Kirchhörder SC im Stile einer Spitzenmannschaft - besonders in der Nachspielzeit

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Fußball-Landesligist Kirchhörder SC gewinnt dank eines nervenstarken Spielers. Von der Punkteausbeute des KSC (20) träumt beispielsweise der TuS Bövinghausen.

Dortmund

, 06.10.2019, 19:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sascha Rammel wähnte sich schon in einem „0:0-Spiel“, in dem sein Kirchhörder SC ewig hätte weitermachen können, ohne zu treffen. Das bestens sitzende Nervenkostüm des überragenden Simon Rudnik aber korrigierte den Eindruck des Trainers. In der vierten Minute der Nachspielzeit verwandelte der Zehner einen Elfmeter gegen einen starken Gegner Wanne 11 zum am Ende auch verdienten 1:0 (0:0).

Spannung an der Spitze

Der KSC rückt damit dem Tabellenführer Wacker Obercastrop eng auf die Pelle. Er hat einen Punkt weniger als Wacker und noch ein Spiel mehr zu absolvieren.

Der Siegtorschütze und sein Trainer benutzten, als hätten sie sich abgesprochen, die gleiche Beschreibung für das Verfolgerduell gegen den Tabellenvierten: „zäh!“ Es war in der Tat kein Feuerwerk, das beide Teams abbrannten – aber eine Partie, in der sie von der starken Einstellung und vom Willen her ihrer guten Platzierungen gerecht wurden.

Und Rudnik belohnte seinen KSC für den Glauben, den er trotz zahlreicher vergebener Torchancen nie an sich verlor: „Ich habe versucht, auf das Selbstbewusstsein zu vertrauen, das ich im Training habe. Und das hat geklappt.“

Rudnik war es auch, der die entscheidende Situation eingeleitet hatte: Es sollte die letzte Aktion sein, als er sich den Ball zum Freistoß zurechtlegte. Ein Wanner Spieler foulte Nicholas Rous. Schiedsrichter Till Kauschke verlängerte die Partie um den Elfmeter.

Rudnik bewahrt die Ruhe

Alle hielten den Atem an. Rudnik aber blieb ruhig. „Ich habe mich auch vom Torwart nicht beeinflussen lassen“, sagte er, nachdem seine Mitspieler ihn geherzt hatten.

So zäh sich alles manchmal gestaltete – der Kirchhörder SC hätte das Spiel vorher entscheiden können. Rammel sah auch „das Chancenübergewicht gegen einen starken Gegner bei uns“. Der Coach erkannte aber auch, dass seine Mannschaft phasenweise „hohes Risiko“ ging. „Denn wir wollten den Dreier unbedingt.“ Und das zeichnet eine Spitzenmannschaft einfach aus.

Ernst rettet bravourös

Inmitten der guten Gelegenheiten der Kirchhörder hätte beinahe Demir Coskun(73.) die Gästeführung erzielt. KSC-Schlussmann Florian Ernst vereitelte den Alleingang dann aber bestens.

Es wäre aber auch des Guten zuviel für sehr gut gestaffelte Gäste. Denn nach vorne waren sie eher selten gefährlich. Demgegenüber steht der Chancenwucher der Kirchhörder. Die Liste: David Dapes (2.), Marcel Stiepermann (15. 52., 73. und 75.), Kagan Atalay (38., 90.+1), Jonas Brigdar (41.), Aleksandar Djordjedic (59., 69. und 85.)! Kein Wunder, dass Rammel nicht mehr mit dem glücklichen Ausgang gerechnet hatte.

„Die schönsten Siege“

Von außen gratulierte der ehemalige KSC-Spieler Dimitrios Kalpakidis: „Das sind die schönsten Siege!“ Keiner seiner Ex-Teamkollegen wollte da widersprechen.

KSC: Ernst - Tchienguin (46. Rous), Doyscher, Schmitter, Yüksel - Dapes (76. Kremer) - Brigdar (62. Bernhard), Atalay, Rudnik, Djordjevic (90. Schumacher) - Stiepermann

Tore: 1:0 Rudnik (90.+4, Foulelfmeter)
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