Pro & Contra: Sollte die Rückpassregel bei der Stadtmeisterschaft abgeschafft werden?

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Es war eines der wenigen Ärgernisse der Stadtmeisterschaft: Das nervige Ballgeschiebe über den Torwart. Die Rückpassregel hat einige Duelle zu Geduldsspielen werden lassen. Soll sie weg?

Dortmund

, 16.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Ja! Warum einschränken?

von Daniel Otto

Dass der Torhüter in den Dortmunder Hallen in seinen Strafraum eingepfercht wird und darin trotzdem nach Belieben angespielt werden kann, hat zu echten Langweilern, zwei Halbfinals mit je nur zwei Toren in der regulären Spielzeit und im Endspiel am Ende sogar zu Pfiffen von den Rängen geführt.

Diese Regel verlangsamt das Spiel unnötigerweise, denn es ist egal, ob der Keeper den Ball nur vier Sekunden halten darf, meistens wurde eh nur kurz klatschen gelassen – das dann aber fünf- bis sechsmal. Ohne diese Regel wären alle Teams gezwungen, nach vorne zu spielen. Und wer jetzt einwendet, dass dann einige Teams nur noch hoch nach vorne pöhlen würden: War es denn selbst bei den höherklassigen Duellen in engen Phasen anders?

Alle spielten taktisch dasselbe

Schon klar, Futsalregeln werden in dieser Stadt kritisch beäugt. Im Futsal ist es auch nicht erlaubt, den Torwart nach dem Abspiel noch einmal anzuspielen – dafür darf er ihn jederzeit über die Mittellinie werfen und in der gegnerischen Hälfte sogar mitspielen. Das sorgt für größere taktische Möglichkeiten auch für Außenseiter – denn wenn man ehrlich ist, haben in diesem Jahr fast alle dasselbe gespielt und deshalb hat auch die individuell beste Mannschaft gewonnen.

Dass die Dortmunder keine Lust auf Futsal haben, sollte nicht dazu führen, dass sie sich bei der Stadtmeisterschaft unnötig einschränken. Die Rückpassregel abzuschaffen, wäre ein erster Schritt.

Umfrage

Sollte die Rückpassregel bei der Stadtmeisterschaft geändert oder sogar abgeschafft werden?

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Nein! Kleine nicht ausgrenzen

von Thomas Schulzke

Die Futsalregeln, die bei den Stadtmeisterschaften angewandt werden, haben das Hallenspiel attraktiver gemacht. Vor allem die Regel, die beinhaltet, dass die letzte Minute netto gespielt wird. Zeitschinden ist nicht mehr möglich. Die Rückpassregel abzuschaffen, würde wahrscheinlich zu mehr Toren führen, dem Gros der Vereine trotzdem nicht helfen.

Die qualitativ besseren Teams mit den starken Technikern wären den Kleinen noch überlegener. Welcher C-, B- oder A-Ligist könnte sich denn aus der Pressingumklammerung eines Ober- oder Westfalenligisten befreien? Nicht auszudenken, wenn sich die Außenseiter in engen Situationen nicht mehr mit einem Rückpass zum Keeper retten könnten. Mehr Distanzschüsse auf das gegnerische Tor und unkontrollierte Pässe ins Aus wären die Folge.

Zweistellige Ergebnisse wären die Folge

Wer es als Underdog dann versucht, alles spielerisch zu lösen, läuft gegen die Favoriten immer wieder in Gefahr, in Konter zu laufen. Zweistellige Ergebnisse wären wahrscheinlich die Folge. Und wer wünscht sich schon Langeweiler, die nach fünf Minuten Spielzeit entschieden sind?

Ohne die Rückpässe zum Torhüter würde auch die Anzahl der Zweikämpfe und engen Situation ansteigen. Hektik käme auf. Mehr Diskussionen zwischen Spielern, Fans und Schiedsrichtern wären vorprogrammiert. Die Rückpassregel hilft den Kleinen und verschafft den Teams Ruhephasen. So soll es bleiben.

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