Plechaty: Wir haben uns unsterblich gemacht

Interview mit Lünens Trainer

Mario Plechaty wurde mit dem Lüner SV Dortmunder Stadtmeister. Dass sein Team während des Turniers ausgebuht wurde, hat er verstanden. Doch das Verständnis hat auch Grenzen. Vor der Neuauflage der Stadtmeisterschaft in diesem Jahr sprach Daniel Otto mit ihm über das Dortmunder Publikum, die Titelverteidigung und die neuen Regeln.

DORTMUND/LÜNEN

, 27.12.2017, 05:50 Uhr / Lesedauer: 3 min
Plechaty: Wir haben uns unsterblich gemacht

Mario Plechaty (l.) feierte den Titel mit seiner Mannschaft vom Lüner SV ausgelassen und gibt auch in diesem Jahr das Ziel Endrunde aus. © Stephan Schuetze

Herr Plechaty, Sie haben letztes Jahr mit dem LSV die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft gewonnen. Wenn Sie heute nochmal drauf zurückschauen: Wie war das für Sie?

Das war ein Super-Erlebnis, ich weiß ja wie schwierig es ist, die Stadtmeisterschaft überhaupt zu gewinnen. Wir waren das erste Mal da und haben uns unsterblich gemacht, als Nicht-Dortmunder Klub die Meisterschaft zu gewinnen: Da werden wir jetzt ewig in den Büchern drinstehen. Für mich als Trainer und für die Spieler natürlich auch war das eine tolle Sache, da hatte keiner von uns mit gerechnet. Am letzten Tag hat die Mannschaft sich so gesteigert, dass wir es auch verdient hatten.


Fanden Sie es unfair, ausgebuht zu werden?

Ich finde das nicht schlimm, das ist normal. In Lünen werden wir auch ausgebuht, weil wir der Verein sind, der am höchsten spielt, da halten die kleineren Klubs alle zusammen. Was ich nicht gut fand – das hört sich jetzt hart an, aber das ist eine Erziehungssache: Bei der Siegerehrung buht man natürlich nicht. Das geht gar nicht. Es ist egal, ob man die Mannschaft mag. Wenn sie gewinnt, verhält man sich respektvoll. Man buht nicht bei einer Siegerehrung.

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Hatte sich das im Laufe des Turniers angedeutet?

In der Zwischenrunde hat uns gar keiner ausgebuht, am ersten Tag der Endrunde auch nicht. Erst als alle gemerkt haben: Oh, es sieht so aus, als könnten die sehr weit kommen. Da haben die Dortmunder Vereine halt zusammengehalten. Das hat uns aber angespornt. Außerdem wir haben nicht darum gebettelt, teilzunehmen, sondern wir wurden eingeladen und haben gewonnen. Wir haben Werbung für unseren Verein gemacht, uns sehr gut verhalten, und das ist das Wichtigste überhaupt.



Mussten Sie überlegen, ob Sie wieder antreten?

Nein. Wir freuen uns trotzdem, dass wir wieder dabei sind. Wir wissen, dass es noch schwieriger wird. Ich hoffe, dass sich alle vernünftig verhalten. Wenn einer meint, er muss uns auspfeifen, dann muss er das tun. Wir werden uns davon nicht anstecken lassen.



Ist eine Wiederholung dieses Titelgewinns denkbar?

Wir sind im Moment wieder der beste Westfalenligist. Als Westfalenligist muss das Ziel immer die Endrunde sein. Und da sind dann Kleinigkeiten entscheidend, da muss man die richtige Gruppe bekommen. Ich glaube, wir haben wieder eine gute Mannschaft. Klar haben wir einige Spieler verloren, aber wir haben auch wieder gute Jungs dazu bekommen, insgesamt eine gute Mischung und zwei, drei Spieler, die keiner auf dem Papier hat.

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Wie muss man in Dortmund spielen?

Es ist wichtig, dass man defensiv gut steht. Es gewinnt in Dortmund nicht immer die spielerisch beste Mannschaft.



In Dortmund gibt es neue Regeln, werden die das Spiel verändern?

Ja, die Torhüter müssen halt noch schneller schalten, vom Kopf her. Das Spiel wird insgesamt schneller, man kann nicht mehr so viel auf Zeit spielen und das mit der letzten Minute finde ich auch gut. Da hat man noch mehr Chancen, vielleicht noch den Siegtreffer zu machen.



Wer wird Stadtmeister, wenn nicht der LSV?

Schüren hat einen sehr guten Kader, aber ich glaube, die beiden Oberligisten werden das in diesem Jahr unter sich ausmachen.

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