Rücktritt: Dortmunder Fußballklub-Vorsitzender sagt nach sechs Jahren Vorstandsarbeit adé

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Ein Dortmunder Amateurfußball-Klub muss ab dem kommenden Monat ohne seinen Vorstandsvorsitzenden auskommen. Der Vereinsboss hat seinen Rücktritt angekündigt - aus freien Stücken.

Dortmund

, 05.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere Jahre hat er den Verein geprägt, geführt und zum Teil auch verändert. Jetzt macht ein Vorstandsvorsitzender bei einem Dortmunder Amateurfußballklub Schluss - und das völlig freiwillig. Mittels einer Videobotschaft in den Sozialen Medien verkündete und erklärte der Noch-Vorsitzende seine Entscheidung.

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Mike Dominik Kollenda macht Schluss bei den Dortmunder Löwen/Brackel 61. Der Brackeler Vorsitzende werde bei der kommenden Jahreshauptversammlung des Vereins, die für Dezember geplant ist, vom Amt des ersten Vorsitzenden freiwillig zurücktreten. Kollenda, der mittlerweile 27 Jahre alt ist, war damit sechs Jahre im Vorstand der Dortmunder Löwen tätig, zuletzt ein Jahr lang als Vorsitzender.

Keine leichte Entscheidung für Kollenda

Leicht gefallen sei ihm die Entscheidung nicht. Kollenda rang mit sich. Soll er weitermachen oder aufhören? Der Verein und auch das Umfeld des Klubs seien dem 27-Jährigen in all den Jahren sehr ans Herz gewachsen. Kollenda erinnere sich an viele positive Erinnerungen und Begegnungen am Brauksweg, der Heimspielstätte der Dortmunder Löwen, zurück. Dennoch ist der Entschluss für ihn klar. Aber warum?

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„Die Gründe für meine Entscheidung sind vielfältig - im Großen und Ganzen lässt sich aber sagen, dass man manchmal wissen muss, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, zu gehen. Mit meinen 27 Jahren möchte ich nun nach sechs Jahren ehrenamtlicher Vorstandsarbeit dieses Kapitel einfach schließen und offen für neue Aufgaben sein. Wer mich kennt, der weiß, dass meine Funktion nicht einfach nur nebenbei von mir erledigt wurde, sondern wahnsinnig viel Verantwortung mit sich brachte und durch das Wachstum des Vereins auch immer mehr Zeit in Anspruch genommen hat“, schreibt Kollenda in einem Post, den er gemeinsam mit der Videobotschaft veröffentlicht hat.

Mike Kollenda

Mike Kollenda © Brackel 61

Gerade weil seine ehrenamtliche Arbeit bei dem Klub soviel Zeit in Anspruch genommen habe, sollen viele persönliche, private Wünsche und Ziele zum Teil auf der Strecke geblieben sein. „Das war nicht immer einfach und hat auch dazu geführt, dass ich in meinem Privatleben einige Wünsche und Ziele nicht so verfolgen konnte, wie ich es gerne getan hätte. Dieses Jahr war aufgrund der Corona-Situation mit einem dynamischen Infektionsgeschehen und kontinuierlichen Änderungen in den offiziellen Regelungen besonders kräftezehrend“, beschreibt Kollenda die vergangenen Wochen und Monate.

In seiner Amtszeit hat Kollenda bei den Löwen eine Menge bewegt. Am 15. November 2019 haben die Klub-Mitglieder über den neuen Vereinsnamen abgestimmt. Aus den SF Brackel wurden die Dortmunder Löwen/Brackel 61. Auch das Vereinswappen wurde angepasst. Am 28. Juni 2020 segnete die Mitglieder das neue Logo - natürlich ein Löwe - ab.

Kollenda zeigt sich stolz

Stolz habe Kollenda aber auch die Vorstandsarbeit nach dem ersten Lockdown im März gemacht. Wir haben quasi über Nacht ein detailliertes Hygienekonzept ausgearbeitet und alles dafür getan, dass unsere Mannschaften schnellstmöglich wieder aktiv werden können“, so Kollenda, der abschließend noch einmal beteuerte, dass er nicht im Streit gehe und keinen Scherbenhaufen hinterlassen wolle. Für Kollenda sei die Arbeit bei den Dortmunder Löwen eine Ehre gewesen.

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Einen Nachfolger für Kollenda gibt es derzeit noch nicht, wie Ulrich Hegeler, Geschäftsführer der Brackeler, auf Anfrage der Ruhr Nachrichten bestätigte. „Der Vorstand der Dortmunder Löwen wurde bereits vor Wochen über das Ausscheiden unseres ersten Vorsitzenden in Kenntnis gesetzt. Nicht zuletzt aufgrund dieser Information war es uns möglich erste Kontakte zu möglichen Kandidaten zu knüpfen“, sagt Hegeler aber.

Bei der Jahreshauptversammlung klärt sich die Nachfolge

Letztendlich entscheide jedoch die Mitgliederversammlung über die Nachfolge. Genauere Informationen konnte Hegeler daher nicht durchgeben. Am 6. Dezember wisse man endgültig Bescheid, wer die Nachfolge antritt. Das ist der Termin der Jahreshauptversammlung.

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