Lars Warschewski sollte keinen Fußball mehr spielen und liefert jetzt für den ASC 09 ab

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Lars Warschewski ist mitverantwortlich dafür, dass es beim ASC wieder besser läuft. Sein Trainer nennt ihn „ungewöhnlich“. Dabei hätte er vor zwei Jahren fast seine Karriere beenden müssen.

Dortmund

, 10.10.2019, 19:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich sollte Lars Warschewski gar kein Fußball mehr spielen. Eigentlich keinen Stammplatz beim ASC 09 haben. Im Sommer 2017 kämpfte der heute 19-Jährige mit starken Knieproblemen, bekam damals einen Knorpelschaden diagnostiziert. Die Hinrunde seiner letzten Saison als Jugendspieler des TSC Eintracht Dortmund war gelaufen.

Ein halbes Jahr Pause und viel Rehabilitation standen an. Die Operation war schon geplant, der Fußball schien für Warschewski zu dieser Zeit weit weg. Sehr weit weg. Ob er überhaupt noch mal spielen könnte, habe nicht mal festgestanden, erzählt er.

Die Landesliga hätte ihn schon glücklich gemacht

Doch dann kam alles anders: „Von jetzt auf gleich waren die Schmerzen weg“, erzählt Warschewski. „Ich habe nur ein bisschen Pause gemacht, viele Stabilisations-Übungen.“ Der Arzt hatte ihn dann durchgecheckt, es sah wieder alles gut aus. Warschewski kam in seiner letzten Jugendsaison doch noch zum Einsatz und konnte sich für den Seniorenbereich empfehlen.„Ich wäre glücklich gewesen, wenn ich überhaupt in die Landesliga gekommen wäre“, verrät er heute.

Doch im Sommer 2018 ging es für Warschewski dann zum ASC 09, dem ranghöchsten Verein Dortmunds, in die Oberliga. Warschewski spielte nur einmal bei Aplerbeck vor. „Wir haben ihn nur einmal zum Training eingeladen“, erzählt Samir Habibovic, Sportlicher Leiter des ASC 09.

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„Normalerweise laden wir Spieler, die für uns interessant sind, zwei-, dreimal zum Training ein. Bei Lars stand fest, dass wir ihn nach dem ersten Training nehmen.“ Eine besondere Auszeichnung für den damals 18-jährigen, den laut Habibovic vor allem seine „Beidfüßigkeit, eine hohe Laufintensität und die Torgefährlichkeit“ auszeichnen.

Warschewskis Freistoß sagt viel über den ASC 09 aus

Und diese Qualitäten helfen dem ASC 09 derzeit enorm. Vor drei Wochen standen die Aplerbecker sportlich etwas in Bedrängnis. Drei Spiele in Serie gingen verloren, Aplerbeck rutschte auf Platz 15 ab. Dann folgte das Spiel gegen die Hammer Spielvereinigung - mit Warschewski in der Startelf.

Dieser erzielte mit einem Freistoßtor in der 90. Minute den 2:1-Siegtreffer für den ASC. Ein wunderbarer Treffer, der viel über den ASC 09 aussagt. Nicht etwa Maximilian Podehl oder Kevin Brümmer, zwei der absoluten Leistungsträger in Aplerbeck, nahmen den Freistoß in der letzten Minute für sich in Anspruch. Lars Warschewski durfte schießen, der 19 Jahre alte Mittelfeldmann. Was er mit Bravour machte und Aplerbeck drei Punkte sicherte.

Mit ähnlichem Erfolg leitete Warschewski auch den 2:0-Sieg beim SV Schermbeck vergangenen Sonntag ein. Mit einem Flachschuss aus der Distanz erzielte er den Führungstreffer und beeindruckt in seiner aktuellen Form auch seinen Trainer Daniel Sekic.

Angesprochen auf Warschewski, nimmt er gleich mehrmals das Wort „ungewöhnlich“ in den Mund. Ungewöhnlich sei die Konstanz für sein Alter. Ungewöhnlich sei auch seine Klasse auf diesem Niveau, erzählt Sekic und lobt Warschewskis „unfassbare Schusstechnik“ und wie „dominant er Einfluss nimmt.“

Dabei vergisst Sekic nicht, dass Warschewski gerade einmal 19 Jahre alt ist. „Der wird sicherlich seine Phasen haben, wo es schwieriger wird, das ist normal“, erklärt er, fügt aber an: „Wir genießen es sehr, mit ihm zusammenzuarbeiten.“

Warschewski selbst hält sich zurück, wenn er die ganzen Lobeshymnen hört. „Dass ich Tore mache, ist erst mal unwichtig. Ich muss auf die Mannschaft gucken“, erklärt er. „Natürlich freut man sich, wenn man die Tore erzielt. Ich bin aber noch nicht so drin, wie ich es mir erhofft habe.“ Warschewski erklärt, dass sein Knöchel ihm seit rund einem Monat leichte Probleme macht, er deshalb noch nicht sein komplettes Leistungspotenzial abrufen kann.

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Doch er hat sich gewöhnt an den Oberliga-Fußball. In seinem zweiten Seniorenjahr kommt er immer besser zurecht mit den Dingen, die ihm vergangene Saison noch Probleme bereitet haben: „Körperlich war ich noch nicht so weit. Ich kam noch nicht so klar, man hat nicht so viel Zeit wie in der Jugend. Ständig wird man gepresst, gedoppelt und muss schnell reagieren.“

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In Zusammenarbeit mit sporttotal.tv zeigen wir in dieser Woche die Tore der Partien BVB U23 - SV Rödinghausen, Hammer SpVg - ASC 09 Dortmund und FC Brünninghausen - FC Lennestadt.

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