Neu-ASC-Coach Tim Schwarz: Es ist kein Faktor, dass ein Spieler eine engere Bindung zu mir hat

rnFußball-Oberliga

Am Montag übernimmt Tim Schwarz (34) den Trainerjob beim Fußball-Oberligisten ASC 09. Es war eine Überraschung für viele, dass der Klub auf seinen Coach der Zweiten zurückgreift. Für Schwarz auch…

Dortmund

, 16.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit gerade einmal 34 Jahren ist Tim Schwarz vom A-Liga- zum Oberliga-Trainer aufgestiegen. Der ehemalige Toptorjäger des Klubs freut sich auf seine Aufgabe, wie er im Interview verrät.

Plötzlich sind Sie Oberliga-Trainer des ASC. Hat Sie die Anfrage von Samir Habibovic überrascht?

Sehr überrascht sogar. Klar, ich stehe als Spielertrainer der 2. Mannschaft immer im regen Austausch mit Samir. Aber eigentlich war es für mich noch keine Option, hier das Oberliga-Team zu coachen. Aber ich freue mich extrem darüber, dass Samir an mich gedacht hat und mir vertraut.

Er glaubt fest daran, dass Sie dem Team helfen können…

Samir und ich kennen uns schon seit Jahren. Aber wir kennen uns nicht nur als Sportler, sondern auch als Menschen. Er hat mich ja auch schon trainiert. Und er wird wohl genau draufgeschaut haben, was wir mit der zweiten Mannschaft bewegt haben.

Jetzt lesen

Jetzt haben Sie zusammen mit Dominik Altfeld die Zweite aufgebaut, liegen auf Platz eins und haben selbst 16-mal getroffen. Wie schwer fällt Ihnen der Wechsel?

Grundsätzlich geht es in einem Verein immer darum, die erste Mannschaft zu unterstützen. Das ist die Kernaufgabe jedes Trainers und Spielers. Aber natürlich fällt es mir auch schwer, mein Team zu verlassen. Ohne Frage. Wir haben das Team aufgebaut, wir sind eine eingeschworene Truppe. Ich habe ein enges Verhältnis zu den Spielern. Ich habe die Mannschaft über meinen Wechsel am Montag in unserer Gruppe informiert, am Dienstag habe ich es ihr dann beim Training erklärt. Aber bis Sonntag bin ich ja noch für die Zweite verantwortlich und spiele noch einmal gegen Kirchlinde mit.

Sie sollen erstmal bis zur Winterpause das Team coachen, dann wird Ihre Arbeit bewertet und geschaut, wie es weitergeht. Können Sie mit dieser Lösung leben?

Die Lösung ist absolut okay. Es ist meine erste Station auf diesem Niveau. Ich sehe das als große Chance und ein gutes Zeichen, dass der Klub jemanden aus den eigenen Reihen in diesen Job hievt.

Von der Kreisliga A in die Oberliga. Das ist ein großer Sprung, oder?

Jein. Der Fußball dreht sich in höheren Ligen nicht auf links. Klar, der Aufwand ist größer, es wird vier anstatt zweimal trainiert. Aber die Mannschaftsführung ist doch ähnlich.

Es kommen aber neue Aufgaben auf Sie zu. Videoanalysen zum Beispiel.

Die gibt es auch bei uns in der Kreisliga A. Wir suchen uns auch Material bei Soccerwatch und Sporttotal.tv und analysieren unsere Spiele. Aber klar, in der Oberliga wird das noch einmal intensiver.

Jetzt lesen

Wie haben Sie die Auftritte Ihres neuen Teams in den vergangenen Wochen gesehen?

Die Mannschaft hat sich schwer getan. Ich bin davon überzeugt, dass das nur etwas mit dem Kopf zu tun hat. Es ist keine Frage der Qualität, auch keine der Einstellung. Wenn ein Rädchen im Kopf hakt, wird das zum Problem. Das ist ab Montag meine Aufgabe. Ich muss der Mannschaft den richtigen Input geben, damit die Rädchen sich einwandfrei drehen

Haben Sie eigentlich noch mit einigen Akteuren selbst gespielt?

Klar, mit Kevin Brümmer, Maximilian Podehl, Ermias Simatos, Philipp Rosenkranz, Daniel Schaffer oder Jan Held.

Jetzt lesen

Sie müssen harte Entscheidungen treffen. Der Kader fasst 26 Spieler. Mit einigen Jungs haben Sie zusammengespielt. Kann das zum Problem werden?

In der Oberliga geht es nur um die Leistung. Jeder Spieler bestimmt im Training selbst, ob er eine Alternative für Sonntag ist. Es ist kein Faktor, dass ein Spieler vielleicht eine engere Bindung zu mir hat. Jeder muss sich Woche für Woche neu beweisen. Das ist es vollkommen egal, ob er schon mit mir gespielt hat.

Wie wichtig wäre es, wenn das Team am Mittwoch die vorgezogene Partie gegen Holzwickede gewinnt?

Das würde mir den Einstieg am Montag bestimmt erleichtern. Siege setzen neue Kräfte frei, machen die Spieler selbstbewusster.

Jetzt lesen

Sie haben in Dominik Kemler und Sead Sabotic zwei Co-Trainer hinzugenommen…

Dominik Kemler war ja als Co-Trainer schon nah dran an der Mannschaft. Wir verstehen uns auch gut. Ich schätze ihn sehr. Sead kenne ich auch schon 14 Jahre. Er war Co-Trainer unter Samir Habibovic, als ich noch bei Hombruch gespielt habe. Er ist ein Typ, der die Jungs packen kann.

Haben Sie eigentlich einen Trainerschein?

Ich habe es vor, einen zu machen. Die Zeit war einfach noch nicht da. Für den Job bei der Zweiten war der ja nicht unbedingt nötig. Und ich habe auch gar nicht damit gerechnet, so schnell auf diesem Niveau als Trainer zu arbeiten.

Jetzt lesen

Aber ist es ihre Planung, auf diesem Niveau zu arbeiten?

Das werden die nächsten Wochen zeigen. Vorstellen kann ich es mir sehr gut. Aber vielleicht zeigen die nächsten Wochen auch, dass das nichts für mich ist.

Lesen Sie jetzt