Noch eine Sekunde bis Peking

DORTMUND Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 in einer deutschen Schwimm-Staffel zu starten - das ist das Ziel von Robert Könneker (SG Dortmund), dem er sogar seine berufliche Laufbahn untergeordnet hat.

von Von Christian Gerads

, 05.11.2007 / Lesedauer: 3 min

Um in China zum Olympiakader zu gehören, muss Könneker seine Bestzeit um etwa eine Sekunde auf der 200 m Freistil-Distanz verbessern. Bis zu den Deutschen Meisterschaften im April 2008 in Berlin, bei der die Peking-Startplätze vergeben werden, hat er noch etwas Zeit. Aber dann gilt?s.

Rückenwind

Seine jüngsten Erfolge bei den Military World Games in Hyderabad, bei denen der 21-Jährige mit einer Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille gewann, haben ihm kräftig Rückenwind gegeben. "Anhand der Umstände in Indien ist meine Zeit von 1:50:56 über 200 m Freistil hoch anzusetzen", weiß der Soldat der Sportfördergruppe Warendorf. Dennoch hängt er diese Erfolge nicht zu hoch, denn der Militärwettbewerb habe international nicht den ganz großen Stellenwert, auch wenn gerade in Russland oder in der Ukraine die Top-Schwimmer im Militär organisiert seien.

Vierter oder Fünfter muss er in seiner Paradedisziplin bei der DM werden, um eine Chance auf den Staffelplatz zu haben. "Ein Einzelwettbewerb ist mit Sicherheit gar nicht zu schaffen", relativiert Könneker. Sein Problem wird sein, dass sich im Olympia-Jahr einige Schwimmer über diese Strecke messen werden, mit "denen noch nicht zu rechnen ist". Im Endeffekt wird sich der 1,94 m große Modellathlet gegen etwa zehn Konkurrenten durchsetzen müssen. Um sein Leistungspotenzial abrufen zu können, wird der Dortmunder auf die Europameisterschaft im März 2008 im niederländischen Eindhoven verzichten - falls er nominiert wird. Für die Kurzbahn-WM im April im englischen Manchester wurde vom Deutschen Schwimmverband ein Startverbot für die Olympia-Kandidaten ausgerufen.

Konzentration gilt dem Sport

Die Aussicht auf Peking haben Robert dazu bewogen, seine Berufs-Pläne zu verschieben: "Ich habe den Beginn meiner Piloten-Ausbildung bei der Lufthansa auf den 1. September 2008 verlegt", berichtet Könneker. Aber nach Olympia ist definitiv Schluss mit dem Hochleistungs-Schwimmen, da er damit "nicht genug Geld verdienen kann". Doch zunächst steht am Wochenende die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft in Essen auf dem Programm. Da möchte Könneker mit der Staffel der SG Dortmund seinen Titel in der 4 x 200 m Freistilstaffel verteidigen.

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