Schultze-Brüder wollen sich gut verabschieden

Fußball: Westfalenliga 2

Zwei Brüder standen jahrelang für das, was den Fußball-Westfalenligisten Mengede 08/20 sympathisch und besonders machte: das Familiäre, die Bodenständigkeit und fußballerische Klasse. Dass Dennis Schultze-Adler und Robin Schultze im Sommer den Verein verlassen, stimmt Fußball-Romantiker vielleicht traurig.

DORTMUND

, 23.03.2016, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schultze-Brüder wollen sich gut verabschieden

Jubel bei Mengede 08/20 nach dem Titelgewinn.

Da sie den Wechsel zum Holzwickeder SC aber als „nächsten Schritt“ sehen, werden sie viele gute Wünsche begleiten. Dass die Brüder dem Verein fehlen werden, bekamen die Mengeder Anhänger am Sonntag erneut vor Augen geführt. Robin passte mustergültig auf Dennis, dieser entschied das Derby mit dem 1:0. Die Abläufe stimmen. Daher war für die beiden klar, dass sie zusammenbleiben. „Uns gibt es nur im Doppelpack. Das hatten wir zur Bedingung gemacht, als wir in die Gespräche gingen“, erklärt Dennis.

"Einfach nochmal etwas anderes versuchen"

Dass die sich abzeichnenden finanziellen Einbußen in Mengede alleine zum Entschluss geführt haben, den Verein zu verlassen, verneinen die Brüder. „Wir sind jetzt schon so lange hier, Dennis sieben Jahre, ich sechs. Jetzt, da Dennis auch nicht mehr im jüngsten Fußballeralter ist, wollten wir einfach noch einmal etwas anderes versuchen“, erklärt Robin. Dass die Entscheidung pro Holzwickede ausfiel, habe einen einfachen Grund. „Deren neuer Trainer Axel Schmeing hat sich besonders intensiv um uns bemüht. Wir wollen da die Offensive beleben“, erklärt Dennis.

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Vor Jahren entdeckte der damalige Coach Mario Plechaty das Brüderpaar. Es galt als der Inbegriff der Heimatverbundenheit mit dem Westen, widerstand allen Abwerbeversuchen. Jetzt, da der Verein vor einem erneuten Umbruch steht, ist die Gelegenheit schon günstiger, noch einmal zu wechseln. Die weite Fahrzeit stört sie nicht: „Ob ich 15 oder 30 Minuten zum Training fahre, macht für mich keinen Unterschied“, sagt Dennis.

Gerner: "Passen in jede Mannschaft"

Einen Unterschied macht es aber für Trainer Thomas Gerner. Jeder Erfolg macht für ihn den Abschied schwieriger: „Klar drücken solche positiven Erlebnisse wie jetzt auf das Seelenbefinden. Aber ich denke, Dennis und Robin haben es verdient, etwas Neues auszuprobieren. Ich gebe ihnen gerne mit auf den Weg, dass sie sich da nicht charakterlich, menschlich und fußballerisch verändern müssen. Sie passen in jede Mannschaft. Das sind ganz tolle Jungs.“

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Gerner ist guter Dinge für seine Spieler: „Sie müssen sich den Status, den sie hier haben, da erarbeiten. Aber das packen sie ganz sicher.“ Worte, die das Brüderpaar gerne hören wird, die es aber auch wehmütig machen dürfte. Sie sind jedoch in aller erster Linie Verpflichtung. Für Dennis steht fest: „Eigentlich ist Holzwickede noch nicht in unseren Köpfen.“ Robin bekräftigt: „Wir hängen uns bis zum Schluss rein, geben Vollgas.“

Bis zum Schluss alles für Mengede geben

Das sind sie nicht nur ihrem Trainer schuldig, auch dem gesamten Verein. Aber eigentlich ist es ohnehin ihr Verständnis von Mannschaftssport, bis zum Schluss alles zu geben. Sie geben dem Umbruch ein aus Mengeder Sicht trauriges Gesicht, aber sie hinterlassen in erster Linie Dankbarkeit. Dafür haben sie zuviel für den Verein getan und auch in schwierigen Zeiten zu ihm gestanden.

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