Schürens Ex-Profi ist für den BSV auch neben dem Platz goldwert

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Jonas Acquistapaces Debüt für den BSV Schüren ist bei der 3:5-Niederlage gegen Iserlohn nicht erfolgreich gelaufen. Der Ex-Profi hat aber auch nach dem Spiel gezeigt, warum er für den BSV wichtig ist.

Dortmund

, 09.09.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jonas Acquistapace ist nicht nur zu Besuch. Der Verteidiger (31) zählt den VfL Bochum, Omonia Nikosia, Wehen Wiesebaden, Hallescher FC und FSV Zwickau zu seinen vielen Karrierestationen. Könnte ja sein, dass der Westfalenligist BSV Schüren nur eine dankbare Episode ist, um seine Karriere entspannt ausklingen zu lassen. Er könnte ein hochkarätiger Ex-Profi sein, der einfach nur „sein Ding macht“.

Jonas Acquistapace ist aber so gar nicht der Typ, der in dieses aus Vereinssicht uncharmante Raster passt. Der Verteidiger nahm von Beginn am Schürener Leben auf dem Platz und rundherum teil. Trainer Arthur Matlik bescheinigte ihm, „sehr ehrlich und witzig“ zu sein, „selbstverständlich ein Super-Fußballer“. Seinen Humor aber behielt der erfahrene Abwehrspieler nach dem 3:5 gegen den FC Iserlohn passend zum Ergebnis für sich. „Was soll ich nach fünf Gegentreffern auch groß sagen?“, fragte er stattdessen.

So gerne viel reden möchte er in Schüren öffentlich ohnehin nicht unbedingt. Den Trubel von außen der Profizeit muss er eben nicht haben. Dass er aber nach der Niederlage länger mit seinen Teamkollegen - auf der Trainerbank sitzend - sprach, wie ein echter Führungsspieler es macht, zeichnet ihn als Profi mit Herz aus.

Schürens Acquistapace strahlt viel Ruhe auf dem Platz aus

Und aus diesem Herzen machte er dann doch keine Mördergrube: „Mit dem Ball haben wir es ganz gut gemacht. Hinten stellen wir uns aber nicht gut an. Wir haben als Mannschaft schlecht verteidigt.“ Es ehrt den Ex-Bochumer, das zu sagen. Denn in seinen Aktionen auf der rechten Innenverteidigerposition brannte wenig an, Acquistapace gewann viele Duelle, dirigierte seine Vorderleute, ohne dabei zu schreien.

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Er wollte offenbar Ruhe ausstrahlen, was aber nicht bei allen Kollegen ankam. Es mag beim ein oder anderen Schürener eine gewisse Verunsicherung mit im Spiel gewesen zu sein, wie es im ersten Meisterschaftsspiel unter besonderen Bedingungen laufen würde - zumal auch mehrere Stammkräfte ausgefallen waren. Jedenfalls hatten die Iserlohner zu oft leichtes Spiel. Viel ging über rechts, über Schürens linke Seite.

Iserlohn kontert den BSV Schüren aus

Und doch war der BSV willig. „Nach dem 2:3 durch Soto war ich mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen“, sagte Acquistapace. Aber der Treffer durch „Soto“, Sotirios Stratakis, und selbst das 3:3 durch Kamil Bednarski reichten nicht. „Es war ja nicht so, dass Iserlohn richtig stark war. Wir haben aber Geschenke verteilt.“ Und: „Wenn du fünf kassierst, kannst du nicht gewinnen.“ Auch sein Versuch, in der Schlussphase im Angriff mitzuwirken, brachte keinen Erfolg mehr. Iserlohn konterte Schüren aus.

Letztendlich aber ist die Niederlage kein Beinbruch. Denn aus berufenem Munde kommt die Einschätzung, dass mit den Grün-Weißen dann bald doch wieder viel Spaß zu haben sein wird: „Das ist eine Topmannschaft mit einem Top-Umfeld. Ich habe mich vom ersten Moment hier sehr wohl gefühlt.“

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Acquistapace geht auf die Menschen im Verein ein. „Selbst während der Trainingszeiten sind immer Leute am Platz, auf ein Bierchen zum Klönen.“ Das gefällt dem Profi, der keinen Grund hat, sich abzukapseln. Es gefällt ihm, dass die Schürener bleiben. Er sieht sich als Teil des Gesamten. Und wenn es demnächst sportlich andere Themen als fünf Gegentore gibt, wird Acquistapace nach dem Spiel auf der Bank auch lachen – und vielleicht auch gerne etwas zu sagen haben.

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