LGO-Sprint-Ass Lückenkemper: Erst Abi, dann Rio

Leichtathletik

Die glänzenden Leistungen von Neu-LGOerin Gina Lückenkemper während des Sommers 2015 finden nun ihren Niederschlag in wohl verdienten Ehrungen. Dabei wird die Neu-Dortmunderin in der Hallensaison kaum zu sehen sein. Der Grund dafür ist aber kein sportlicher.

DORTMUND

, 18.01.2016 / Lesedauer: 3 min
LGO-Sprint-Ass Lückenkemper: Erst Abi, dann Rio

Gina Lückenkemper sucht die richtige Mischung zwischen Abitur-Vorbereitung und Training.

Von der Fachzeitschrift „Leichtathletik“, vom Internetportal „Leichtathletik.de“ und den „Freunden der Leichtathletik“ wurde die 19-Jährige, die von diesem Jahr an den Dress der LG Olympia tragen wird, auf Platz zwei hinter Langstrecklerin Alina Reh eingestuft.

Der Kopf macht mit

Die vom LAZ Soest nach Dortmund gekommene Sprinterin ist stolz darauf, dass „mein Kopf immer mitgemacht hat, denn es waren doch sehr viele und intensive Eindrücke, die auf mich eingestürmt sind.“ Seit dem Herbst hat Lückenkemper ihr Training unter Leitung von Uli Kunst drastisch reduziert, um zum einen nach einem strapaziösen Sommer den Akku wieder aufzuladen und darüber hinaus der Vorbereitung auf das Abi den Vorrang zu geben.

Daher wird sie in diesem Winter in der Halle nicht zu sehen sein. Dennoch ist die LGO-Athletin für den Sommer zuversichtlich und will die Weichen für die Europameisterschaften in Amsterdam und Olympia in Rio stellen. Während der vergangenen Wochen vertauschte sie das heimatliche Schmuddelwetter mit dem blauen Himmel Teneriffas. Auf der Kanareninsel leistete sie Grundlagentraining, und trug vor wenigen Tagen zum ersten Mal seit September wieder Spikes.

Training auf Teneriffa

Intensive zehn Trainingseinheiten hatten die schnellsten deutschen Sprinterinnen auf Teneriffa zu leisten, und zu Hause wird sie bei ihrem Trainer auf fünf Einheiten zurückkehren, um ihren schulischen Verpflichtungen nachkommen zu können. Schließlich stehen im Februar die Vorklausuren für das Abi an.

Obwohl noch keine harten Tempoläufe auf dem Programm standen, schätzt sie ihre gegenwärtige Form als recht gut ein und Uli Kunst bestätigt: „Gina schafft es immer, Rückstände sehr rasch wieder aufzuholen, wie der Sommer 2015 bewiesen hat.“

Wie realistisch die Rio-Norm ist

Dass sie immer für ein „Sonntagsrennen“ gut ist, zeigte die Frohnatur Mitte Juni in Wetzlar, als ihr über 100 Meter mit 11,25 Sekunden ein Paukenschlag gelang. So ein Sprint gelingt nicht jeden Tag, und daher ist sie der Meinung, dass diese 100-Meter-Bestzeit schwieriger zu knacken ist als ihre 23,04 über 200 Meter. Schließlich lief sie mit zu viel Rückenwind (2,6 m/Sek.) bereits phantastische 22,41 Sekunden. Damit wäre sie bei regulären Verhältnissen deutlich unter 23 Sekunden geblieben. Das zeigt, dass die strenge DLV-Norm für Rio von 22,85 durchaus im Bereich des Möglichen ist.

Ende April soll es „mit dem Abi in der Tasche“ wieder ins Trainingslager gehen, und dann kommen bei den großen Meetings die „Wochen der Wahrheit.“ 

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