Rückkehrer Florian Knafla im Interview: „Ich hab gesagt, wenn ich wechsle, dann nach Mengede“

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Florian Knafla spielt wieder für Mengede 08/20. In den letzten Jahren hat der Stürmer viel erlebt. Zwischenzeitlich war er sechs Monate vereinslos. Für seine Rückkehr gab es mehrere Gründe.

Dortmund

, 28.01.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit der Verpflichtung von Florian Knafla (25) ist Mengede 08/20 ein echter Coup gelungen. Der Stürmer spielte bereits 1,5 Jahre in der Westfalen- und Landesliga für den heutigen Bezirksligisten. Nach einer schweren Verletzung und einigen vereinslosen Monaten wechselte er vor einem Jahr in die Oberliga zum Holzwickeder SC. Nun will er wieder für Mengede auf Torejagd gehen. Im Interview spricht er über die Gründe für seine Rückkehr, Rückschläge bei Holzwickede und seine Vertragssituation. Außerdem verrät er, wie er mit anderen Transferanfragen umgegangen ist.

Herr Knafla, mit Ihrer Verpflichtung ist Mengede 08/20 ein echter Transfercoup geglückt. Von wem ging die Initiative für eine Rückkehr aus?

Das ging von mir aus. Ich war jetzt ein Jahr in Holzwickede. Ich wollte allerdings zurück nach Mengede, das habe ich klar kommuniziert. Es war nicht so, dass ich weg musste, Holzwickede wollte mich gerne behalten. Mein Wunsch war es aber, zurück nach Mengede zu gehen. Ich habe alle anderen Anfragen geblockt. Ich wollte zu meinem Heimatverein zurück.

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Nach fast zwei Jahren, in denen ich nicht in Tritt kam, wollte ich in meine gewohnte Umgebung. Mich da wieder ganz entspannt auf den Fußball konzentrieren - ohne Druck. Ich will wieder zu meiner Form zurückfinden. Das war das eine, der sportliche Grund.

Was war der andere?

Das andere ist das Berufliche. Da bin ich sehr eingespannt. Ich hab mich in der Finanzbranche selbstständig gemacht. Da war es schwierig, mit meiner aktuellen Form den Anforderungen der Oberliga mit vier, fünf Trainingseinheiten gerecht zu werden. Ich bin auch viel auf Geschäftsreise, da macht es Sinn, etwas kürzer zu treten. Der Beruf steht an erster Stelle.

Im Sommer übernimmt Thomas Gerner das Traineramt von Tobias Vößing. Er war schon 2017 Ihr Trainer, als Sie Ihre erste Halbserie bei Mengede spielten. Hatten Sie schon Kontakt?

Tatsächlich haben wir uns schon gesehen. Ich hab mich sehr über seine erneute Verpflichtung gefreut und war positiv überrascht. Davon hatte ich vorher nichts mitbekommen. Die Abmachung mit ihm ist aber erst für den Sommer. Bei mir und Mengede geht es jetzt erst mal um die Rückserie. Ich habe mit dem Verein noch nicht über die neue Saison gesprochen, es ist noch nichts klar. Es wurde einfach noch nicht darüber gesprochen. Aber ich kenne Thomas sehr gut und freue mich, dass er zurückkommt.

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Im Sommer 2018 mussten Sie sich einer Meniskus- und Kreuzband-OP unterziehen. Danach waren sie einige Monate vereinslos.

Am Ende der Landesligasaison hatte ich mir den Schaden zugezogen. Dann habe ich ab Sommer gesagt, ich bleibe erst mal vereinslos. Es war klar, dass ich Mengede verlasse. Ich wollte erst mal versuchen, wieder gesund zu werden. Im Winter kam dann der Transfer nach Holzwickede.

Sie wechselten nach Ihrer Verletzung und einigen Monaten ohne Verein in die Oberliga. Ein eher ungewöhnlicher Wechsel, oder?

Klar, wenn man so lange ausfällt, haben sich vielleicht viele gefragt, warum sie mich holen. Der Trainer kam auf mich zu. Ich war sehr ehrgeizig und wollte ein sportlich hohes Niveau haben. Dass das dann geklappt hat, war schön. Es war auch ein schönes Jahr, sowohl menschlich als auch sportlich. Es hätte natürlich für mich besser laufen können, aber das kann man auch nicht erzwingen.

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Holzwickede steht in der Oberliga aktuell auf dem fünften Platz. Sie kamen dort aber nur selten zum Einsatz. Warum?

Letzte Saison war ich (nach der Meniskus- und Kreuzbandverletzung, Anm. d. Red.) ab März wieder im Training. Da ging die Liga nur noch zwei Monate. Das kam für mich zu früh. Im Sommer hatte ich dann wieder einen Rückschlag und hatte muskulär viele Probleme.

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Ich hatte mich dann im Herbst wieder rangekämpft, war voll dabei. Ich stand zweimal im Kader, kam im Pokal und in Testspielen zum Einsatz und habe die ganze Zeit mittrainiert. Im November gab es dann wieder ein bisschen Probleme. Am Ende kam kein Oberliga-Einsatz zustande. Ich hatte dann gesagt, dass ich den Druck etwas rausnehmen wollte.

Und nun kehrten Sie zuMengede zurück. Gab es wirklich keine Gespräche mit anderen Vereinen?

Ich hatte einige Anfragen. Ich habe mich aber mit niemandem persönlich getroffen, habe alles abgeblockt. Ich hab direkt gesagt: Wenn ich wechsle, dann nach Mengede. Ich hatte direkt kommuniziert, dass ich nur nach Mengede wollte. Sonst wäre ich auch geblieben. Ich bin dankbar, dass Holzwickede mir den Wechsel ermöglicht hat. Ich bin aber auch froh, da gewesen zu sein.

Aus der Mannschaft von 2018 sind einige Spieler noch immer da. Hatten Sie seit Ihrem Wechsel Kontakt mit den Spielern?

Ja klar, ich war noch öfter da. Ich habe noch ganz viel Kontakt nach Mengede. Zu Trainern, Spielern und Offiziellen. Wenn ich Zeit hatte, war ich auch zum Gucken da. Ich fühle mich dort sehr wohl.

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Auf Ihrer favorisierten Position im Sturm hat sich seit Ihrem Wechsel aber viel getan. Was haben Sie sich für die Rückrunde vorgenommen?

Ich mache mir da keine großen Gedanken und keinen Druck. Ich werde nun erst mal ins Training einsteigen und hoffentlich gesund bleiben. Dann werden wir schauen, inwiefern ich der Mannschaft helfen kann. Wie viele Einsätze und auf welcher Position, ist mir egal. Ich will gesund bleiben und Spaß am Fußball haben. Ich werde irgendwo im Offensivbereich helfen, ob auf der Zehn oder im Sturm. Es sind halt viele Stürmer da, da kann ich auch dahinter spielen.

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