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Oespeler Gerard Siggemann steigt mit Haltern-Sythen in die Handball-Oberliga auf

rnHandball

Der Dortmunder Gerard Siggemann hat den HSC Haltern-Sythen in die Oberliga geführt – seinem Heimatverein Oespel prophezeit er für die kommende Saison schwierige Zeiten.

Dortmund

, 09.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Mehr als 700 Zuschauer, Live-Übertragung des Spiels im Internet und ein Sieg, der am Ende den Oberliga-Aufstieg für den HSC Haltern-Sythen bedeutete. Der vergangene Samstag war für den Dortmunder Handball-Trainer Gerard Siggemann emotional eine ganz große Nummer. Am Sonntag darauf ging es dann wieder etwas gemächlicher zu, der 41-Jährige streifte sich selbst das Trikot über: Vor einer Handvoll Zuschauern gab es in der 2. Kreisklasse eine Niederlage mit der dritten Mannschaft der DJK Oespel Kley gegen TSG Schüren II.

Gegensätze, die Gerard Siggemann als Ausgleich braucht. „Just for fun bei uns in der Kreisklasse zu spielen, tut ihm, glaube ich, sehr gut“, sagt auch Siggemanns Trainer Jens Schulze, der den auf Halblinks spielenden als „unersetzbaren Teil des Kreisklasse-Teams“ bezeichnet – mit einem Augenzwinkern.

Unersetzlich ist Siggemann nicht nur in der 2. Kreisklasse, sondern auch in der Verbandsliga: Der Informatiker hat den HSC Haltern-Sythen gleich in seiner ersten Saison in die Oberliga geführt – und das vier Spieltage vor Saisonende. Gelernt hat der 41-Jährige das Handballspielen in Oespel, seit er sechs Jahre alt ist, ist er der DJK treu.

Weite Fahrten sind für Gerard Siggemann an der Tagesordnung

„2000 habe ich dann auch als Jugendtrainer bei Oespel-Kley angefangen, da habe ich, glaube ich, noch die meisten Fehler gemacht“, sagt Siggemann und lacht, als er sich an seine – wie er es nennt – „cholerischen Zeiten an der Seitenlinie“ – erinnert. Seitdem habe sich einiges geändert, er sei jetzt eher der ruhige Typ während der Spiele. Nach unterschiedlichen Stationen, unter anderem beim HSC Recklinghausen, mit dem er den Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga geschafft hat, landete der Dortmunder Anfang der Saison in Haltern.

Das Rezept für den Aufstieg sei laut Siggemann, der nebenbei auch immer noch die Oespeler B-Jugend trainiert, ganz einfach: „Wir haben uns keinen Druck gemacht, der Aufstieg war niemals das Ziel, so hatten wir einen mentalen Vorteil.“

Hört sich in der Theorie einfach an – in der Praxis gehörten dazu aber auch drei Mal in der Woche Training und alle zwei Wochen ein Heimspiel – alles über 40 Kilometer von Siggemanns Wohnsitz in Dortmund-Kley entfernt. Das sei aber aufgrund der Trainingszeiten kein Problem: „Ich fahre ja erst immer nach 19 Uhr los, da ist alles frei auf den Straßen. Zuhause bin ich dann meist wieder so um 23 Uhr.“

„„In der nächsten Saison werden viele der Top-Talente nicht mehr in Oespel spielen.“
Gerard Siggemann

Siggemann, der nicht verheiratet ist und keine Kinder hat, kann den Sport gut mit seinem Job vereinbaren. „Als Informatiker arbeite ich größtenteils selbstständig im Home-Office und kann mir meine Zeiten selbst einteilen“, erklärt der Handball-verrückte Dortmunder, der beim Verbandsliga-Training auch gerne mal selbst den Ball in die Hand nimmt – auf die Frage, ob er sich in der Oberliga selbst einwechseln würde, aber nur in schallendes Gelächter ausbricht: „Niemals!“

Trotz allem Zeitaufwand für seinen Halterner Verein, verfolgt Siggemann natürlich auch, was die erste Herrenmannschaft seiner DJK in der Landesliga macht. Aktuell stehen die Oespeler auf einem starken dritten Platz, der HSC-Trainer glaubt aber, dass das nur eine Moment-Aufnahme sei. „In der nächsten Saison werden viele der Top-Talente nicht mehr in Oespel spielen, da wird es dann, glaube ich, tabellentechnisch wieder anders aussehen.“

Gerard Siggemann bleibt erstmal bei Haltern-Sythen

Wie es für ihn selbst in der kommenden Saison weitergeht, weiß Gerard Siggemann auch schon: Er wird auch in der Oberliga beim HSC an der Seitenlinie stehen. Ob er irgendwann nochmal für ein Dortmunder Team die Taktiktafel in die Hand nimmt? „Das kann man jetzt noch nicht sagen. Wer weiß, vielleicht bin ich noch in zehn Jahren in Haltern. Vielleicht bin ich in einem Jahr aber auch schon ganz woanders“, sagt Siggemann.

In Dortmund kann man den HSC-Trainer trotzdem fast jede Woche sehen: Auf der Platte in der 2. Kreisklasse im Trikot der dritten Mannschaft der DJK Oespel-Kley.

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