Krav Maga: Selbstverteidigung für Soldaten

Kampfsport in Dortmund

Die meisten Kampfstile folgen klaren Regeln. Beim Krav Maga aber ist alles erlaubt. Es ist weniger eine Sportart als vielmehr ein Konzept zur Selbstverteidigung. Entwickelt wurde es in Israel, als Nahkampfsystem für Soldaten. Heute trainieren Zivilisten auf der ganzen Welt Krav Maga - auch in Dortmund.

DORTMUND

05.07.2016, 22:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine farbigen Gürtel, kein Wettkampf – Krav Maga ist kein Kampfsport im klassischen Sinn, es ist ein Konzept zur Selbstverteidigung. Regeln gibt es nicht. Der Tritt zwischen die Beine gehört genauso dazu wie der Griff in die Augen. Erlaubt ist, was hilft.

Was sich brutal anhört, ist aus der Not geboren. Was tun, wenn der Gegner zuerst schlägt? Wenn er überlegen ist? Wenn er eine Waffe trägt?

Ständige Weiterentwicklung

Seinen Ursprung hat Krav Maga, hebräisch für „Kontaktkampf“, in Israel. Der in Bratislava aufgewachsene Imrich Lichtenfeld emigrierte nach dem Krieg nach Palästina, dort entwickelte er ein Kampfkonzept, das jüdische Siedler vor antisemitischen Angriffen schützen sollte. Lichtenfeld bediente sich verschiedener Elemente aus dem Ringen und dem Boxen, erweiterte sein System um Techniken aus anderen Sportarten und Kampfstilen. Dabei ging er stets pragmatisch vor. Ziel war es, einen Angriff möglichst unbeschadet abzuwehren.

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So sieht Krav Maga aus

Die meisten Kampfstile folgen klaren Regeln. Beim Krav Maga aber ist alles erlaubt. Es ist weniger eine Sportart als vielmehr ein Konzept zur Selbstverteidigung. Entwickelt wurde es in Israel, heute ist es weltbekannt.
05.07.2016
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So läuft das Training in der Krav-Maga-Schule Safe Ruhr.© Foto: Maly
So läuft das Training in der Krav-Maga-Schule Safe Ruhr.© Foto: Maly
So läuft das Training in der Krav-Maga-Schule Safe Ruhr.© Foto: Maly
So läuft das Training in der Krav-Maga-Schule Safe Ruhr.© Foto: Maly
So läuft das Training in der Krav-Maga-Schule Safe Ruhr.© Foto: Maly
So läuft das Training in der Krav-Maga-Schule Safe Ruhr.© Foto: Maly
So läuft das Training in der Krav-Maga-Schule Safe Ruhr.© Foto: Maly
So läuft das Training in der Krav-Maga-Schule Safe Ruhr.© Foto: Maly
So läuft das Training in der Krav-Maga-Schule Safe Ruhr.© Foto: Maly
Schlagworte Dortmund

Armee und Sicherheitskräfte übernahmen das Konzept, Lichtenfeld entwickelte es bis zu seinem Tod 1998 stetig weiter. Heute gibt es auf der ganzen Welt Kampfschulen, in denen auch Zivilisten Krav Maga lernen. 

Schnelle Fortschritte

Im Gegensatz zu den klassischen Kampfstilen ist Krav Maga kein Sport im eigentlichen Sinne. Es gibt keine Wettkämpfe, auch die aus anderen Disziplinen bekannten farbigen Gürtel (Graduierungen) sind Nebensache - wenn sie überhaupt angeboten werden. Worauf es ankommt, ist pragmatische Selbstverteidigung.

Die muss dann auch nicht gut aussehen, sondern effektiv sein. Björn Hemmers lehrt Krav Maga in der Dortmunder Kampfschule Safe Ruhr. Er beobachtet, dass sich bei vielen Teilnehmern schnell Erfolge einstellen. "Anders als die traditionellen Stile ist Krav Maga nicht darauf aus, einen besonderen Tritt oder eine Technik jahrelang einzustudieren", sagt Hemmers. "Es geht darum, aus einer gefährlichen Lage herauszukommen."

Selbstschutz heißt auch Verhältnismäßigkeit

Dazu gehöre auch, aggressive und potenziell gefährliche Situationen zu meiden. "Wenn jemand auf mich zukommt, muss ich die Hände vor dem Körper halten", erklärt Hemmers, "aber nicht zur Faust geballt, sondern flach, also beruhigend." 

Schrittweise trainieren die Teilnehmer, wie ein mögliches Bedrohungsszenario entschärft werden kann. Das beginnt damit, die Straßenseite zu wechseln oder gut zuzureden. In letzter Instanz zählt aber auch der Tritt zwischen die Beine oder der Griff in die Augen dazu. "Es muss immer angemessen sein. Zum Selbstschutz gehört auch, nicht über die Verhältnisse aggressiv zu sein. Ich will ja nicht im Gefängnis landen."

 

Alles in einem

Steckbrief Krav Maga

  • Der Name Krav Maga kommt aus dem Hebräischen und bedeutet übersetzt Kontaktkampf. Zunächst als Kampfkonzept für die israelische Armee erdacht, wird Krav Maga mittlerweile auch weltweit im zivilen Bereich unterrichtet.
  • Krav Maga: Krav Maga wurde in den 1930er Jahren von dem Juden Imrich Lichtenfeld (Imi Sde-Or) entwickelt um sich gegen antisemitische Übergriffe in Bratislava zu verteidigen. Die ersten Elemente entstammten dem Boxen, Ringen und Jiu-Jitsu. Der Name Krav Maga kommt aus dem Hebräischen und bedeutet übersetzt Kontaktkampf.
  • Trainiert wird das Verhalten beim Waffeneinsatz des Gegners, die Selbstverteidigung an sich erfolgt unbewaffnet.
  • Beim Training tragen die Teilnehmer Alltags- oder bequeme Sportkleidung.
  • In Deutschland gibt es diverse Krav-Maga-Verbände, wie z.B. Krav Core, IKMF, Krav Maga Global. Ob es Graduierungen in Form von Gürtelprüfungen oder Leveltestings ist verbandsabhängig.
  • Krav Maga zeichnet sich durch einfache Techniken aus. Natürliche und instinktive Reaktionen werden im System berücksichtigt. Dadurch ist Krav Maga relativ schnell zu erlernen. Krav Maga ist seinem Selbstverständnis nach kein Sport, sondern ein reines Selbstverteidigungssystem. Daher gibt es keine Wettkämpfe.
  • Krav Maga ist geeignet für jeden, der an Selbstverteidigung interessiert ist. In der Regal wird Training ab 18 Jahren angeboten, seltener ab 16 Jahren. Manche Schulen bieten auch ein auf Jugendliche und Kinder zugeschnittenes Nachwuchsprogramm an.

Krav Maga in Dortmund
Eine Reihe von Kampfsportschulen bietet in Dortmund Krav-Maga-Kurse an. Hier eine kleine Auswahl:
 Trainer Björn Hemmers, Tel. (0157) 73 18  52 34, E-Mail: hemmers@safe-ruhr.de
Trainer Andreas Kirsch, Tel.: 85 65 09 E-Mail: info@msv-dortmund.de 

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