesen

Trotzdem stand sehr früh fest, dass Acil den FCB nach Holzwickede verlassen würde. Bereits im März hatte Acil alles festgemacht, was unter anderem einen Grund hatte: Die Wertschätzung fehlte dem Studenten beim FCB. „Ausschlaggebend war, dass Brünninghausen nicht mit mir gesprochen hat, nicht das Gespräch mit mir gesucht hat“, sagt er. „Diese Wertschätzung habe ich nicht gespürt.“

Die Ligazugehörigkeit war ihm dabei egal. In der Oberliga war zu der Zeit noch alles offen, auch der Holzwickeder SC hätte absteigen können, was Acil aber nicht interessiert hätte. „Mir war das Wurst. Dann steigen wir halt noch mal auf, habe ich zu Aki (Axel Schmeing, Trainer des Holzwickeder SC, Anm. d. Red.) gesagt“, sagt er und fügt vielsagend an: „Ich will ein Team haben, einen Trainer haben, der sich über mich freut, dass ich da bin.“

Mitleid mit Maximilian Borchmann und seiner Entlassung

Deutliche Worte gegenüber seinem alten Verein, den er trotzdem noch verfolgt und auch die Entlassung von Maximilian Borchmann mitbekam: „Für Max tut‘s mir leid, er vermittelt einen geilen Fußball. Ich finde es schade, dass sie ihm nicht mehr das Vertrauen schenken, weil es nicht gut läuft.“ Seine Vermutung: „Brünninghausen hat die Situation Oberliga-Abstieg komplett unterschätzt.“

Für Acil geht es nun darum wieder selbst fit zu werden und dann den Abstieg mit Holzwickede zu vermeiden. Aktuell hat Holzwickede nur fünf Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrang, steht auf Platz 15. „Ich denke, dass wir die Kurve auf jeden Fall kriegen. Ich bin da nicht so negativ orientiert, gehe da eher positiv an die Sache“, gibt sich Acil positiv.

Lesen Sie jetzt