Positiver Corona-Test: Dortmunder Klub will Spiel verlegen – Verband erkennt Test nicht an

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Bei einem Dortmunder Fußball-Klub ist der Corona-Schnelltest einer Trainerin positiv ausgefallen. Der Verein will deshalb sein Pokalspiel verschieben. Der Verband will den Test aber nicht anerkennen.

Dortmund

, 21.10.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorfreude beim Wambeler SV war einen Tag vor dem Pokalspiel gegen den VfL Bochum eigentlich groß. Die erste Frauen-Fußballmannschaft des SV empfängt am Donnerstagabend den Klub aus der Nachbarstadt in der ersten Runde des Verbandspokal. Eigentlich.

Bis ein Corona-Schnelltest der in der Bezirksliga spielenden Mannschaft am Dienstag ein positives Ergebnis anzeigte. Die Trainerin hatte sich testen lassen, weil ein Corona-Test ihres Mannes positiv war. Beim Spiel am Sonntag stand sie allerdings noch an der Seitenlinie und hatte Kontakt zu den Spielerinnen.

Der Wambeler SV reagierte daraufhin. Die Mannschaft begab sich freiwillig in Isolation, einige Spielerinnen wurden schon getestet. Wambel will das Spiel gegen den Regionalligisten VfL Bochum verschieben. So weit, so gut.

Schnelltest wird vom Gesundheitsamt nicht anerkannt

Das Problem? Da es sich nur um das Ergebnis eines Schnelltests handelt, fordert das Gesundheitsamt in Dortmund noch einen weiteren Test. „Da der Schnelltest gesetzlich nicht anerkannt ist, wird der Fall aktuell nur als Verdachtsfall gewertet“, sagt SV-Trainer Timo Weißwange. In einem solchen Fall würde das Spiel nicht abgesagt. Die Pokalspielleiterin Larissa Struck und FLVW-Vizepräsidentin Marianne Finke-Holtz sagen, sie halten sich an das, was das Gesundheitsamt entscheidet.

Sie könne nicht einschätzen, wie valide ein solcher Schnelltest sei, sagt Finke-Holtz am Mittwochnachmittag und ergänzt: „Wir haben ja noch ein bisschen Luft. Der Schiedsrichter und der VfL Bochum wissen Bescheid. Die Gesundheit steht natürlich im Vordergrund. Zur Not können wir das Spiel immer noch absagen.“ Man wolle die Testergebnisse abwarten. Sie habe schon aus anderen Ligen erlebt, dass es einen positiven Test innerhalb einer Mannschaft gegeben habe und sich niemand anders angesteckt habe.

Einige Wambel-Spielerinnen haben sich allerdings erst am Mittwoch testen lassen. Ebenso die Trainerin. Manche Spielerinnen wurden noch gar nicht getestet. Es ist wahrscheinlich, dass die Ergebnisse vor der Partie also noch nicht vorliegen. Was passiert dann?

Der Wambeler SV wolle niemanden anstecken

„Wir müssen schauen, wie die Gefährdungslage ist“, sagt Finke-Holtz. „Wir warten die Ergebnisse ab.“ SV-Trainer Weißwange kann das nicht nachvollziehen. „Warum wird da überhaupt so lange überlegt? Es gibt diesen positiven Schnelltest. Wir können uns nicht zu hundert Prozent sicher sein, dass wir uns nicht angesteckt haben.“ Man wolle nicht dafür verantwortlich sein, dass möglicherweise Spielerinnen von Bochum angesteckt würden. Diese spielen am übernächsten Wochenende im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg.

„Gesundheit geht über Sport“, sagt Weißwange. Man habe deshalb einen Verlegungsantrag gestellt. „Wir wollen ja eine sportliche Lösung finden und gegen Bochum spielen. Der VfL zeigt sich auch offen für eine Verlegung. Ich verstehe nicht, warum der Verband so zögert. Im Ruhrgebiert steigen die Zahlen. Dortmund und Bochum sind Risikogebiete.“

Wenn man noch keine Ergebnisse wisse, werde man wahrscheinlich nicht antreten, sagt Weißwange. „Wir wollen das am Donnerstagnachmittag entscheiden.“ Seinen Spielerinnen habe er freigestellt, ob sie spielen wollen. Fünf Spielerinnen, die aktuell nicht arbeiten dürfen, weil sie noch auf ihr Ergebnis warten, werden definitiv fehlen. Er selbst werde auch nicht vor Ort sein, weil er sich nicht sicher sein könne, dass er nicht infiziert ist.

Der Trainer mache sich sorgen vor eine Strafe, sollt Wambel nicht antreten, aber dann sei das eben so, sagt er. Würde denn eine Strafe drohen? „Wir finden da schon eine Lösung“, sagt Finke-Holtz ohne ja oder nein zu sagen.

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hatte vor dem Beginn der Saison festgelegt, dass ein Spiel verlegt werden muss, sobald bei einem Verein drei oder mehr Coronafälle auftreten. Die Staffelleiter der Ligen setzten die Vorgaben aber in der Praxis meist noch strenger um, verschoben Spiele schon wegen eines Corona-Verdachtsfalls.

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