Möglicher Verkauf versetzt Sportler in Sorge

Leichtathletik: Rote Erde

Wohin mit den Leichtathleten? Diese Frage beschäftigt Dortmunds Sportszene und die Stadtverwaltung. Borussia Dortmund will das Stadion Rote Erde kaufen. Die Leichtathleten fürchten den Verlust ihrer sportlichen Heimat und gar das Ende des Leistungssports in Dortmund.

Dortmund

29.05.2014, 13:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Möglicher Verkauf versetzt Sportler in Sorge

Die Verbindung zwischen dem Stadion Rote Erde und der Körnighalle dahinter ist für die Leichtathleten ideal. Kauft Borussia Dortmund nun das Stadion, befürchten die Leichtathleten, auf der Strecke zu bleiben.

Jetzt lesen

So weit soll es nicht kommen. Die Stadt hat als Eigentümerin des Stadions "das Ziel, bessere Voraussetzungen für die Leichtathleten" zu schaffen, wie Sprecherin Anke Widow erklärt. Eine Machbarkeitsstudie sei in Auftrag gegeben worden. "Was ist wo machbar?" Einen Zeitplan will sie nicht nennen. Wie teuer ein Neu- oder Umbau wäre, um bestehende Standorte zeitgemäß herzurichten und auf die Belange der Athleten abzustimmen, soll die Studie klären. Erst dann, so Widow, geht es um die finanzielle Umsetzung. Hier kommt ein Verkauf des Stadions Rote Erde ins Spiel.

Die Gespräche mit den Borussen laufen längst. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte schon vor Wochen erklärt, die Rote Erde "zum BVB holen" zu wollen. Angedacht ist auch der Einbau einer Rasenheizung. Damit wären Speer und Hammer ohnehin verbannt.

Jetzt lesen

Mit dem Erlös des Verkaufs, so die Idee, könne eine neue Heimat für die Leichtathleten geschaffen werden. Mögliche Standorte sind das Goystadion in Hörde sowie die Bezirkssportanlage in Hacheney. Die Hörder Bezirksvertretung hat die Sanierung des Goystadions ohnehin für eine ihrer kommenden Sitzungen auf dem Schirm.

Optimal wäre diese Lösung für die Leichtathleten nicht. "Wir sind auf der Suche nach einem Standort in der Nähe der Körnighalle", sagt Niemeyer. Viele Athleten nutzen während ihrer Einheiten sowohl die Krafträume in der Halle als auch die Außenanlagen. Nun sind die potenziellen Ausweichstadien vier bis fünf Kilometer entfernt.Für ein Training auf Leistungsniveau sei das unpraktikabel, sagt die Dortmunder Vorzeigesprinterin Katharina Grompe. "Die Kombination mit der Halle und dem Stadion ist optimal", erläutert die 20-jährige Athletin der LG Olympia (LGO). "Man kann sich nicht zwischen den Übungen ins Auto setzen und woanders hinfahren."

Für Grompe passt die Diskussion zum grundsätzlichen Umgang mit den Leichtathleten. "Die Bedingungen werden immer schlechter. Auch der Kraftraum ist in einem miesen Zustand." Auf die Frage, ob sie schon an einen Wechsel gedacht habe, antwortet sie: "Definitiv. Andere Athleten auch." Langfristig würde das ein Ende der leistungsorientierten Leichtathletik in Dortmund bedeuten. LGO-Vorsitzender Jörg Lennard ist daher bemüht, den Trainingsbetrieb auch unter dem neuen Eigentümer BVB aufrechtzuerhalten. "Es ist wichtig, dass wir die Rote Erde wegen der Nähe zur Körnighalle weiter zum Training nutzen können", sagt Lennard.

Dabei vertraut er auf die Ankündigung des Oberbürgermeisters Ullrich Sierau, der den Leichtathleten die weitere Nutzung der Roten Erde vertraglich zusichern wolle. Lennard sagt optimistisch: "Ein neues Stadion, in dem wir Wettkämpfe ohne Rücksicht auf Fußballspiele ausrichten könnten, wäre nur ein Zusatz."

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Sportlicher Leiter im Interview

Pierre Ayadi und sein Jürgen Klopp-Moment: Wir hatten ein Wahnsinnsjahr bei der LG Olympia