Für ihre Klubs waren sie in der vergangenen Saison unersetzlich. Im Interview sprechen Kevin Brümmer und Stefan Oerterer jetzt aber über die neue Spielzeit und das direkte Duell zum Auftakt.

Dortmund

, 10.08.2018, 12:52 Uhr / Lesedauer: 11 min

Das offizielle Oberliga-Eröffnungsspiel steigt am Samstag im Herner Stadion am Schloss Strünkede zwischen der Westfalia und der U23 des FC Schalke 04. Nicht weniger Spannung verspricht aber das Duell des ASC 09 Dortmund mit dem TuS Haltern am Sonntag (15.00 Uhr, Waldstadion, Schwerter Straße 238, 44287 Dortmund). In einer Koproduktion der Ruhr Nachrichten und der Halterner Zeitung sprachen wir mit Kevin Brümmer (25) und Stefan Oerterer (30) über die abgelaufene Saison, die veränderte Rolle des Amateurfußballs und das Topspiel am ersten Spieltag.

Ein Topspiel am ersten Spieltag. Klingt das plausibel?

Brümmer: Wenn ich mir die vergangene Saison anschaue, dann ja. Dann trifft der Dritte auf den Fünften. Aber klar, es ist der erste Spieltag, da ist es schon gewagt, von einem Topspiel zu sprechen.



In welche Richtung ist in Haltern der Stimmungspegel ausgeschlagen, als bekannt wurde, dass der erste Gegner ASC 09 Dortmund heißt?

Oerterer: Wir haben gleich auf die ersten fünf Spiele geguckt. Und da standen Aplerbeck, Herne, Rheine, Paderborn und Schalke. Puhhh, das hätte auch leichter aussehen können. Und als erstes gleich dieses Knallerspiel.



Hat der TuS Haltern in der vergangenen Spielzeit mit dem 1:3 in Aplerbeck den Aufstieg verspielt?

Oerterer: Das haben wir schon im April mit den vier Auswärtsniederlagen gemacht. Klar, es hätte noch klappen können, aber dafür hätten alle Konkurrenten mitspielen müssen. Das war nur noch ein Hätte, Wenn und Aber.

Umfrage

Wie endet das Duell zwischen dem ASC 09 Dortmund und dem TuS Haltern?

61%
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Klarer Sieg für den ASC 09!
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Das sieht mir nach Punkteteilung aus ...
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Haltern holt sich die drei Zähler!
56 abgegebene Stimmen

Haltern fehlten sechs Punkte am Ende zum Aufstieg, dem ASC nur ein Zähler. Werden Sie, Herr Brümmer, nachts wach und überlegen, wo dieser eine Punkt leichtfertig verspielt wurde?

Brümmer: Klar, gegen Schalke hätten wir nicht verlieren müssen. Aber es waren die beiden unnötigen Niederlagen gegen Ennepetal und Siegen, die uns den Aufstieg gekostet haben.



Hat in dieser Phase der Ausfall des Toptorjägers Maxi Podehl zu schwer gewogen?

Brümmer: Natürlich hat seine Kaltschäuzigkeit gefehlt. Aber wir waren trotzdem gut genug, um die Partien auch so zu gewinnen.



Ist die vergangene Spielzeit abgehakt?

Brümmer: Ich denke, wir haben die schlechte Laune bei der Abschlussfahrt weggekippt. Ich sehe die vergangene Spielzeit als Ansporn. In den zwei Jahren davor sind wir fast abgestiegen, haben uns dann nur mit jungen Leuten verstärkt und lagen am Ende vor Haltern, deren Jungs bestimmt 2500 Oberliga-Spiele vorweisen. Wir waren auch vor Schalke II, die hatten zwischenzeitlich Profis dabei. Wir können stolz auf die letzte Saison sein.


Oerterer:
Nach der Abschlussfahrt haben wir das Kapitel vergangene Saison zugeschlagen. Wir sind als Aufsteiger gleich Fünfter geworden, haben uns für den Westfalenpokal qualifiziert und lagen vor Schalke, die angeblich mit einem Budget von drei Millionen Euro an den Start gegangen sind. Vielleicht war zwischenzeitlich einfach die Euphorie bei uns zu groß. Daraus müssen wir lernen.

Brümmer: Uns hat die Euphorie lange getragen. Dann kam der Zeitpunkt, an dem du darüber nachgedacht hast, dass es mit dem Aufstieg wirklich klappen kann. Es ist reine Spekulation, aber vielleicht hat dieses Nachdenken uns eins, zwei Prozent gekostet und wir waren in den entscheidenden Situationen etwas zu verkrampft.

Viele Oberliga-Spiele werden im Internet live gezeigt. Gefällt euch das?

Oerterer: Ich würde mich mehr freuen, wenn die Leute, die vor dem Rechner sitzen, lieber ins Stadion kommen. Das haben die Amateur-Fußballer verdient. Es macht natürlich immer mehr Spaß, wenn viele Zuschauer kommen. So wie gegen Herne oder Schalke, als bei uns rund 1000 Zuschauer gekommen sind. Leider beäugen uns die Menschen in Haltern mitunter sehr kritisch. Das finde ich persönlich schade. Wir haben als Klub aus einer kleinen Stadt die Regionalliga-Lizenz eingereicht. Das ist überragend. Wir werden aber weiter versuchen, mit guten Leistungen die Halterner in unser Stadion zu locken.

Brümmer: Es liegt einfach an uns, ob die Zuschauer kommen. Zumindest in Aplerbeck. Spielen wir über Wochen schwach, kommen nur 100 Zuschauer. Spielen wir aber guten und erfolgreichen Fußball, kommen die Fans. Gegen Schalke und Haltern waren es ja jeweils 1500 Zuschauer.



Was halten Sie von der Aussage des Münchners Karl-Heinz Rummenigge in Richtung des DFB, dass Fußball-Deutschland mehr interessiere, was die Nationalmannschaft abliefere, und nicht das, was die Amateurligen machen?

Brümmer: Ich halte von Rummenigge nichts. Was macht der DFB denn groß für uns? Da ist der Finaltag der Amateure, an dem alle Finals der Landespokale live gezeigt werden. In den Finals stehen dann meistens Drittligisten oder Regionalligisten. Da haben wir Oberligisten und die Teams aus den unteren Ligen gar nichts von.

Oerterer: Ich glaube, die da oben vergessen manchmal, dass eigentlich jeder Profi mal Amateurfußballer war. Es kann doch nicht sein, dass Schalke gegen den BVB an einem Sonntag spielt und wir unsere Partien verlegen müssen. Wir haben mal parallel zum Derby gespielt. Vielleicht waren 150 Zuschauer da. 75 davon haben sich das Derby im Vereinsheim angeschaut.

Wie lief die Vorbereitung auf die kommende Saison bisher?

Brümmer: Das Trainingslager war gut, dann kamen ein paar holprige Spiele. Die Finalniederlage gegen Holzwickede beim Hecker-Cup will ich ganz vergessen. Dafür macht mir die zweite Halbzeit beim Pokalerfolg gegen den TuS Erndtebrück Hoffnung.

War es im Nachhinein die richtige Reihenfolge, im Spiel gegen Holzwickede einen Schuss vor den Bug zu bekommen und danach gegen Erndtebrück als Regionalligaabsteiger das Spiel in der zweiten Halbzeit zu dominieren?

Brümmer: Das kann ich jetzt so oder so sehen. Wenn ich das Spiel gegen Erndtebrück in der zweiten Halbzeit sehe und wir schießen gegen den Regionalliga-Absteiger vier Tore und dominieren das Spiel, ist das eine gute Leistung. Es kann bei der jungen Mannschaft aber auch eine Gefahr sein, dass dadurch eine Über-Euphorie entsteht und alle denken: ‚In der vergangenen Saison haben die noch eine Liga über uns gespielt und jetzt schießen wir die mit vier Dingern nach Hause.‘ Aber natürlich ist es schön zu wissen, dass wir auch so einen Gegner dominieren können. Wir haben gute Jungs dazubekommen und die Qualität ist weiter vorhanden.

Kevin Brümmer und Stefan Oerterer über das Auftaktspiel zwischen dem ASC und TuS Haltern

Kevin Brümmer führt seinen ASC als Kapitän aufs Feld. © Nils Foltynowicz

In Lars Warschewski hat nur ein Neuzugang gegen Erndtebrück gespielt. Sind die anderen Spieler noch zu jung oder haben die Alten nach der starken vergangenen Saison einen Bonus?

Brümmer: Ob die einen Bonus haben oder nicht, dass weiß nur der Trainer. Das kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass sich alle Neuen gut eingefügt haben und bei uns mehr Qualität vorhanden ist, als in der vergangenen Saison. Der Trainer hat sich dafür entschieden, nur einen neuen Spieler zu bringen. Wieso, weshalb, warum, das kann ich nicht beurteilen.



Wie gut kennen Sie Aplerbeck? Was sagt Ihnen Lars Warschewski?

Oerter: Bis jetzt noch nichts.



Von den Neuzugängen hat er bisher den besten Eindruck hinterlassen. Wie schätzen Sie ihn ein?

Brümmer: Er hat fußballerisch eine gute Ausbildung genossen. Das, was er am Ball macht und wie er sich auf dem Platz gibt, ist sehr gut und sehr positiv. Er hat eine gute Ausstrahlung, ein gutes Auge für den Mitspieler und eine super Schusstechnik. Ich glaube, da können wir uns drauf freuen.



Der ASC holt viele Spieler aus dem Jugendbereich. Machen diese die Mannschaft unberechenbar?

Oerterer: Wenn ich jetzt auf die Aufstellung von Sonntag schaue und sehe, da hat nur ein Neuer gespielt, dann kann ich ein bisschen einschätzen, auf welche Mannschaft wir am Sonntag treffen können. Aber in der Woche nach unserem Trainingslager haben wir uns intensiv mit dem ASC 09 Dortmund beschäftigt. So junge Spieler sind immer schwierig einzuschätzen. Ich kenne die nicht. Mit Philipp Rosenkranz habe ich selber ein paar Jahre zusammengespielt. Da weiß ich ganz genau, wie der Junge tickt und wie er spielt. Und auch genau, was er für einen Käse auf dem Spielfeld erzählt (lacht). Bei U19-Spielern die jung und willig sind kann es gut gehen, es kann aber auch mal nicht gut gehen. Es kann sein, dass wenn sie in der A-Jugend-Bundesliga gespielt haben, dass sie dann den Fokus haben: ‚Ich werde nochmal Profi‘ und dann in der Oberliga ankommen und denken, sie wären schon für etwas Höheres berufen. Das ist manchmal auch ein bisschen schwierig. Aber der ASC hat in der vergangenen Saison gezeigt, dass auch diese jungen Bengels richtig gut pöhlen können. Wenn sie das wieder schaffen, warum sollte das dann nicht auch wieder so gut laufen?



Mit neun Neuzugängen geht der TuS Haltern in die Saison. Sieht die Startelf dadurch am Sonntag anders aus, als in der vergangenen Saison?

Oerterer: Durch diese Neuzugänge haben wir den Vorteil, dass unser Kader auf jeder Position doppelt und qualitativ gleichwertig besetzt ist. Das wird für den Trainer echt eine Herkulesaufgabe, die ersten elf Spieler aufzustellen und auch einen gar nicht zu berücksichtigen. Denn es können nur 16 Feldspieler auf dem Spielbericht stehen. Dementsprechend wird es eine schwierige Geschichte. Aber ich kenne Magnus Niemöller lange genug und ich weiß, dass er die aus seiner Sicht beste Mannschaft auf den Platz stellen wird. Die dem ASC 09 Dortmund dann Probleme bereitet.



Ist der Respekt vor dem TuS Haltern durch die Neuzugänge noch etwas größer?

Brümmer: Ich lese schon, dass sich Haltern mit Namen verstärkt hat, die ich auch schön öfters irgendwo gelesen habe oder gegen die ich auch schon selbst gespielt habe. Die bringen deutlich mehr Qualität in die Mannschaft. Gerade Yannick Albrecht und Bennet Eickhoff von Hamm. Da weiß ich, was die können. Auch gegen Robin Schultze habe ich schon häufig gespielt. Respekt sollten wir aber vor jedem Gegner haben. Ob wir jetzt als Erster gegen den Letzten spielen oder umgekehrt. Wir sind nicht demütig, denn wir wissen selbst, was wir für eine Qualität haben. Wir lassen das Spiel auf uns zukommen und am Ende gewinnt die bessere Mannschaft oder die cleverere Mannschaft.

Kevin Brümmer und Stefan Oerterer über das Auftaktspiel zwischen dem ASC und TuS Haltern

Seine Bilanz kann sich sehen lassen: Halterns Nummer 14 Stefan Oerterer zählt in der Region zu den besten Stürmern. © Andreas Hofmann

Wie ist es denn, gegen den ASC 09 zu spielen?

Oerterer: Ich habe schon sehr, sehr häufig gegen Aplerbeck gespielt. Das waren immer irgendwie so ganz komische Spiele. Ich habe schon Spiele 5:0 gewonnen und auch ganz ekelig 2:2 gespielt in Dortmund. In der vergangenen Saison waren beide Spiele ekelig. Im Hinspiel (1:0 für den TuS, Anm. d. Red.) bin ich danach in die Kabine gegangenen und habe mich gewundert, dass wir keine fünf Gegentore kassiert haben. In dem Spiel hatten die Jungs vom ASC einfach kein Abschlussglück. Das wäre vielleicht dann später der eine Punkt gewesen, um am Ende aufzusteigen. Beim ASC ist es als Auswärtsmannschaft immer schwierig zu spielen (3:1 für den ASC, Anm. d. Red.). Da ist der Platz ein bisschen kleiner, es ist alles ein bisschen enger. Und die Fans stehen direkt am Zaun neben dem Spielfeldrand. Darauf, dass sie mit ihren schnellen Spielern überragend auf Konter spielen, müssen wir aufpassen. Es ist dann auch schwierig, in so ein Spiel reinzugehen und den Ball zu bekommen. Und im Hinterkopf weiß ich: ‚Bei einem Ballverlust geht die Party dann aber direkt ab nach hinten‘. Dementsprechend ist es nicht einfach gegen den ASC zu spielen.



Und wie ist es gegen den TuS Haltern zu spielen?

Brümmer: Das ist auf jeden Fall auch schwierig. Spaß macht eigentlich jedes Spiel, außer du liegst zur Halbzeit mit 0:3 zurück. Aber Haltern ist auch eine ganz ekelhafte Truppe – das muss man einfach mal so sagen. Dadurch, dass sie viel Erfahrung haben und abgeklärt spielen. Sie verfallen auch nicht in Hektik. Gerade weil wir eine junge Mannschaft haben und Haltern viel abgeklärter ist, macht es in vielen Situationen dann nicht ganz so viel Spaß. Im vergangenen Jahr waren wir im Hinspiel überragend eingestellt, da wussten wir genau, wie wir zu spielen haben. Im Rückspiel war es klar, dass wir unter Druck geraten, weil wir in Führung gegangen sind. Nach dem Anschlusstreffer kam Haltern mit einer Wucht und vielen Flanken und viel Ballbesitz. Dann ist es schwierig, wenn du nur hinten drin stehst. Wir hätten das Spiel durch einen Konter früher entscheiden können, aber haben es mit Glück gewonnen.



In der vergangenen Saison überzeugte der ASC vor allem durch sein gutes Umschaltspiel. Wird das in diesem Jahr ähnlich gut funktionieren, oder haben Sie andere Pläne erarbeitet, weil die Teams jetzt besser auf das Spiel eingestellt sind?

Brümmer: Wir hatten uns in der vergangenen Saison darauf eingestellt, dass auch manche Teams wussten, wie wir spielen. Wir standen relativ tief und hatten uns auf die Umschaltsituationen konzentriert. In der Vorbereitung haben wir aber auch trainiert, mal etwas anders spielen zu können. Wie es dann aussieht am Sonntag, wenn uns Haltern dann vielleicht auch den Ball überlässt, dass sehen wir dann am Sonntag.

Kann der TuS auch gut dem Gegner den Ball überlassen?

Oerterer: Das haben wir in der vergangenen Saison auch in dem ein oder anderen Spiel gemacht. Wie zum Beispiel gegen Kaan-Marienborn bei minus vier Grad. Da haben wir uns hinten reingestellt und machen ein Tor durch einen überragenden Konter. Dann haben wir uns wieder hinten reingestellt und das Spiel 1:0 gewonnen. Gegen Schalke war es ähnlich. So eine Mannschaft wie der SV Lippstadt wird sich niemals hinten reinstellen. Das wissen wir vorher. Da hat es aber auch für uns nicht gereicht, sich hinten reinzustellen. Die haben uns dann einfach schwindelig gespielt. Dementsprechend ist es von Spiel zu Spiel unterschiedlich. Unser Trainerteam und die Sportliche Leitung haben die vergangene Saison Revue passieren lassen und haben darauf reagiert, was vielleicht bei uns noch nicht geklappt hat. Darauf haben wir auch trainiert, auch mal andere Sachen zu machen. Dann werden wir sehen, wie das fruchtet.



Können Sie gut die Ruhe behalten, wenn sie als Stürmer in einer defensiven Taktik auflaufen?

Oerterer: In meiner Laufbahn habe ich öfter das Konterspiel forciert. Ich kann auch Konter spielen und ein bisschen Rennen kann ich auch mit 30 Jahren noch. Ich kann aber auch vorne den Anspieler machen, wenn wir auf Ballbesitz spielen. Ehrlich gesagt ist es mir vollkommen egal, viel ist da auch gegnerabhängig. Es gibt Mannschaften, die von vorneherein sagen: ‚Wir geben dem TuS Haltern den Ball‘. Weil sie sonst mit der Offensivstärke nicht klarkommen. Wenn sich der Gegner hinten reinstellt hatten wir im vergangenen Jahr oft die Probleme, dass wir damit einfach nicht klargekommen sind. Das gilt es, jetzt zu ändern.



Wollen Sie auf jeden Fall noch einmal in der Regionalliga spielen?

Oerterer: Ich bin zwar sportlich mit Erkenschwick zwei Mal aufgestiegen, aber ich durfte dann nicht aufsteigen. In der Regionalliga habe ich noch nicht gespielt. Vor ungefähr vier Jahren habe ich mir gesagt: Einmal Regionalliga in der Vita stehen zu haben, das wäre schon was Cooles. Aber wenn es am Ende nicht klappt, dann ist es halt so. In zehn Jahren kann ich mir auch nichts dafür kaufen, wenn ich dann sagen kann, ich habe mal ein Jahr in der Regionalliga gespielt. Wenn ich mal Nachwuchs habe und dem sage: ‚Hömma, der Vatter hat mal ein Jahr in der Regionalliga gespielt‘, dann sagt der auch: „Und jetzt? Was kann ich mir davon kaufen?“. Ich weiß nicht, ob es dann schöner ist, zu sagen: ‚ich war vier Mal Torschützenkönig in der Oberliga und habe dann aufgehört mit Fußball‘. Wenn wir jetzt aufsteigen, würde ich natürlich noch gerne ein Jahr Regionalliga spielen.



Wie fit fühlen Sie sich mit 30 Jahren? Wie viele Chancen gibt es noch?

Oerterer: Bis jetzt habe ich mich im Seniorenfußball noch nicht einmal verletzt. Mit 18 Jahren hatte ich einen Bänderriss, aber danach dann auch nicht mal eine Muskelverletzung, keine Bänderrisse und keine Brüche. Seit acht Jahren spiele ich jede Saison komplett durch. Dementsprechend weiß ich nicht, warum ich nicht noch locker zwei bis drei Jahre pöhlen kann. Natürlich auch, je nachdem wie fit ich mich fühle.

Sie haben mit Bochum und Wattenscheid schon in der Regionalliga gespielt. Wie viel Spaß hat es gemacht? Wollen sie dort unbedingt noch einmal hin?

Brümmer: Wenn ich da so ein paar Stichworte nenne wie Essen, Aachen, Wuppertal. Wenn ich jetzt da spielen würde, vor 10.000 bis 11.000 Zuschauern, das macht schon Spaß. Und wenn die dich dann auspfeifen, das ist schon geil. Dann wächst dir auch mal ein drittes Bein (lacht). Ich habe noch ein paar Jährchen vor mir, wahrscheinlich auch ein paar mehr als Stefan (lacht.). Klar würde ich auch gerne noch einmal Regionalliga spielen, weil es auch Spaß macht, sich mit solchen Mannschaften zu messen und vor so einer Kulisse zu spielen. Aber ich bin jetzt beim ASC und da gucken wir jetzt erstmal, was die Saison bringt.



Brauchen Sie die Regionalliga, um glücklich zu sein?

Brümmer: Ich bin im Moment beim ASC glücklich und fühle mich da pudelwohl. Der Verein ist super vom Umfeld her, wir haben eine super Anlage und ein super Team. Ich wüsste nicht, warum ich da aktuell weggehen sollte. Es macht Spaß, ich komme aus Dortmund und fahre 15 Minuten zum Platz – besser kann es eigentlich nicht sein. Warum nicht mit dem ASC aufsteigen?



Kevin Brümmer, ist Stefan Oerterer der beste Stürmer der Liga?

Brümmer: (überlegt) Wenn er die meisten Tore schießt, kann er nicht der schlechteste sein. Timo Scherping von Rheine ist ungefähr das Kaliber, wie auch Maxi Podehl von uns. Jeder ist ein anderer Spielertyp. Ob man da jetzt sagen kann, der Beste oder nicht, das weiß ich nicht. Unter den Top drei wird er sein.



Ist Kevin Brümmer der beste offensive Linke, den die Liga hat?

Oerterer: Es kommt auch immer auf die Spielweise an. Wenn ich sehe, dass der ASC in der vergangenen Saison viel auf Konter gespielt hat und 90 Prozent der Konter laufen über ihn, die dann auch noch zu 80 Prozent mit einem Torerfolg abgeschlossen wurden, dann brauchen wir uns über die Qualität keine Gedanken machen. Bei 19 Toren und 18 Vorlagen – worüber unterhalten wir uns? Die Zahlen sprechen für sich.

Obwohl Ihre Zahlen mit 24 Toren und 9 Vorlagen auch nicht schlechter sind…

Oerterer: Das ist glaub ich ganz in Ordnung. Da kann ich gut mit leben.

Brümmer: Wir müssen bei ihm aber die Elfmeter abziehen, dann reguliert sich das auch wieder. Ich habe keine geschossen. Letztes Jahr durfte ich nicht. Beim ASC durfte ich erst einen Elfmeter schießen, den habe ich dann auch noch verschossen in der 90. Minute. Da haben wir dann auch nur 1:1 gespielt. Ich glaube aber, dieses Jahr darf ich. Dennis Drontmann hat in der vergangenen Saison zu viele verschossen und Maxi will nicht.



Wie steht es, wenn das Spiel am Sonntag abgepfiffen ist?

Brümmer: Ich will mich da jetzt nicht auf ein Ergebnis festnageln lassen. Ich will meine Heimspiele gewinnen. Beim ASC ist es immer so: Spielen wir erfolgreichen Fußball, kommen mehr Zuschauer. Deswegen würde ich mir wünschen, dass wir den ersten Spieltag mit einem Heimsieg beenden. Aber dann müssen wir nach 90 Minuten gucken, was dann auf der nicht vorhandenen Anzeigetafel steht.


Oerterer:
Am ersten Spieltag zu sagen, dass wir irgendwo gewinnen wollen, finde ich vermessen. Wir wollen vernünftig in die Saison starten. Und das Spiel anders gestalten, als das Duell in der vergangenen Saison in Dortmund. Wir wollen auch ein anderes Ergebnis haben. Zwei Ergebnisse sind dann möglich: ein Unentschieden oder ein Sieg. Wenn wir mit einem Unentschieden starten, auch mit Blick auf das Programm, was danach kommt, wäre es ein Erfolg.

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