Mehrere Testspiele eines Klubs an einem Wochenende müssen gestoppt werden

rnKlare Kante

Die ersten Corona-Fälle sind im Amateurfußball da. Wie müssen sich die Vereine, Behörden und Verbände verhalten und was muss sich ändern? Unser Autor stellt klare Forderungen.

Dortmund

, 03.08.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fußballer dürfen sich glücklich schätzen, wieder auf den Plätzen zu stehen und unter Wettkampfbedingungen antreten zu dürfen. Training und Testspiele sind in NRW wieder erlaubt. Und das, obwohl wir noch immer mitten in der Corona-Pandemie stecken. Allein am Samstag wurden 955 Neuinfektionen deutschlandweit gemeldet.

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Ein Infizierter kam vom Fußball-Kreisligisten SuS Oberaden hinzu. Der Spieler hatte am Freitagabend noch gegen Türkspor Dortmund gespielt und sich dann am Samstag, nachdem er seinen Geschmackssinn verloren hatte, testen lassen. Positiv!

Der Verein handelte verantwortungsbewusst. Das Testspiel der ersten Mannschaft am Sonntag wurde gleich abgesagt, alle Spieler müssen einen negativen Test vorlegen, wollen sie wieder auf den Platz. Diese Anweisung kommt vom Klub. Ähnlich handhabt das auch Türkspor Dortmund.

Die Vereine handeln hier nach bestem Gewissen. Besser wäre es aber, sie würden nach wissenschaftlich ausgearbeiteten Richtlinien handeln. Aber bisher gibt es von keiner Behörde und keinem Verband Vorgaben, wie die Vereine sich in solch einer Situation verhalten sollen. Die Klubs fühlen sich alleine gelassen. Das bestätigen sie in Gesprächen.

Auch die Fußball-Verbände sind gefragt

Die Kommunen und Kreise müssen ganz schnell handeln und den Sportvereinen eine Checkliste zur Verfügung stellen, um zu verhindern, dass der Fußball dazu beiträgt, dass die Infektionszahlen weiter steigen.

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Aber auch die Fußball-Verbände sind gefragt, etwas zu ändern. Es ist unverantwortlich, dass Vereine an einem Wochenende mehrere Testspiele absolvieren. Das zeigt doch das Beispiel des vergangenen Wochenendes. Freitag war das Duell Oberaden gegen Türkspor. Am Samstag trafen dann Türkspor und Westfalia Herne aufeinander. Und einen Tag später spielte Westfalia Herne gegen Velbert. Ein Superspreader am Freitag und Spieler aus vier Klubs könnten sich innerhalb von 48 Stunden mit dem Virus infizieren.

Die Fußballer müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein

Die Verbände müssen sich Gedanken machen, ob es der richtige Weg ist, solche möglichen Infektionsketten zuzulassen. So wichtig ein Hobby für jeden Einzelnen auch ist, es ist nur ein Hobby. Das Gemeinwohl steht immer im Vordergrund. Sollen Schulen und Kitas aufgrund einer möglichen zweiten Welle wieder schließen, weil es den Trainern wichtig war, an einem Wochenende mehr Spieler testen zu können? Nein.

Der Fußball alleine wird natürlich nicht daran schuld sein, käme eine zweite Welle. Es ist aber nicht auszuschließen, dass er mitverantwortlich für ansteigende Infektionszahlen sein könnte. Das muss allen Fußballern bewusst sein. Oberaden und Türkspor Dortmund waren sich ihrer Verantwortung gleich bewusst.

Allen Vereinen muss aber auch klar sein, dass sie sich ohne Einschränkungen an die Hygienerichtlinien halten. Es steht einfach zu viel auf dem Spiel. Nicht nur, dass bei häufigen Verstößen der gesamte Spielbetrieb infrage stehen wird, auch müssen wir an die Gesundheit aller denken, mit denen man in Kontakt tritt.

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