Sechs Titel: Karstedt ist der Rekordsieger

33. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft

Der VfR Sölde: Ein Dorfverein, der in seiner erfolgreichsten Zeit Anfang der 1990er-Jahre mit Profiklubs wie Arminia Bielefeld und Preußen Münster um den Aufstieg in die 2. Bundesliga spielte. Für gut ein Jahrzehnt waren die Grün-Weißen das Aushängeschild des Dortmunder Amateurfußballs - und mit sechs Hallen-Titeln in Serie kaum zu schlagen. Einer, der all das miterlebt hat, ist Christian Karstedt.

von Udo Stark

DORTMUND

, 27.12.2016, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sechs Titel: Karstedt ist der Rekordsieger

Zwei Rekordhalter in Aktion: Christian Karstedt (l.) im Zweikampf mit dem Top-Torschützen "Schelle" Richter.

Noch immer hält der heute 48-Jährige einen Rekord - als der einzige Spieler, der von 1988 bis 1993 bei jedem Hallentriumph im Sölder Kader stand, ist er der erfolgreichste Teilnehmer der Turniergeschichte. Kein waschechter Dortmunder, sondern ein Zugereister aus Hamburg. Privat wie beruflich hat er seine Zelte längst wieder in der alten Heimat aufgeschlagen. Aber die große Ära des VfR Sölde ist ihm bis heute in bester Erinnerung geblieben.

"Eine herrliche Zeit"

„Es war eine herrliche Zeit, und das nicht nur wegen der sportlichen Erfolge“, sagt Christian Karstedt, „wir waren eine verschworene Truppe, die Spaß hatte, miteinander Fußball zu spielen und die sich jedes Mal auch auf die Halle gefreut hat.“ Die Stadtmeisterschaft hatte einen hohen Stellenwert im Verein, „für uns war es eine tolle Gelegenheit, sich vor großer Kulisse zu präsentieren. Das war keine Freizeitveranstaltung. Als ranghöchster Verein wollten wir das Turnier möglichst gewinnen.“

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Als B-Jugend-Jungjahrgang war Karstedt zum VfR Sölde gekommen, als sich sein Vater Jürgen, später Mitglied im Vorstand der Grün-Weißen, beruflich nach Dortmund verändert hatte. Nach dem Wechsel in den Seniorenbereich gehörte er zu den Protagonisten eines steilen Aufstiegs.

Ein Sechser Im Lotto

„Der Aufschwung des Vereins begann 1:1 mit dem Einstieg von Rainer Röhr“, erinnert er sich, „wobei man damals auch sehr viel Glück mit den Trainern hatte. Das begann zu Landes- und Verbandsligazeiten mit Kalla Wepner und setzte sich später mit Ingo Peter fort, der für den Verein ja auch ein Sechser im Lotto war. Mit seiner jugendlichen Art hat er genau den Nerv von uns Spielern getroffen.“

Christian Karstedt war über all die Jahre stets gesetzt. „Ein Allrounder, wie er im Buche steht“, sagt Bodo Sievers heute über seinen einstigen Mitstreiter, „Christian konnte außer Torwart alles spielen, von ganz hinten bis zum Linksaußen. Und er war auf jeder Position die Zuverlässigkeit in Person.“ Eminent wichtig sei er die Mannschaft gewesen, weil er auch bereit war, für andere zu arbeiten, „und dazu auch noch ein feiner Kerl hoch fünf“.

Gastspiel bei den BVB-Amateuren

Mehr als 400 Spiele hat er für den VfR Sölde bestritten, unterbrochen nur von einem einjährigen Gastspiel bei den BVB-Amateuren. Dann ging es irgendwann zurück in die Heimat, „weil das eigentlich immer der Plan gewesen ist“. In Hamburg spielte er noch bei mehreren Vereinen im höheren Amateurbereich, unter anderem eine Saison bei Concordia in der Oberliga, ehe er mit 35 Jahren seine aktive Laufbahn beendete.

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Die Kontakte zu den alten Kollegen sind seither weniger geworden, „durch die räumliche Entfernung verläuft leider halt vieles im Sande“. Ab und zu telefoniert er mal mit dem jetzt in Budapest arbeitenden Theo Schneider, häufiger indes mit Michael Hobohm, Söldes langjährigem Masseur.

Einmalige Atmosphäre

Mit ihm war er vor zwei Jahren zu Gast in der Zwischenrunde der Halle Wellinghofen. Gerne würde er irgendwann auch mal die einmalige Atmosphäre beim großen Finale in der Körnig-Halle erleben. Für Christian Karstedt ein Grund mehr, mal wieder nach Dortmund zu kommen. 

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