Lückenkemper landet in Rio auf Platz vier

Olympia 2016: 4x100 Meter

So rasend schnell gelaufen, so nah am olympischen Edelmetall, doch am Ende blieb nur die Holzmedaille. Die Deutsche Sprint-Staffel der Frauen landete im Finale auf Platz vier, der große Traum von Gina Lückenkemper blieb unerfüllt.

DORTMUND

, 22.08.2016 / Lesedauer: 3 min
Lückenkemper landet in Rio auf Platz vier

Rebekka Haase (v.l.), Gina Lückenkemper, Lisa Mayer und Tatjana Pinto haben eine hervorragenden vierten Platz belegt.

Doch die 19-Jährige von der LG Olympia Dortmund erlaubte sich keine Trauer, auch keine richtige Enttäuschung. Sicher, es sei schon schade, wenn man einen Platz weiter nach hinten rücke, als man sich erhofft habe, „eine Medaille ist natürlich schöner als zu sagen: Ich bin Vierter geworden“, sagte sie, „aber es ist ein vierter Platz bei Olympia, ich bin damit zufrieden“.

Weltjahresbestzeit

Sicher, vier junge Damen hatten sich auf den Weg gemacht, vielleicht schon in Rio de Janeiro den ganz großen Coup zu landen. Zwei Wochen vor den Olympischen Sommerspielen war das Quartett Tatjana Pinto (Paderborn), Lisa Mayer (Langgöns), Gina Lückenkemper (Dortmund) und Rebekka Haase Weltjahresbestzeit gelaufen, das hatte Begehrlichkeiten geweckt, hatte sicher auch den einen oder anderen Traum blühen lassen.

War da eine Staffel, die zusammen keine 90 Jahre alt ist, die aus drei olympischen Neulingen bestand, etwa schon reif, die schnellsten Frauen der Welt wirklich herauszufordern, sie vielleicht sogar zu bezwingen. Irgendwie ja, aber am Ende fehlte ihnen denn doch ein Tick Geschwindigkeit, am Ende waren die Wechsel dann zwar gut, aber sie hätten perfekt sein müssen, eigentlich sogar genial.

Gold an die USA

So ging Gold wie schon vor vier Jahren in London an das Quartett der USA. Tianna Bartoletta, Allyson Felix, English Gardner und Tori Bowie rannten nach 41,01 Sekunden ins Ziel. Silber gewann Jamaika in 41,36 Sekunden, Bronze holten die Britinnen mit Landesrekordzeit von 41,77 Sekunden. Und die deutsche Staffel überquerte nach 42,10 Sekunden die Ziellinie. Ein so junges, ein so harmonisches, ein so schnelles Quartett hat der Verband in diesem Jahrtausend noch nicht ins Rennen schicken können.

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Eine tolle Leistung, mit einer Gina Lückenkemper, die mit einem bärenstarken Kurvenlauf ihren Beitrag leistete. Vor einem Jahr noch startete die 19-Jährige bei den Juniorinnen, in wenigen Monaten ist sie zu einem unverzichtbaren Teil der Sprint-Staffel geworden. Und wer da beobachtet, wie die vier jungen Damen miteinander umgehen, welchen Spaß sie am Sport haben, wie sie nicht in Ehrfurcht erstarren, wenn die „großen Tanten“ neben ihnen im Startblock Platz nehmen, der kann erahnen, was da vielleicht noch kommen kann.

Blick in die Zukunft

„Wir haben noch ein paar Jahre, in denen wir gemeinsam rennen können“, sagte Gina Lückenkemper augenzwinkernd. Und dann sandte sie sogleich noch eine kleine, hübsche Botschaft hinterher. „Wenn wir jetzt schon so schnell sind und hier in Rio de Janeiro auf den vierten Platz laufen können – wer weiß, was wir in Zukunft schaffen können.“ Eine leise Drohung an die internationale Sprint-Szene, ein kleines Versprechen an die nationale Leichtathletik-Gemeinde.

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