Neuland für VfL: Kemminghausen im Abstiegskampf

Fußball: Landesliga 3

Das letzte Viertel der Saison wird für den VfL Kemminghausen zu einer echten Bewährungsprobe. In der Hinserie etablierte sich der Aufsteiger in der Fußball-Landesliga, seit dem Jahreswechsel zeigt die Formkurve aber gewaltig nach unten. Der Abstiegskampf hat am Gretelweg längst Einzug gehalten.

DORTMUND

, 12.04.2016 / Lesedauer: 3 min
Neuland für VfL: Kemminghausen im Abstiegskampf

Bilder des Landesliga-Derbys zwischen dem BSV Schüren und dem VfL Kemminghausen.

Das 0:7 beim BSV Schüren war bislang der traurige Tiefpunkt der Rückrunde. Bereits nach sieben Spielen hat der VfL mehr Niederlagen kassiert als in der ersten Halbserie – damals waren es fünf, nun wurden schon sechs Partien verloren und lediglich drei Zähler gesammelt.

Konkurrenz gibt Anlass zur Beunruhigung

Zwar steht das Team von Giovanni Schiattarella noch drei Punkte über dem Strich, die Trends der restlichen Kellerteams geben aber Anlass zur Beunruhigung: Der SV Wanne (drei Punkte hinter dem VfL) holte schon sieben Zähler in der Rückrunde, der SC Weitmar (vier Punkte Rückstand) rüstete im Winter noch einmal richtig auf und holte mit 15 Punkten fünf Mal (!) mehr als der VfL.

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Nach zwei Aufstiegen und dem direkten Weg aus der Kreis- in die Landesliga ist die Situation für alle Beteiligten nun eine gänzlich neue. „In meiner jungen Trainerzeit habe auch ich so eine Phase noch nicht erlebt“, erklärt Trainer Giovanni Schiattarella. Die Ursachen für den Abwärtstrend sind für ihn vielschichtig. „Unsere Vorbereitung auf die Rückrunde im Frühjahr war nicht wirklich gut, dafür bekommen wir nun die Quittung“, erklärt Schiattarella. „Der stattfindende Umbruch tut sein Übriges dazu, dass ein paar Prozent hier und da fehlen.“

Personalentscheidungen in der Winterpause

Bevor der VfL den Pflichtspielbetrieb in diesem Jahr wieder aufnahm, tat sich personell vieles am Gretelweg. Schiattarella gab sein Ende in Kemminghausen zum Saisonende bekannt und wurde wenig später bei Arminia Marten als Coach für die neue Spielzeit vorgestellt.

Mit dem Vorsitzenden Martin Großkreutz, der wie Schiattarella zu den wichtigen Größen des Aufstiegs der letzten Jahre zählte, legte ein elementares Teilstück des VfL sein Amt Anfang Februar aus persönlichen Gründen nieder. Für ihn übernahm Gerhard Wegner den Vorstandsposten. Im laufenden Umbruch sieht er den VfL auf einem guten Weg. „Aber langsam wird es Zeit für einen Sieg, der wäre gut für die Seele“, erklärt der neue Vorsitzende.

Viele personelle Ausfälle

Erschwert wird die Situation neben den genannten Faktoren auch durch die personellen Engpässe, die Schiattarella Woche für Woche lösen muss. Zahlreiche Spieler fallen verletzt aus, Stammtorhüter Dennis Wegner – einer der Garanten für wichtige Zähler in der Hinserie – ereilte mit einem Knöchelbruch das vorzeitige Saisonaus. „Es sind zu viele große Kaliber, die bei uns ausfallen. Das kann man mit einer so jungen Mannschaft in dieser prekären Situation nicht so einfach auffangen“, erklärt Schiattarella.

Besserung ist erst einmal nicht in Sicht. Denn neben dem kräftigen 0:7-Schlag ins Torverhältnis muss der VfL nun auch die gesperrten Soner Demir (Rot wegen Notbremse), Lukas Homann (Gelb-Rot) und Markus Bednarek (fünfte Gelbe Karte) ersetzen. Felix Fälker und Marcel Großkreutz gingen angeschlagen aus dem Derby. Gerade mit Blick auf das wichtige Nachholspiel bei SW Wattenscheid am Donnerstag (19 Uhr) ist die Lage schlechter denn je.

Restprogramm als Lichtblick

Einen kleinen Lichtblick bereitet aber das Restprogramm. Denn bis auf CSV Bochum-Linden hat der VfL alle Topteams der Liga hinter sich. Nun kommt es drauf an, in den wichtigen Spielen gegen direkte Konkurrenten zu punkten. Schiattarella ist zuversichtlich, im Dialog mit der Mannschaft hat er nach dem Spiel in Schüren den unbedingten Willen der Mannschaft gespürt.

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Und eines stellt er klar: „Ich will mich nicht als Absteiger hier verabschieden.“ Sollte es am Ende aber doch zum bitteren Gang in die Bezirksliga kommen, sieht Wegner dennoch die Basis für eine gute Zukunft. „Aufsteigen ist zwar schwerer als die Klasse zu halten, aber davon würde die Welt bei uns nicht untergehen.“

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