Lothar Huber ist im Mai 66 Jahre alt geworden. Es ist sein letztes Jahr als Trainer des Kirchhörder SC. Der Nachfolger ist schon gefunden. Sein Wunsch: Nicht noch ein Herzschlagfinale.

Kirchhörde

, 18.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Herr Huber, wie lange haben Sie gebraucht, um die vergangene Saison abzuschütteln?
Sehr lange, das letzte Jahr war schon sehr nervenaufreibend. Es wäre schön, wenn es in dieser Spielzeit anders laufen würde, wenn wir so ab März schon mal für die neue Saison planen könnten. Aber so wie es momentan aussieht, wird das sehr schwer.


Warum?
Weil wir kaum Leute haben. Es sind einige Spieler verletzt, viele im Urlaub, das lässt eine vernünftige Vorbereitung überhaupt nicht zu. Das ist nicht ideal und schade, denn wenn wir alle an Bord haben, denke ich, dass wir eine gute Mannschaft haben.

Kirchhördes Trainer Lothar Huber im Interview: Das ist mein letztes Jahr als Trainer

Die vergangene Saison war für Lothar Huber und den Kirchhörder SC nervenaufreibend. In dieser Spielzeit wünscht sich der Coach mehr Ruhe. © Dan Laryea

Haben Sie deshalb verhältnismäßig wenig Testspiele ausgemacht?
Wir hatten ja fünf Spiele beim Hellweg-Cup und zwei beim Hecker-Cup, also sieben in 14 Tagen, das war ja eine Menge. Deshalb haben wir danach erstmal auf Spiele verzichtet - auch, weil so viele gefehlt haben.

Wer fehlt denn?
Christian Wazian macht gerade erst seine ersten Gehversuche nach seiner Verletzung, Gilmar Mendes ist im Urlaub, Mark Selent wird verletzungsbedingt erst in zwei Wochen wieder dabei sein. Kubilay Tekin kommt erst zum zweiten Saisonspiel aus dem Urlaub zurück. Leon Prause hat eine Schambeinentzündung. Hinzu kommt, dass Roman Lizenberger beruflich bedingt ganz wegfällt. Aber die, die da sind, sind fit. Da habe ich keine Bedenken. Wir müssen nur gucken, dass wir in den drei Spielen, in denen wir weniger Spieler zur Verfügung haben, punkten.

Grundsätzlich sind Sie also vom Kader überzeugt?
Klar, wenn wir alle Mann an Bord haben, müssen wir uns vor nicht vielen Teams in der Liga verstecken. Ich denke, wir haben sehr viel Qualität.

Kann man überhaupt taktisch arbeiten, wenn keiner da ist?
Taktisch kann man wenig machen, aber das Gute ist, dass die Mannschaft ja fast komplett zusammen geblieben ist. Es wissen also alle, wie wir spielen wollen, die Abläufe sind da, da haben wir einen Riesenvorteil.

Kirchhördes Trainer Lothar Huber im Interview: Das ist mein letztes Jahr als Trainer

Sascha Rammel (r.) unterstützt Lothar Huber bei seiner Arbeit. Er wird den KSC ab der kommenden Spielzeit als Cheftrainer coachen. © Stephan Schuetze

Wie groß ist denn die Vorfreude auf die neue Saison?
Ich freue mich drauf und bin froh, wenn die Vorbereitung vorbei ist, wenn es endlich wieder um Punkte geht.

Sie gehen jetzt in ihre drittes Jahr beim KSC. Eigentlich wollten sie nach ihrem Engagement in Sprockhövel vor ein paar Jahren schon aufhören ...
Da war ich neun Jahre und habe danach fünf oder sechs Jahre gar nichts gemacht, weil ich wusste: Wenn ich weiterhin jede Woche auf den Fußballplatz gehe, kommt diese Gier wieder ... und bis auf den Anruf von Jörg Mielers hat das auch geklappt.

Wie anstrengend ist es denn für Sie?

Ich mache ja längst nicht mehr alles. Sascha Rammel macht den Großteil der Arbeit. Das entlastet mich natürlich und für Sascha ist das ein sehr gutes Sprungbrett, als junger Spieler eine Verbandsliga-Mannschaft zu übernehmen. Das macht richtig Spaß.



Und wie lange machen Sie das noch?
Es ist mein letztes Jahr, anschließend werde ich Jörg Mielers und Kai Gräfenkämper in ihrem Bereich ein bisschen unterstützen. Wir drei sprechen eine Sprache und es ist sicherlich nicht schlecht, in diesem Bereich viel Kompetenz zu haben.

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