Lange Leidenszeit: Schwere Verletzung zwingt Bövinghausens Dejan Petrovic zum Zuschauen

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Dejan Petrovic war so gut aufgelegt wie lange nicht: In vier Spielen traf der Stürmer des TuS Bövinghausen dreimal. Dann verletzte er sich schwer. Nun spricht Petrovic über seine Ausfallzeit.

Dortmund

, 05.11.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es sind Momente wie am Sonntag, die besonders wehtun. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als das lädierte Knie, das es Dejan Petrovic, 31 Jahre alter Stürmer des TuS Bövinghausen, derzeit verbietet, selbst die Fußballschuhe zu schnüren und auf Torejagd zu gehen.

Petrovic ist derzeit zum Zuschauen verdammt, auch am vergangenen Sonntag verfolgt er die Partie seines Vereins gegen die IG Bönen, auf Krücken gestützt, vom Seitenrand aus. Auf dem Platz nicht mithelfen zu können, sagt Petrovic, „ist das Allerschlimmste“. Und so muss er, der doch eigentlich für die Tore beim TuS verantwortlich zeichnen soll, tatenlos zusehen, wie seine Mitspieler beim Stande von 1:1 in Überzahl auf das zweite Tor drängen. Am Ende erfolglos.

Petrovic äußert sich über Ausfallzeit

„Selbst auf Krücken hätte Dejan in diesem Spiel wohl ein Tor gemacht“, sagt Bövinghausens Vorsitzender Ajan Dzaferoski mit einem Augenzwinkern. „In fittem Zustand wären es wahrscheinlich zwei oder drei Treffer geworden.“ Nun ist allerdings so, dass Dejan Petrovic derzeit gerade vieles ist, nur eben nicht spielfit.

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Der 31-Jährige laboriert seit Anfang September an einem Knorpelschaden. „Dazu habe ich mehrere Brüche im rechten Knie“, sagt Petrovic, der sich vor zwei Wochen einer Operation unterzogen hat und in rund acht Wochen mit seiner Reha beginnen wird. Die wahrscheinliche Ausfallzeit? „Wenn alles gut läuft, kann ich nach einem Jahr wieder Fußball spielen zu können. Hoffentlich.“

Schwere Verletzung bereits bei Westfalia Herne

Leicht wird diese lange Leidenszeit freilich nicht. Aber Petrovic kennt das schon. Bereits bei Westfalia Herne, er spielt zwischen 2011 und 2018 beim Oberligisten, setzt ihn - wie heute - ein Knorpelschaden sogar rund zwei Jahre außer Gefecht. Anschließend, im Winter der Saison 2018/19, folgt dann der Wechsel zum TuS Bövinghausen in die Bezirksliga.

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Vier Treffer gelingen dem 31-Jährigen nach seiner Ankunft noch in der Rückserie, viel wichtiger aber ist: Petrovic steht endlich wieder auf dem Platz und gehört spätestens mit Beginn der Landesliga-Saison im Sommer zu den absoluten Leistungsträgern. „Ich war so fit, wie ich es fast noch nie gewesen bin“, sagt Petrovic.

Schwerer Rückschlag nach Derby-Sieg gegen Brackel

In den ersten vier Partien der Spielzeit 2019/20 erzielt er drei Treffer, den letzten beim 5:1 gegen den SV Brackel 06. Petrovic spielt 90 Minuten durch, „es lief wirklich alles super“. Bis zum Dienstag nach dem Derby. Bei einem einfachen Torschuss im Training „hat es laut geknackt“, so Petrovic. Ihm sei sofort bewusst gewesen, dass „da wieder etwas kaputt gegangen ist“.

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Eine MRT-Untersuchung gibt ihm die Bestätigung: Es ist dasselbe Knie, das ihn auch in Herne so viele Monate außer Gefecht gesetzt hat. „Vielleicht war es eine Überbelastung“, vermutet Petrovic. „Für mein Knie war es zu diesem Zeitpunkt ja fast schon wieder Neuland, dass ich so viel gespielt habe.“

Positiv und absolut fußballverrückt

Ob er nach der zweiten schweren Verletzung am Knie nun überhaupt an eine Rückkehr auf den Fußballplatz denke, beantwortet Petrovic mit einem klaren Ja. „Ich bin ein positiver Mensch und absolut fußballverrückt. Also ja: Ich werde auch diesmal zurückkommen“, betont der 31-Jährige.

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In seinem Verein, daran lassen sie keinen Zweifel aufkommen, werden sie auf ihn warten. Das hat Bövinghausen-Boss Ajan Dzaferoski bereits bestätigt. „Er wird jetzt erst einmal seine Reha machen und dann zu uns zurückkommen“, sagt Dzaferoski. „Wir haben immer einen Platz für ihn.“

Spezielle Schiene sorgt für Bewegung des Knies

Jetzt heißt es aber erst einmal warten. Warten auf die Reha. Und warten darauf, sich endlich aufs Fahrrad setzen zu können und das Knie selbst wieder zu bewegen. „Je mehr ich es bewege, umso besser wird es“, sagt Petrovic, der sich wieder einmal in Geduld üben muss.

Dass er das kann, zeigt er während seiner Ausfallzeit in Herne. Dort nutzt er die verletzungsbedingte Pause, indem er als Co-Trainer für die Westfalia arbeitet. Hauptsache Fußball eben. Wobei sich Petrovic die Arbeit als Coach durchaus für die Zukunft vorstellen kann. „Warum nicht“, sagt er.

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Da passt es doch eigentlich ganz gut, dass beim TuS Bövinghausen mit dem Abschied von Thorsten Legat (Petrovic: „Davon habe ich durch meine Verletzung gar nicht so viel mitbekommen“) gerade ein Trainerposten freigeworden ist. „Nein, nein“, winkt der 31 Jahre alte Stürmer ab. „Ich will erst noch ein bisschen Fußball spielen.“ Notfalls wohl auch mit Krücken.

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