Neue Stallungen auf der Kippe: 250.000 Euro fehlen

Reitsport: Galopp

Zwei Wochen hat die Interessengemeinschaft "Erhalt Galopptraining Dortmund" noch Zeit, um Investoren zu finden, die 250.000 Euro bereitstellen. Schafft sie es nicht, wird ein wichtiger Teil der Galopprennbahn endgültig Geschichte sein.

DORTMUND

, 20.09.2017, 10:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Stallungen auf der Kippe: 250.000 Euro fehlen

Rennen wird es weiter in Wambel geben. Die Frage ist: Werden hier auch weiter Pferde trainiert?

Pascal Jonathan Werning kann nicht mehr richtig schlafen. Er wartet auf den einen Anruf. Den, der den Neubau einer Trainingszentrale auf der Galopprennbahn in Wambel sichert. Bisher hat die IG, zu der Werning gehört, rund 300.000 Euro zusammen. „Wir benötigen aber 550.000 Euro, um Stallungen für rund 30 Pferde bauen zu können“, sagt er.

Neue Wohnungen

Der Neubau ist nötig, weil der Rennverein die Fläche, auf der die aktuellen Stallungen der drei Dortmunder Galopptrainer stehen, verkaufen wird. In naher Zukunft werden an dieser Stelle neue Wohnungen entstehen. Sechs Millionen Euro möchte der Rennverein durch den Verkauf der mehr als 30.000 Quadratmeter großen Fläche erwirtschaften. Ein Käufer ist gefunden, der Vertrag aber noch nicht unterschrieben.

Noch im März erklärte der geschäftsführende Rennvereins-Präsident Andreas Tiedtke auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, dass es in Zukunft keine Trainingszentrale mehr in Wambel geben wird. „Neben der fehlenden wirtschaftlichen Grundlage würde sich ein Trainingsbetrieb aus immissionsschutzrechtlicher Sicht auch negativ auf das Bauprojekt auswirken“, erklärte Tiedtke damals.

Aufschrei unter den Trainern

Der Aufschrei unter den Trainern war groß. Es bildete sich die Interessengemeinschaft, die Anfang August einen Teilerfolg errang. Nach einem Gespräch mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau, der Rennvereinsspitze und der IG bot der Rennverein der IG eine Fläche für den möglichen Bau einer neuen Trainingsanlage an. Die liegt am 1000-Meter-Start, ganz im Osten der Rennbahn. „Die Trainer müssen aber das Geld aufbringen. Schaffen sie das, übergeben wir ihnen die Fläche für den symbolischen Preis von einem Euro“, sagte Tiedtke jetzt.

Die IG entwickelte ein Investorenmodell. „Die Investoren bringen die Summe für den Bau auf und die Trainer zahlen Pacht an sie, damit sie in 10 bis 15 Jahren in die Gewinnzone kommen“, rechnet Werning vor. Der Assistenztrainer des Kölner Erfolgsstalls von Peter Schiergen kündigt an, dass er bei der Realisierung des Neubaus ganz nach Dortmund zurückkommen würde. „Ich würde für dieses Projekt geradestehen und es weiter vorantreiben. Das wäre meine Pflicht.“

Chancen stehen bei 5:95 

Bis zum vergangenen Sonntag hätte die IG dem Rennverein mitteilen müssen, ob der Neubau zustande kommt. Aber es fehlen noch rund 250 000 Euro. So erbat sie einen Aufschub. Den sie bekam. Zwei Wochen. „Die Zeit drängt natürlich. Die Chancen würde ich auf 5:95 Prozent beziffern. Aber wir haben noch lange nicht aufgegeben“, sagt Werning.

Der Ehrenpräsident des Rennvereins, Hans-Hugo Miebach, würde das Aus der Dortmunder Trainingszentrale „bedauern“, er verstehe aber die wirtschaftlichen Zwänge des neuen Vorstandes. Der Rennverein hat aktuell rund 3,5 Millionen Euro Schulden, die durch den Verkauf auf einen Schlag getilgt würden. Rund 1,5 Millionen Euro vom Überschuss möchte Tiedtke in die Tribünen und Funktionsgebäude investieren. Das restliche Geld möchte er beiseitelegen. „Leider haben wir es nie geschafft, einen großen Trainer nach Wambel zu locken. Dann hätten wir die heutigen Probleme nicht“, sagt Miebach. Aktuell werden nur 17 Vollblüter in Wambel trainiert.

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