Schmeing und Schiattarella vor Herausforderung

Amateurfußball

Die Fußball-Trainer Axel Schmeing und Giovanni Schiattarella stehen intensive Wochen ins Haus. Beide stecken mit ihren Teams voll im Abstiegskampf der Fußball-Westfalen- und Landesliga. Doch neben dem Kampf um den Ligaverbleib haben beide noch eine weitere Baustelle: Sie müssen die Mannschaften der Vereine planen, die sie im Sommer übernehmen.

DORTMUND

, 30.03.2016, 09:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schmeing und Schiattarella vor Herausforderung

Axel Schmeing (l.) und Giovanni Schiattarella verlassen ihre Klubs, sind aber noch mit 100 Prozent bei der Sache.

Dass Axel Schmeing total fußballvernarrt ist, merkt man schnell, wenn man mit ihm über seinen Sport spricht. Mit diesem Engagement und seiner Verbissenheit machte er in sechs Spielzeiten aus dem abstiegsbedrohten Bezirksligisten SV Brackel 06 einen Westfalenligisten. Im Sommer aber endet in Brackel seine Zeit, im Dezember gab er seine Zusage beim Ligakonkurrenten Holzwickeder SC.

Doch noch ist nicht klar, ob Schmeing einen Westfalenligisten oder aber einen Landesligisten an seinen Nachfolger Jörg Lange übergibt. Und genauso steht noch in den Sternen, ob er in der nächsten Saison in der Westfalenliga oder in der Landesliga an der Seitenlinie steht. Denn nicht nur der SVB, auch der HSC steckt im Abstiegskampf. Holzwickede steht drei Punkte über dem Strich, Brackel hat nur einen Zähler Puffer.

„Mein Augenmerk liegt zu 100 Prozent auf Brackel. Wir wollen zusammen den Abstieg verhindern“, erklärt Schmeing. Erleichtert wird die aktuelle Doppelbelastung dadurch, dass in Holzwickede die Winterpause genutzt wurde, um den kommenden Coach in die Planungen zu involvieren und schnell Gespräche zu führen. „Im Januar haben wir 90 Prozent der Dinge geklärt, aktuell passiert da nicht viel, und ich kann mich voll auf meine aktuelle Mannschaft konzentrieren“, ergänzt Schmeing und hebt den HSC-Vorsitzenden Karl Lösbrock und den Sportlichen Leiter Rüdiger Hesse hervor, die zum Jahreswechsel kräftig unterstützten.

Besondere Brisanz

Eine besondere Brisanz erfährt die Dreieckskonstellation zwischen Schmeing und seinen Klubs aber möglicherweise am 22. Mai, dem vorletzten Spieltag. Da empfängt der HSC den SVB, sollten beide Teams noch nicht gesichert sein, droht Schmeing ein Konflikt zwischen Gegenwart und naher Zukunft. „So kann es kommen, so weit schauen wir aber nicht“, bekräftigt der Trainer. „Ich gehe sowieso davon aus, dass zu dem Zeitpunkt mindestens eines der beiden Teams gesichert ist.“ Darum liegt sein Fokus voll auf Brackel und dem Derby gegen Wickede am Sonntag. „Nur das zählt jetzt“, sagt Schmeing.

Eine Liga tiefer kämpft auch Giovanni Schiattarella darum, sich mit dem Klassenerhalt vom VfL Kemminghausen zu verabschieden. Im Sommer übernimmt er die Verantwortung beim Ligarivalen Arminia Marten und kann auf eine ähnlich erfolgreiche Zeit beim VfL zurückblicken wie Schmeing in Brackel. In nur drei Jahren führte Schiattarella den kriselnden Kreisligisten mit zwei Aufstiegen in Serie in die Landesliga. Dort will er seinen Klub halten, um im kommenden Jahr das Derby auf der anderen Seite zu erleben.

Volle Konzentration

Bis dahin aber wird es noch ein hartes Stück Arbeit, denn während Marten mit zwölf Zählern Vorsprung gesichert sein dürfte, trennen Kemminghausen nur vier Punkte vom Abstiegsplatz. Dass er sich aktuell voll auf den VfL konzentrieren kann, hat der Trainer auch Martens Sportlichem Leiter Marco Paultyn zu verdanken: „Er hat viel Vorarbeit geleistet und die Verlängerungen eingetütet“, erklärt Schiattarella. „Ab und zu treffe ich mich schon mit einigen Martenern und spreche über unsere Pläne im Sommer, das tangiert meinen Einsatz in Kemminghausen aber in keiner Weise.“

Darum stellt eines klar: „Meine Konzentration gilt voll und ganz Kemminghausen. Bis zum letzten Tag werde ich hier alles Mögliche tun, um unser großes Ziel zu erreichen.“ Einen Konflikt kann er deshalb kategorisch ausschließen, wenn Marten am 1. Mai zum VfL kommt. Dann geht es für ihn einzig darum, dass im Sommer sein alter und sein neuer Klub in der Landesliga vertreten sind.

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