Der ASC geht als leichter Favorit ins Derby gegen den FC Brünninghausen. Aber was sagen Jan Stuhldreier (ASC) und Sahin Kösecik (FCB) vor dem Duell am Samstag?

Dortmund

, 22.02.2019 / Lesedauer: 5 min

Eine bessere Anstoßzeit könnte es für das Dortmunder Oberliga-Derby kaum geben. Samstagabend, 18.30 Uhr, ASC 09 Dortmund gegen den FC Brünninghausen, Vierter gegen Siebter (Schweizer Allee 29a, 44287 Dortmund). Wer sich da das Bundesliga-„Topspiel“ zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Nürnberg anschaut, ist selber schuld. Wir haben Jan Stuhldreier (19 Jahre) vom ASC 09 und Sahin Kösecik (21) vom FCB mit elf Derbythesen konfrontiert. Das sind ihre Antworten:

1. Der ASC hat im Derby mehr zu verlieren als der FCB ...

Stuhldreier: Du kannst in jedem Spiel etwas verlieren. Aber es ist natürlich klar, dass es richtig scheiße ist, ein Derby zu verlieren. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir etwas holen werden, wenn wir unser Ding durchziehen. Wir blicken auch nicht auf Niederlagen gegen Brünninghausen zurück.

Kösecik: Richtig. Sie waren im vergangenen Jahr fast Aufsteiger und sehen noch Chancen, oben mitzuspielen. Darüber hinaus sind bei uns wirklich viele wichtige Spieler verletzt.

2. Wer beim Derby in Führung geht, gewinnt das Spiel ...

Stuhldreier: Wir haben die Qualität auch bei einem Rückstand zurückzukommen, noch zwei Tore zu schießen und die Partie zu gewinnen.

Kösecik: Es ist auf jeden Fall ein Big-Step. Aplerbeck steht defensiv sehr gut. Aber wenn wir das Tor machen und Aplerbeck kommen muss, sind wir die konterstärkste Mannschaft der Liga.

Stuhldreier und Kösecik stellen sich 11 Thesen zum Derby ASC gegen den FC Brünninghausen

Sahin Kösecik liest lieber ein Buch, anstatt sich auf Instagram rumzutummeln. © Stephan Schuetze

3. Das Derby am Samstag ist auch nur ein weiteres Ligaspiel ...

Stuhldreier: Auf keinen Fall. Das ist schon im Training zu spüren. Alles ist intensiver, lauter und aggressiver. Der Trainer muss vor der Partie eigentlich gar nichts mehr sagen.

Kösecik: Wenn ich mir die Gesichter der Vereinsführung anschaue, dann ist es definitiv nicht so. Ich habe gestern noch mit Klaus-Dieter Friers abgeklatscht, der hat definitiv mehr Lust auf das Spiel als auf andere. Es geht zwar auch nur um drei Punkte, es ist aber trotzdem etwas Besonderes.

4. Wer aus der BVB-Jugend kommt, muss eigentlich mindestens Regionalliga spielen ...

Stuhldreier: Viele denken so. Aber der Schritt in den Seniorenbereich ist schon heftig. Es hilft, erstmal in der Oberliga zu beginnen und sich an die Seniorenhärte zu gewöhnen. Dann kann man immer noch in die Regionalliga wechseln. Das ist zwar ein Umweg, kann aber auch ein guter Weg sein.

Kösecik: Die Fakten zeigen was Anderes, wie man an Mert Sahin und mir sehen kann. Wobei das auch immer etwas mit Verletzungen zu tun hat und man die Oberliga auf keinen Fall unterschätzen darf. Da sind alle mit Herzblut dabei. In der Regionalliga trainierst du häufiger und wenn der Körper nicht wettbewerbsfähig ist, dann ist es halt schwer.

5. Florian Gondrum und Arif Et sind das gefährlichste Sturmduo der Liga ...

Stuhldreier: Da würde ich zwei andere Namen nennen. Kevin Bümmer und Maximilian Podehl. Mit unseren beiden Offensiven können Et und Gondrum nicht mithalten, das ist schon eine andere Qualität. Die verstehen sich blind, müssen auf dem Platz gar nicht groß kommunizieren. Unglaublich, wie die kombinieren. Leider fällt Kevin aus. Wir haben aber eine starke Bank und können den Ausfall in einem Spiel auffangen.

Kösecik: Absolut. Sie ergänzen sich unfassbar gut. Arif ist in der Lage bis hoch in die 2. Liga jeden Spieler im Eins-gegen-Eins auszutricksen, wenn er ein bisschen Platz vor sich hat. Florian ist als kongenialer Partner in der Lage, jeden Ball abzuschirmen und ist unfassbar abschlussstark – im Strafraum macht er acht von zehn Möglichkeiten zu Toren.

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Jan Stuhldreier und Sahin Kösecik vor dem Oberliga-Derby im Interview

6. Brünninghausen hat in der Hinrunde unter seinen Möglichkeiten gespielt ...

Stuhldreier: Jeder ist doch für sich selbst verantwortlich. Es hat uns nicht verärgert, dass es für den FC Brünninghausen in der Hinrunde nicht so gut gelaufen ist.

Kösecik: Klar, das kann man so sehen. Man muss aber auch sehen, dass wir eine sehr junge und vor allem unerfahrene Mannschaft sind, die im Sommer komplett umgebaut wurde. Wir hatten in der Hinrunde viele enge Spiele, die wir hätten gewinnen müssen, aber aufgrund der Unerfahrenheit hergeschenkt haben.

7. Dortmund braucht einen zweiten Regionalligisten neben dem BVB II ...

Stuhldreier: Das ist so. Und schön wäre es, wenn wir das wären. Vielleicht springen wir diese Saison noch auf Platz zwei. Wenn nicht, versuchen wir es nächstes Jahr wieder.

Kösecik: Ja, die Stadt ist fußballverrückt und das würde ihr definitiv guttun.

8. In der Oberliga kann man kein Geld verdienen ...

Stuhldreier: Stimmt nicht. Es ist natürlich überhaupt nicht damit zu vergleichen, was Profis verdienen. Wenn du aber für einen guten Klub spielst, kannst du auch in der Oberliga Geld verdienen.

Kösecik: Wenn Sie mich fragen, spielt das keine Rolle. Ich habe mal zwei Jahre lang keinen Fußball spielen können, daher war das für mich in den Verhandlungen mit Brünninghausen nie ein Thema. Bei uns kommen Spieler nach zehn Stunden Arbeit zum Training und hauen sich richtig rein. Deshalb steht aus meiner Sicht nicht das Geld im Vordergrund, sondern das Hobby.

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Wie geht das Derby der Fußball-Oberliga zwischen dem ASC 09 Dortmund und dem FC Brünninghausen aus?

Wie geht das Derby der Fußball-Oberliga zwischen dem ASC 09 Dortmund und dem FC Brünninghausen aus?
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Der ASC 09 gewinnt
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Der FC Brünninghausen gewinnt
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Das Spiel geht unentschieden aus
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9. Als Fußballer brauchst Du einen Instagram-Account ...

Stuhldreier: Brauchst du eigentlich nicht. Ich habe aber einen. Genauso wie viele andere Fußballer. Ich veröffentliche schon gerne Fotos im ASC-Trikot von mir. Das macht einen schon stolz.

Kösecik: Ich bin da sehr altmodisch, das sagt mir auch meine Familie immer. Ich bin überhaupt nicht in den Sozialen Netzwerken aktiv, habe auch erst vor kurzem erfahren, was Snapchat ist. Und auch WhatsApp würde ich ausschalten, wenn ich könnte. Ich liebe es, Bücher zu lesen.

10. Borussia Dortmund wird nicht Deutscher Meister ...

Stuhldreier: Der BVB hat es echt noch einmal spannend gemacht. Aber ich wünsche mir so, dass der FC Bayern nicht wieder Meister wird. Deshalb glaube ich weiter fest an den BVB.

Kösecik: Klar, nach den letzten fünf Spielen könnte man das behaupten, aber ich will daran glauben, dass Borussia Dortmund Meister wird. Es sind immer noch drei Punkte und Marco Reus ist bald wieder fit. Er ist das für den BVB, was Messi für Barcelona ist. Ich hoffe es also und glaube auch daran, dass der BVB Deutscher Meister wird.

Stuhldreier und Kösecik stellen sich 11 Thesen zum Derby ASC gegen den FC Brünninghausen

Ist auf Instagram gut unterwegs: Jan Stuhldreier. © Stephan Schuetze

11. Am Samstagabend gibt es für Fußballfans in Dortmund nichts Besseres als das Oberliga-Derby ...

Stuhldreier: Es gibt nichts Besseres. Ich hoffe, dass auch viele zu uns ins Stadion kommen. Dann steigt die Stimmung und es wird auf dem Platz heißer. Ich gehe davon aus, dass es richtig zur Sache gehen wird. Es geht ja um die Vorherrschaft in der Stadt.

Kösecik: Definitiv! 18.30 Uhr unter Flutlicht, beide Teams sind heiß und wollen ihr Bestes geben. Der ASC wird wahrscheinlich auch noch ein bisschen rachelüstig sein, weil wir sie in der Halle schon ein bisschen zerstört haben. Deshalb wird das ein sehr geiles Spiel werden.

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