Immanuel Pherai ist eines der größten Talente, das beim BVB unter Vertrag steht. Trotzdem saß er in zwei entscheidenden Spielen in der vergangenen Saison nur auf der Bank. Er hat daraus gelernt.

Dortmund

, 01.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Er war der überragende Mann beim Finalsieg der U19 gegen den VfB Stuttgart. Er war der entscheidende Mann beim Finalsieg der U17 ein Jahr zuvor. Doch wer jetzt glaubt, Immanuel Pherai würde über den Dingen schweben, irrt. Fast ein bisschen mürrisch schlurft der 18-Jährige über den Gesundheitscampus der Bochumer Ruhr-Uni zum Pflicht-Termin am Saisonbeginn: Laktattest.

„Es ist Laufen. Es ist kein Fußballspielen“

Natürlich nicht gerade seine Lieblingsbeschäftigung, für welchen Fußballer ist es das schon, gerade einer wie er, der den Ball mit dem Fuß streichelt wie andere ihr Haustier mit der Hand. Runden laufen, Blut abzapfen lassen, Runden schneller laufen. Bis es irgendwann nicht mehr geht. „Es ist Laufen“ sagt Pherai, „es ist kein Fußballspielen.“ Und während er das sagt, huscht dann doch ein Lächeln über sein Gesicht.

Pherai hat objektiv gesehen ein herausragendes Spieljahr hinter sich. Er wurde ja eben nicht nur Deutscher Meister mit seinem Team, sondern er war bestimmender Akteur auf dem Platz, erzielte in 35 Pflichtspielen acht Tore und legte zwölfmal auf. Hinterher bekam er Lorbeeren überreicht, die für einen 18-Jährigen nicht immer ganz einfach zu verarbeiten sind. BVB-Jugendkoordinator Lars Ricken sagte nach dem Finale auf die Frage, ob Pherai der eine Spieler sein könne, der es zu den Profis schaffen kann: „Definitiv!“

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BVB-U19 startet mit Moukoko in die Vorbereitung

Und es ist auch nicht so, als Träume Pherai nicht von solch einem Durchbruch. Aber die vergangene Saison hat ihn auch geerdet, in der er während der Bundesliga-Hauptrunde zwar Stammspieler war, doch als es dann losging mit dem K.o.-Spielen gegen Schalke 04 im Halbfinale, da fehlte sein Name plötzlich auf dem Aufstellungsbogen.

„Da geht mehr“

Auch deshalb sagt er heute: „Ich bin eigentlich nicht zufrieden mit meiner Saison. Wenn man ein Finale so gewinnt, könnte man zwar sagen, dass alles gut ist. Und man könnte sagen: Er hat doch eigentlich eine gute Saison gespielt. Aber ich dachte nur: Da geht mehr.“

„Jeden Tag muss ich mehr machen, als andere. Denn wenn ich das nicht mache, bin ich einfach nur wie alle anderen. Und das will ich nicht sein.“
Immanuel Pherai

Er hat sich ein paar Gedanken gemacht in den vergangenen vier Wochen Urlaub, ein bisschen die Seele baumeln lassen, Bali zusammen mit seiner Schwester bereist, traumhafte Strände gesehen und dann noch zwei Wochen zu Hause bei seiner Familie in Amsterdam „einfach Spaß gehabt.“

Die Akkus jedenfalls, sagt Pherai, seien wieder aufgeladen. Damit sie es auch bleiben und damit der neue U19-Coach Michael Skibbe beim Thema Startelf nicht mehr an ihm vorbeikommt, will er sich disziplinierter verhalten: „Ich muss einfach darauf aufpassen, jeden Tag gut zu essen und zu schlafen. Jeden Tag mehr zu machen, als andere. Denn wenn ich das nicht mache, bin ich einfach nur wie alle anderen. Und das will ich nicht sein.“

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Die BVB-U19 startet mit einem Laktattest in die Vorbereitung

Mit einem Laktattest an der Ruhr-Universität Bochum ist die BVB-U19 in die Sommervorbereitung gestartet. Hier gibt's die Bilder.
01.07.2019
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Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
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Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
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Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
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Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
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Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
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Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger
Laktattest der BVB-U19 in Bochum.© Groeger

Denn es ist ja so: Dass ein Spieler alleine keine Titel holt, das dürfte er ja selbst aus dem fernen Bali beobachtet haben. Sogar so ein Ausnahmetalent wie sein neuer Mitspieler und Laktattest-Mitläufer Youssoufa Moukoko konnte das U17-Finale nicht allein gewinnen. Sogar von Einzelspielern als Vorbild hat er sich verabschiedet: „Ich gucke jetzt mehr auf Mannschaften“, sagt Pherai, der früher dem brasilianischen Zauberfuß Ronaldinho und dem spanischen Strategen Xavi huldete. „Wir brauchen Mannschaften auf dem Platz und keine einzelnen Spieler“, sagt er jetzt.

Sein Team gehört zur Creme de la Creme

Die beste in der vergangenen Saison war für ihn übrigens die aus seiner Heimatstadt, die im Halbfinale der Champions League unglücklich gegen Tottenham ausschied: Ajax Amsterdam.

Und in der kommenden Saison? Da gehört sein eigenes Team zumindest im U19-Bereich zur Creme de la Creme nicht nur des deutschen Fußballs: „Ich glaube, dass wir in dieser Saison die beste Mannschaft der letzten zwei Jahre haben“, sagt Pherai. Wie gesagt: Er führte beide zum Deutschen Meistertitel und will nun auch den dritten in Serie angehen: „Ja – und wir wollen es auch in der Youth League viel besser machen.“

Dieser wegen der zusätzlichen Belastung für die Jugendlichen oft kritisierte internationale Wettbewerb vergleichbar mit der Champions League versprüht eben doch seine ganz eigene Faszination: „Es macht einfach mehr Spaß. Da siehst du dann auch, wie gut die anderen Teams sind, nicht nur in Deutschland.“ Sondern eben auch in seiner Heimat den Niederlanden oder den großen europäischen Ligen wie Spanien, England oder Italien. Ziele für einen wie ihn, klar.

Zehn Tage Maloche

Aber erstmal steht die Vorbereitung an. Trainer Michael Skibbe hat am Montag schon angekündigt, dass in den ersten zehn Tagen Training, „in denen wir auch durchtrainieren“, so Skibbe, erstmal die Grundlagenausdauer ansteht. Maloche, wie man hier sagt.

Immanuel Pherai weiß das natürlich. Und wenn er trotzdem sagt, dass er sich auf die neue Spielzeit freue, dann meint er sicherlich nicht diese Phase der Saison, sondern die mit den entscheidenden Spielen, wenn es wieder um etwas geht. Dieses Mal ja vielleicht nicht nur in der Junioren-Bundesliga, sondern auch auf internationalem Parkett.

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