SF Sölderholz holen zwei ASC-Spieler und verlängern mit Ausnahmekicker

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Auch Kreisligist SF Sölderholz treibt die Kaderplanungen voran, das Wichtigste dabei? Das Netzwerk von Trainer Maik Kortzak und die Verlängerung mit einem absoluten Ausnahmekicker.

Dortmund, Sölderholz

, 10.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Stillstand. Überall. Kein Ball rollt, keine Pfeife ertönt, kein Torschrei geht über Deutschlands Fußballplätze. Im Hintergrund sind sie aber dennoch alle tätig. Von der Bundesliga bis hin zur Kreisliga. Kaderplanung ist nicht einfach.

Für Maik Kortzak ist sie eine Herzensangelegenheit. Kortzak trainiert den A-Ligisten Sportfreunde Sölderholz.

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Er ist ein echter Sölderholzer Jung, machte dort seine ersten Schritte auf der Asche an der Bergeshöhe. „Das ist mein Heimatverein, dort habe ich in der F-Jugend schon gespielt“, erzählt er. Es muss schon was heißen, wenn er das sagt. Kortzak hatte andere Möglichkeiten. Vor drei Jahren führte er den Dorfnachbarn aus Sölde in die Bezirksliga, hielt in der ersten Spielzeit sogar erfolgreich die Klasse. Dann die Trennung. Kortzak ging zurück. In die zwei Kilometer entfernte Heimat. Zurück nach Sölderholz.

Und dort profitiert der Verein von Kortzaks Know-How. Man bekommt beim gerade einmal 34 Jahre alten Trainer das Gefühl, es ist egal, in welcher Spielklasse er sich gerade befindet, wo sein Team gerade antritt. Er geht immer mit der gleichen Akribie, mit der gleichen Detailversessenheit an seine Aufgabe heran.

SF Sölderholz nicht von Fragen um Auf- und Abstieg betroffen

Das führte zu einem echten Kreisliga-Hexenkessel im Mai des vergangenen Jahres. 800 Leute zum Aufstiegsspiel in Sölderholz. Das Team gewinnt 4:3, Kortzak führt es in seinem ersten Jahr als Sölderholzer Trainer direkt in die Kreisliga A.

„Unser Ziel war von Anfang an der Klassenerhalt“, sagt Kortzak über die aktuelle Spielzeit. Der wäre wohl auch kein Problem geworden für das Team aus dem Südosten Dortmunds, belegt die Mannschaft aktuell Rang sieben. Nun ist die Saison unterbrochen. Wie es weitergeht? Ungewiss.

Marvin König (l.) wird auch in der kommenden Saison für Sölderholz spielen.

Marvin König (l.) wird auch in der kommenden Saison für Sölderholz spielen. © Kirchner Media

Fest steht: die Sportfreunde Sölderholz spielen auch kommende Saison Kreisliga A. Und dafür plant der Verein. Vier Verpflichtungen hat der Verein bereits getätigt. Spieler geholt, die Perspektive haben, die in das familiäre Profil des Vereins reinpassen. Mit Yannick Biller und Max Hentze werden zwei U19-Spieler geholt, die aus der Jugend des ASC 09 kommen. Daneben kommt mit Lucas Hegemann ein junger Spieler aus Schwerte von der SG Eintracht Ergste, der bereits in der Jugend Bezirksliga-Luft schnupperte.

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Biller ist Sohn von Thomas Biller, ehemaliger Trainer der Sölderholzer, bestens vertraut mit dem Verein. Hentze spielte in den vergangenen Jahren bereits in der Sölderholzer Jugend. „Das sind Spieler mit Potenzial, denen wir den Schritt zutrauen und die wir weiterentwickeln möchten“, sagt Kortzak über die Nachwuchsspieler. Einer, der ebenfalls dazugehört, ist Maximilian Strege, der aus der eigenen Jugend hochkommt.

SF Sölderholz bedienen sich beim Nachbarn VfR Sölde

Zudem kommt noch echte Erfahrung nach Sölderholz. Mit Dustin Kossmann holt der Verein einen neuen Torwart, der als neue Nummer eins für die kommende Spielzeit feststeht. Kossmann kommt vom VfR Sölde aus der Bezirksliga. Der bisherige Stammkeeper Julian Waldburg tritt kürzer. Ein weiterer Bezirksliga-Coup gelingt mit der Verpflichtung von Nico Höhme, der aus Kemminghausen kommt, bereits Landesliga-Erfahrung vorweisen kann.

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Zwei Spieler, die vor allem wegen der Bemühungen von Kortzak nach Sölderholz wechseln. „Ich bin froh, dass wir die beiden bekommen konnten“, sagt Kortzak, der mit beiden schon in Sölde zusammen gearbeitet hat. Und genau dieses Netzwerk des Trainers macht sich für den A-Ligisten bezahlt. Kortzak kennt viele, viele kennen Kortzak.

Sein Umgang und seine Art werden geschätzt in der Amateurfußball-Community. „Über die Jahre habe ich viele Kontakte geknüpft, pflege diese natürlich auch“, erklärt er. So kommt es dann auch mal vor, dass mit Philipp Leonhardt ein Hallenkicker der Extra-Klasse aus dem Ruhestand zurückkommt, um noch mal für Sölderholz bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft aufzulaufen.

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Der größte Gewinn für den Verein ist aber eine Zusage für die kommende Spielzeit: Marvin König bleibt. Ein Ausnahmekicker. Schlaksig wirkt der Offensivspieler. Er besticht durch filigrane Technik, starke Abschlüsse und hohes Spielverständnis. Westfalenligisten sollen erneut an ihm dran gewesen sein, doch er bleibt eine weitere Spielzeit beim A-Ligisten. „Darüber freuen wir uns natürlich total“, sagt sein Trainer. „Marvin ist ein überragender Kicker.“

Marvin König könnte mindestens zwei Ligen höher spielen

Einer, der den familiären Aspekt wohl vorzieht, als sich in das überkreisliche Fußball-Abenteuer zu stürzen. König spielt in Sölderholz mit Freunden, ist in dem Stadtteil groß geworden, ist mit der ganzen Familie im Verein aktiv. Und er ist so etwas wie die Lebensversicherung des Teams. Für mindestens 20 Treffer ist er in jeder Spielzeit gut – diese Saison netzte er bereits 26 Mal und führt damit die Torjägerliste in der Kreisliga A1 an.

Alle Gegner warnen vor ihm, probieren Unterschiedlichstes aus, um ihn zu stoppen, trotzdem trifft er immer wieder. Ein Spieler der Extraklasse, der auch mindestens zwei Ligen höher spielen könnte.

Könnte sein Weg trotzdem irgendwann dort hinführen? „Natürlich träume ich von der Bezirks- oder Landesliga mit Sölderholz“, sagt Kortzak. Aber er mache sich nichts vor, es sei ein weiter Weg bis dahin. Schritt für Schritt möchte er das Team weiter etablieren, in der kommenden Spielzeit einen Platz unter den ersten fünf Teams der A-Liga anpeilen. „Das wäre ein Traum“, sagt er, während er fordert „mindestens unter die ersten Sieben“ zu kommen.

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