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Für Alemannia Scharhorst und den Dorstfelder SV geht es im Derby der Fußball-Bezirksliga um Punkte gegen den Abstieg. Die Scharnhorster ziehen Motivation aus einem Dorstfelder Nichtantreten.

Dortmund

, 03.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Mit 26 erzielten Toren über dem Abstiegsstrich zu stehen, das macht der Alemannia aus Scharnhorst im überkreislichen Amateurfußball keiner nach. In keiner anderen Liga reicht diese Offenivleistung für einen Nichtabstiegsplatz. Dabei war die Quote des Bezirksligisten in der Hinrunde mit vierzehn Toren in vierzehn Spielen sogar noch ein bisschen schlechter: „In der Hinrunde“, sagt Trainer Marcus Wedemann, „hatten wir ein echtes Stürmerproblem.“

Mathias Bergner, Leistungsträger mit Landesliga-Erfahrung, erklärt das so: „Wir hatten schon viel Verletzungspech. Und dann haben aus familiären Gründen auch noch zwei Spieler aufgehört.“ Durch die Vakanzen auf anderen Positionen mussten nominelle Angreifer dann im Mittelfeld spielen: „Und so kam das zustande.“ Doch seit dem Winter ruhen die Hoffnungen auf einem, der eigentlich schon mit dem Fußball abgeschlossen hatte. „Ich bin nur zum Training gekommen, um mich ein bisschen fit zu halten“, sagt Armin Ljakic, der für den Hombrucher SV, Mengede 08/20, und den SV Brackel in der Westfalenliga und zuletzt für Kemminghausen in der Landesliga gespielt hat. „Ich habe 20 Jahre Fußball gespielt und das auf Null runtergefahren. Da habe ich so ein komisches Gefühl bekommen“, sagt der 28-Jährige . Sein Kumpel Mike Burkert lädt ihn zum Training ein, schon nach wenigen Einheiten ist klar: Ljakic könnte die Lösung der Scharnhorster Angriffs-Probleme sein. „Marcus Wedemann hat mich dann gefragt, ob ich im Abstiegskampf aushelfen kann.“

Er kann. „Armin ist ein absoluter Top-Spieler für die Bezirksliga“, sagt Teamkollege Bergner. „Leider hat er uns erstmal fünf Wochen mit einem Muskelfaserriss gefehlt“, erklärt Wedemann, „aber jetzt ist er fit und hat richtig Bock.“ Vier Tore hat er bereits erzielt, rückte in der internen Torschützenliste direkt auf Platz drei hinter Patrick Wedemann und Bergner (beide sechs): „Es ist schon schwierig, die offensive Qualität ist nicht so ausgereift“, sagt Ljakic, „und alleine gewinnt man die Spiele auch nicht.“

Das haben vor allem die ersten beiden von drei Endspielwochen gegen die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf gezeigt. 0:0 gegen Hannibal, 1:1 gegen Lüdinghausen. Jetzt am Sonntag folgt Teil drei gegen Dorstfeld: „Da müssen drei Punkte her“, sagt Ljakic. „Wenn wir die schlagen, bin ich zuversichtlich“, sagt auch Bergner. Mit einem Sieg würde Scharnhorst (19 Punkte) an Dorstfeld (21) vorbeiziehen: „Wir haben definitiv das schwerste Restprogramm“, sagt Ljakic. Tatsächlich muss die Alemannia noch in Nordkirchen und gegen den TuS Bövinghausen ran – die wohl noch bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg spielen werden, doch Ljakic sagt: „Wenn wir Dorstfeld schlagen, bleiben wir drin.“

„Das war ein Gefallen, ich höre definitiv auf“
Armin Ljakic über seine Zukunft bei der Alemannia

Dass er auch im nächsten Jahr noch in Scharnhorst spielt, ist dagegen ausgeschlossen: „Das war ein Gefallen, ich höre definitiv auf“, sagt er.

Für das Derby gegen Dorstfeld (Sonntag, 15 Uhr, Friedrich-Hölscher-Str. 280, 44328 Dortmund) haben seine Teamkollegen aber noch eine zusätzliche Motivation im Gepäck: „Wir haben richtig Lust“, sagt Wedemann, „vor allem wegen der unsportlichen Absage gegen Bövinghausen.“ Damals hatten die Dorstfelder die Partie ausfallen lassen – offiziell wegen Spielermangels. Doch ligaweit sind sich fast alle einig, dass dieser Ausfall nicht nötig war und vor allem dazu diente, das Torverhältnis zu schonen: „Wir sind da schon enttäuscht“, sagt Bergner, „das ist kein Stil. Und wir würden sie schon gerne – rein sportlich – dafür bestrafen.“

Dorstfelds Trainer Peter Brdonkalla kann mit den Vorwürfen nichts anfangen. „Mir standen an dem Wochenende genau neun Spieler zur Verfügung. Ich lag selber mit 39,7 Grad Fieber im Bett. Und aus der zweiten und dritten Mannschaft wollten wir keinen nehmen, weil die mitten im Aufstiegskampf stecken“, sagt Brdonkalla.

Scharnhorst hofft auf das Karma

Wedemann erwartet dann auch ein „interessantes Derby, das über Körperlichkeit entschieden wird. Spielerisch sind wir in etwa gleich auf.“ Und dann ist da noch die Hoffnung, dass das Karma und vor allem das Glück dieses Mal auf Scharnhorster Seite ist: „Wir haben am letzten Sonntag gesehen, was passiert, wenn man Pech hat.“ In Lüdinghausen kassierte die Alemannia mit dem Schlusspfiff den Ausgleich. Das soll dieses Mal definitiv nicht passieren.

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