Transferskepsis und Sturmproblem: Mengede 08/20 bekommt nach zwei Seuchenjahren die Kurve

rnFußball-Rückblick

Lange hat man bei Mengede 08/20 darauf gewartet: Nach Abstiegen aus Westfalenliga 2017 und Landesliga 2018 hat das Team in der Bezirksliga neue Stabilität gewonnen - Tendenz steigend.

Dortmund

, 07.06.2019 / Lesedauer: 4 min

In unserem Fußball-Rückblick schauen wir eine Woche lang auf alle überkreislich spielenden Teams der abgelaufenen Saison. Teil 18: Mengede 08/20 (Bezirksliga, Platz 8, 36 Punkte, 10 Siege, 6 Unentschieden, 12 Niederlagen).

Der Saisonstart war mehr als mäßig: Mit einem Punkt aus vier Spielen startete Mengede 08/20 in die Bezirksliga-Spielzeit. Für ein Team, das zuvor denkbar knapp aus der Landesliga abgestiegen war, ein doppelt schmerzhafter Fehlstart. Dabei sollte doch nach den zwei Abstiegen hintereinander der freie Fall endlich gestoppt werde. Doch so richtig gelungen ist das erst in der Rückrunde - dann aber mit Nachdruck.

Das Spiel der Saison: Mitten im Dezember trennte Mengede nach zwölf Spieltagen und mit acht schlappen Pünktchen auf dem Konto nur das bessere Torverhältnis von einem Abstiegsrang. Doch am 13. Spieltag stand mit dem wieder genesenen Matthias Schmidt endlich auch ein Stürmer für Mengede auf dem Feld. Der BV Brambauer bekam das als erster Gegner zu spüren. Zwei Schmidt-Tore taten ihren Teil zum 4:1-Endstand. Und die Mannschaft freute sich, endlich einen Neuner zu haben, der das Tor trifft.

Das Highlight der Saison: Über die lange Strecke betrachtet, ist die gelungene Rückrunde sicher der stärkste Grund dafür, warum in Mengede wieder Optimismus keimt. Erst an den letzten drei Spieltagen schüttelten Verletzungen das gerade gewachsene Teamgefüge wieder durcheinander. Bis dahin hatte Mengede als drittbeste Mannschaft der Rückrunde zumindest ein Ausrufezeichen gesetzt.

Der Wendepunkt der Saison: Drei Neuverpflichtungen zur Winterpause sorgten dafür, dass Mengede wieder Aufwind bekam. Mit Marcos Hill, Aaron Vasiliou und Yazan Alabar kamen drei Neue, die, so sagt Trainer Tobias Vößing, „uns megamäßig weitergeholfen haben“. Vor allem Hill und Vasiliou beendeten die Sturmflaute der Hinrunde. Warum die guten neuen Leute erst so spät kamen, ist für Vößing einfach zu erklären: „Wir haben uns vor der Saison extrem schwer getan, uns zu verstärken. Grund dafür waren die beiden Abstiege zuvor. Eine Mannschaft, die im Verdacht steht, durchgereicht zu werden, wird eben mit Riesenskepsis betrachtet.“

Kuriosum der Saison: Fast die gesamte Hinrunde musste Mengede ohne echten Stürmer auskommen. Mengedes offensiver Dauerbrenner Matthias Schmidt war zu diesem Zeitpunkt verletzt. Aber just als Hill und Vasiliou zum Verein stießen, meldete sich Schmidt auch wieder fit. Aus null wurden drei Stürmer und aus einem Riesen- ein Luxusproblem.

Das Lowlight der Saison: „Wir waren schon auf Tuchfühlung zum Abstiegskampf“, sagt Tobias Vößing. Entsprechend schlecht ist ihm und dem Verein die Hinrunde in Erinnerung geblieben. Von der Erfüllung der eigenen Ambitionen, über Konstanz wieder zum lang vermissten sportlichen Erfolg zu finden, war die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt weit entfernt.

Der Spieler der Saison: Fast etwas im Schatten der Torerfolge durch die Neuverpflichtungen zur Winterpause hat in Mengede der junge Lukas Diwisch aus Sicht seines Trainers ein exzellentes erstes Seniorenjahr hingelegt: „Er ist der einzige Ex-A-Junior, der sich voll durchgesetzt hat, weil er absolut konstant gespielt hat.“ So darf es für Diwisch im Mittelfeld weitergehen.

Die Maschine der Saison: Nico Piskorz. Und nochmal Brambauer: Dieses Mal im Mai. Im Rückspiel stand Mengedes Torwart Nico Piskorz im Zentrum der Aufmerksamkeit, allerdings nicht zwischen den Pfosten. Weil zahlreiche Ausfälle den Mengeder Kader so sehr ausgedünnt hatten, fand sich Piskorz plötzlich im Sturm wieder. Nach einem Freistoß kam er sogar frei zum Kopfball, doch sein Kollege im Brambauer-Tor parierte. Dennoch war das Urteil der Mannschaft einhellig: Unser Torwart kann kicken.

Die Saison als Film oder Serie: Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug - für Mengede 08/20 begann die Saison mit Turbulenzen so wie die Reise von Trans-American-Flug 209 von Los Angeles nach Chicago in besagtem Film von 1980. Fehlende Stürmer hier, erkrankte Piloten dort. Was fehlt, ist das richtige Personal. Im Film ist es letztlich ein Passagier namens Ted Striker, der den trudelnden Flieger sicher landet. Striker heißt übrigens übersetzt Stürmer. Sicher nur ein Zufall.

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