Corona-Fälle: Vereine möchten Leitfaden und bekommen von der Stadt eine E-Mail-Adresse

rnFußball in Dortmund

Der Fußballkreis Dortmund und die Stadt haben gemeinsam einen Ablaufplan erarbeitet, an den sich Vereine halten können, wenn ein positiver Corona-Fall auftritt - eine E-Mail-Adresse soll helfen.

Dortmund

, 19.08.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Grundsätzlich war Andreas Edelstein einen Tag nach dem Treffen mit der Stadt Dortmund zufrieden. „Wir haben keine bahnbrechenden Neuerungen erarbeitet“, erklärt der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses in Dortmund, „aber ich glaube wir haben einen Weg gefunden, die Kommunikation zu vereinfachen.“

Die Behörden und der Fußballkreis Dortmund hatten sich am 17. August zusammengesetzt, das Ziel: Den Amateurfußball-Vereinen eine Art Leitfaden an die Hand zu geben, damit ganz klar ist, was bei einem aufgetretenen Corona-Fall zu tun ist. Klar war das den Vereinen bisher nämlich nicht. Zuletzt hatte Tim Eibold, Sportdirektor bei Landesligist Türkspor Dortmund, genau das kritisiert.

„Es gibt überhaupt keinen Leitfaden für die Verantwortlichen der Vereine, wie geht man mit dem Thema um, was ist zu tun?“ Vorsichtig gesagt, habe er sich „allein gelassen gefühlt“, so Eibold, der sich für Türkspor Dortmund um die Organisation gekümmert hatte, nachdem bei Testspielgegener SuS Oberaden mehrere positive Covid-19-Fälle aufgetreten waren.

Dieses Gefühl sollen Vereine in Zukunft nicht mehr haben. Denn, da ist sich auch Andreas Edelstein sicher, positive Corona-Fälle werden im Amateurfußball wie auch in anderen Bereichen auch in Zukunft auftreten. Stadt und Fußballkreis haben am Montagabend eine Art „Ablaufschema“ erarbeitet, das in solchen Fällen abgearbeitet werden kann.

E-Mail-Adresse als erste wichtige Anlaufstelle für die Vereine

Zunächst habe der Fußballkreis eine E-Mail-Adresse zur Verfügung gestellt bekommen. An die können sich betroffene Spieler und Vereine wenden, sollte eine Infektion auftreten. Warum ist das so wichtig? „Kommt ein Spieler aus einem Dortmunder Verein zum Beispiel aus Bergkamen, muss er seine Infektion nur in Bergkamen beim Gesundheitsamt melden“, erklärt Edelstein.

„Das sind Informationen, die im Austausch der Gesundheitsämter vielleicht gar nicht nach Dortmund gelangen und genau das wollen wir verhindern.“ Mit der Meldung über die E-Mail-Adresse, die der Kreis den Vereinen noch mitteilen wird, sollen die Klubs die Stadt in Kenntnis setzen, „das geht schneller und unkomplizierter als über eine Hotline“, erklärt der KJA-Vorsitzende.

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Die Vereine sollen außerdem den Fußballkreis Dortmund informieren, „wir geben das Ganze dann auch nochmal an das Gesundheitsamt weiter, damit wir da wirklich wasserdicht sind“, so Edelstein. Zusätzlich sollen die Vereine dann noch ihre Meldelisten, die die Klubs ohnehin führen müssen, zur Verfügung stellen.

Diese drei Schritte - E-Mail, Meldung an den Kreis und Weitergabe der Listen - sollen dafür sorgen, dass ohne große Fragezeichen die entsprechenden Schritte eingeleitet werden können. Mehr könne der Fußballkreis nicht machen, denn im Endeffekt, betont Edelstein, seien die Vereine, Sportler, Zuschauer und Eltern selbst dafür verantwortlich, ob der Wettspielbetrieb fortgeführt werden könne.

„Ich habe das Gefühl, dass viele Leute in ihrem Fußball-Ballon gefangen sind“

„Ich habe das Gefühl, dass viele Leute in ihrem Fußball-Ballon gefangen sind“, erklärt Edelstein. „Das ist das größte Problem, Fußball ist die schönste Nebensache der Welt, aber eben nur eine Nebensache, hier geht es um Infektionsschutz und die Gesundheit aller Beteiligten.“

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Edelstein appelliert nochmal an alle Vereine, sich auch an die Hygienekonzepte zu halten, die sie selbst erstellt haben. „Man muss zum Beispiel nicht zu jedem Spiel 300 Zuschauer zulassen, nur weil das in der Coronaschutzverordnung die Obergrenze ist“, erklärt der KJA-Vorsitzende. Vereine sollten nur so viele Fans erlauben, wie sie mit ihren Kapazitäten an Ordnern und freiwilligen Helfern händeln können.

Außerdem, so Edelstein, könne man auch versuchen, Freundschaftsspiele nicht immer überkreislich anzusetzen, „dann kann bei einem aufgetretenen Fall schneller nachgearbeitet werden“, so der KJA-Vorsitzende. „Insgesamt können und sollten wir ein besseres Bild abgeben“, kritisiert Edelstein, vor allem, weil es genügend Vereine gebe, die sich vorbildlich an die Vorschriften halten würden.

„70 bis 80 Prozent der Vereine machen es nach bestem Wissen und Gewissen und ich möchte nicht, dass die übrigen 20 bis 30 Prozent dafür sorgen, dass wir den Spielbetrieb irgendwann dicht machen müssen“, sagt Edelstein, der wie jedes andere Mitglied der Amateurfußball-Welt genau dieses Szenario vermeiden will.

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