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Neven Subotic: "Ich muss mich nicht sorgen"

Serie "Heimatgefühle"

Dortmunds Vereine leben seit jeder Integration. Aktive und Trainer aus aller Herren Länder bereichern unsere Sportlandschaft. Wir stellen künftig die immer gleichen sieben Fragen rund um das Thema Heimat an Sportler, die nicht in Dortmund geboren sind. Den Auftakt macht BVB-Profi Neven Subotic.

DORTMUND

19.11.2015 / Lesedauer: 2 min
Neven Subotic: "Ich muss mich nicht sorgen"

Borussia Dortmunds Innenverteidiger Neven Subotic sprach mit uns über Heimat.

Was ist für Sie Heimat?

Heimat ist für mich der Ort, wo meine Freunde und idealerweise auch meine Familie lebt, wo ich alles finde, was ich zum Leben benötige.

 

Was ist für Sie typisch deutsch?

(lacht) Nur sehr wenig Trinkgeld zu zahlen. Und überall mit Bargeld zu hantieren. Aus den USA bin ich es gewohnt, dass selbst kleinste Beträge mit der Kreditkarte bezahlt werden. Das finde ich viel praktischer als immer mit Münzen in der Tasche herumzulaufen.

 

Was ist an Ihnen typisch deutsch?

Mir wird immer gesagt, meine Pünktlichkeit und mein Arbeitseifer seien typisch deutsch. Aber das stimmt eigentlich nicht. Das habe ich von meinen Eltern mitbekommen. Sie haben es mir von kleinauf vorgelebt.

 

Gibt es etwas aus Ihrem Geburtsland, dass Sie in Deutschland vermissen?

Meine Oma und meine Opa, auch meine Cousins und Cousinen. Sie kann nichts auf der Welt ersetzen. Und natürlich auch das Essen, zum Beispiel Sarna, in Kohl gewickeltes Hackfleisch.

 

Was schätzen Sie an Deutschland?

Die Sicherheit, und zwar in jedem Lebensbereich. Egal ob es um den Job geht, um die Gesundheit oder das tägliche Leben. Ich muss mich nicht sorgen, dass mir etwas zustößt und mir nicht geholfen wird.

 

Was können die Deutschen von Ihren Landsleuten aus den USA lernen?

Den Willen, Fortschritt in ihren Alltag zu integrieren. Es gibt so viele Hilfsmittel, die das alltägliche Leben erleichtern, aber viele Deutsche verschließen sich davor. Das verstehe ich nicht. Was mir das Leben leichter und meine Arbeit effizienter macht, das nutze ich.

 

Gibt es ein Leitmotto, das Ihr Leben begleitet?

Ich habe kein bestimmtes Motto, aber ich lebe nach folgendem Grundsatz: Es gibt Leute, die reden. Und es gibt Leute, die machen. Für mich steht das Machen im Vordergrund. Nur so lässt sich Fortschritt im Beruf und im Leben erzielen.

Kurzportrait: Neven Subotic (26) wurde in Banja Luka im damaligen Jugoslawien geboren. 1990 zog er mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Deutschland. Neun Jahre lang lebte er in Schömberg in Baden-Württemberg, dann zog seine Familie weiter in die USA, um der Abschiebung zu entgehen. Als Fußball-Profi kehrte er 2006 nach Deutschland zurück und spielte zwei Jahre lang beim FSV Mainz 05, bevor er im Sommer 2008 zu Borussia Dortmund wechselte. Für die serbische Nationalelf bestritt er 36 Länderspiele. Neben der serbischen besitzt er auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

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