Lückenkemper schaut auf eine erfolgreiche Saison

Leichtathletik

Zum Ende einer intensiven und turbulenten Saison war Gina Lückenkemper beim Istaf in Berlin immer noch herrlich flott unterwegs. In einem packenden Rennen über 200 Meter überquerte die 19-jährige Sprinterin der LG Olympia Dortmund als Erste die Ziellinie, der Titel "Istaf-Siegerin 2016" ist ein weiteres Schmuckstück in der noch so jungen Karriere der Gina Lückenkemper.

DORTMUND

, 07.09.2016, 09:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gina Lückenkemper (l.) musste sich beim Istaf im 200-Meter-Finale strecken, bekam Lisa Mayer aber noch in den Griff.

Gina Lückenkemper (l.) musste sich beim Istaf im 200-Meter-Finale strecken, bekam Lisa Mayer aber noch in den Griff.

Die 19-Jährige lieferte sich einen tollen Zweikampf mit Lisa Mayer, nach dem Rennen fielen sich die beiden jungen Frauen, längst auch Freundinnen, ebenso erschöpft wie glücklich in die Arme. Es ist der krönende Abschluss eines Jahres, einer Sommersaison, die der stets so munteren und fröhlichen Gina Lückenkemper wie ein einziges Märchen vorgekommen sein muss. Am Anfang des Jahres widmete sie sich noch weit mehr den Schulbüchern als den Spikes, es war Zeit für die Vorbereitung auf das Abitur, weniger Zeit für den Sport, vor allem keine Zeit für eine Hallensaison.

Dann, als sie das schulische Reifezeugnis in der Tasche hatte, ging es mit Volldampf auf die Bahn. Viele haben ihr vieles zugetraut, aber wenige einen solchen Blitzstart mitten in die Spitze der nationalen Sprintelite, mit dem 200-Titel in Kassel. Und der Rausch ging weiter, mit EM-Bronze über 200 Meter in Amsterdam, mit dem Sprint ins olympische Halbfinale, mit einem großartigen Platz vier im Staffel-Finale, ganz, ganz knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt. „Manchmal frage ich mich selbst, wie hast du das bloß alles gemacht“, sagte sie kürzlich im Gespräch mit dieser Redaktion, manchmal habe sie sich schon fragen müssen, „ist das wahr oder macht da einer einen Scherz“.

"Eigene Erwartungen"

Es ist kein Scherz, obwohl sie doch so gern und so ansteckend lacht. Gina Lückenkemper hat die Gabe, sich bei allem Stress, allen Anforderungen nicht zu sehr zu belasten, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. „Ich mache mir über die Erwartungen von außen keinen Kopf, ich habe meine eigenen Erwartungen.“ Das klingt eigentlich ganz einfach, ist aber in der heutigen Welt des Leistungssports manchmal kaum zu leisten.

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Sie hat gerade erst angefangen, und schon ist sie eines der Aushängeschilder der deutschen Leichtathletik. Mit ihrer Frische, ihrer Unbekümmertheit, ihrer Nervenstärke, aber auch ihrem Willen zur Leistung. Und vor allem mit ihrem Talent. Noch hat sie die Trainingskiste nicht wirklich ausgepackt, sie hat erst angefangen, darin zu kramen, hat die Belastungen noch auf einem geringen Niveau gehalten. Das wird kommen, muss kommen, wenn sie so schnell werden will, wie noch nie eine deutsche Sprinterin war. „Jetzt heißt es für mich runterkommen und die Eindrücke dieser turbulenten Saison zu verarbeiten“, schrieb sie auf ihrer Facebook-Seite, „und dann freue ich mich schon auf das nächste Jahr.“ 

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