Nach Quarantänefall: VfR Sölde legt Einspruch ein - Gegner zeigt kein Verständnis

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Der VfR Sölde legt Einspruch gegen die Wertung der Bezirksliga-Partie beim SSV Mühlhausen-Uelzen ein. Der Gegner zeigt aus mehreren Gründen nur wenig Verständnis dafür.

Dortmund

, 30.09.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine kuriose Situation, die sich am Sonntag im Meisterschaftsspiel der Fußball-Bezirksligisten SSV Mühlhausen-Uelzen und VfR Sölde zugetragen hatte. Nach 36 Spielminuten erhielt ein Sölder Spieler, der auf dem Feld stand, die Nachricht, dass er sich in häusliche Quarantäne begeben müsse. Seine Partnerin, mit der der Spieler in einer häuslichen Gemeinschaft lebt, hatte Kontakt zu einer Corona-infizierten Person.

VfR-Coach Marco Nagel wechselte den Kicker nach einer Spielunterbrechung aus, Sölde verlor am Ende mit 0:2. Nun gibt es eine neue Entwicklung. Der VfR Sölde legt Einspruch gegen die Wertung der Partie ein.

Staffelleiter hätte abgebrochen

In einem ausführlichen Facebook-Post, den der Verein am späten Montagabend noch abgesetzt hatte, erklärt der VfR Sölde die Vorkommnisse von Sonntag nochmal und äußert klar, dass er nach Rücksprache mit Staffelleiter Lothar König Einspruch gegen die Spielwertung einlegen wolle.

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Marco Nagel, Trainer des VfR, erklärte am Dienstag, wieso der VfR so entschieden hat. „Lothar König hat uns mitgeteilt, dass er das Spiel sofort abgesagt hätte. Wir hatten am Sonntag aber gar keine andere Wahl, als weiterzuspielen, weil der Schiedsrichter-Obmann, mit dem der Schiedsrichter Kontakt hatte, so entschieden hat. Unseren Spieler haben wir dann alleine schon aus Fürsorgepflicht heruntergenommen“, sagt Nagel, der darüber informierte, dass sich der betroffene Spieler nun bis Montag, 5. Oktober, in häuslicher Quarantäne befinden müsse.

Zum Verständnis: Der Unparteiische hatte seinen Schiedsrichter-Obmann während der Spielunterbrechung telefonisch kontaktiert, weil er Staffelleiter Lothar König nicht erreicht hatte.

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René Johannes, Trainer des SSV, zeigte indes wenig Verständnis für den Einspruch der Sölder. „Ich war sehr überrascht, dass Sölde Einspruch einlegt. Ich kann es nicht verstehen, weil das Spiel sportlich zu Ende gebracht worden ist. Der Trainer der Sölder war ja nicht gezwungen, den Spieler herunterzunehmen. Ich habe ihm auch gesagt, dass er ihn wegen uns nicht herunternehmen muss, weil er ja auch keinen direkten Corona-Kontakt hatte“, so Johannes im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

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Nagel wies allerdings im Gespräch mit dieser Redaktion noch einmal darauf hin, dass der Spieler sich jetzt in Quarantäne befinde und das Spielfeld sowieso hätte verlassen müssen, weil er vom Gesundheitsamt eine schriftliche Anordnung bekommen habe, in häuslicher Quarantäne zu bleiben. „Darüber weiß auch der Verband Bescheid. Wir haben dem Verband auch das Telefonprotokoll mitgeschickt, wann sich das Gesundheitsamt bei uns gemeldet hat“, so Nagel.

Entscheidung liegt beim Verband

Den Einspruch wolle Sölde nun durchziehen. Die Entscheidung, wie die Partie schließlich gewertet wird, trifft dann allerdings nicht Staffelleiter Lothar König. Dieser verriet: „Wenn Sölde Einspruch einlegt, dann wird sich der Verband damit beschäftigen und den Fall entscheiden. Ich hätte das Spiel abgebrochen, kann das aber nicht entscheiden“, sagt König.

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Den Trainingsbetrieb hat der VfR Sölde erst einmal eingestellt. Am Dienstag trainierte der Klub nicht wie sonst üblich. Der betroffene Spieler sei laut Nagel am Montagnachmittag getestet worden. Das Testergebnis stehe noch aus. Wie es für den VfR genau weitergeht, wisse Nagel nicht. „In der Hinsicht haben wir ein komplettes Luftloch. Wir warten den Test erst einmal ab. Die Jungs trainieren nun individuell“, so Nagel.

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