Vorbild Julian Nagelsmann - Frauenfußball-Aushängeschild SV Berghofen holt neue Chefin

rnFrauenfußball-Regionalliga

Vor eineinhalb Wochen knallte es in Berghofen: Coach Thomas Sulewski verlässt den Klub am Saisonende. Nun hat der Verein einen neuen Chef gefunden - genauer gesagt: Eine Chefin.

Dortmund, Berghofen

, 24.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als vor eineinhalb Wochen bekannt wurde, dass der SV Berghofen und Trainer Thomas Sulewski zum Saisonende getrennte Wege gehen, stand der Verein vor einer großen Aufgabe. Denn eigentlich wollte er mit dem Erfolgstrainer, der mit den Berghoferinnen den Westfalenpokal gewann, auch weiterhin zusammenarbeiten.

Doch Sulewski entschied sich aus privaten Gründen dagegen, er will nach dreijähriger Zusammenarbeit eine Auszeit nehmen. Nun hat der Verein den Posten zur kommenden Spielzeit neu besetzt.

SV Berghofens Sportlicher Leiter: „Wir gehen einen neuen Weg“

Als Nachfolgerin verpflichtete der SV Berghofen mit Laura Marienfeld eine Trainerin. „Wir gehen einen neuen Weg, erstmals in der Vereinsgeschichte haben wir für unsere Erste Damenmannschaft eine Trainerin verpflichtet“ sagt der Sportliche Leiter Stephan Gebling. Die erst 25-jährige Laura Marienfeld, die von der Philosophie und dem Konzept des Vereins angetan ist, übernimmt ihre erste Trainerstelle als Hauptverantwortliche im Seniorenbereich.

Thomas Sulewski verlässt den SV Berghofen.

Thomas Sulewski verlässt den SV Berghofen. © Stephan Schuetze

Marienfeld (Inhaberin der B-Lizenz) absolviert momentan die Lehrgänge zur DFB-Jugendelite-Lizenz und ist derzeit Übungsleiterin der U17 des VfL Bochum. „Die Art und Weise wie Laura Marienfeld den Fußball sieht, hat uns in den Gesprächen die wir geführt haben stark beeindruckt“ freut sich Stephan Gebling auf die Zusammenarbeit.

Frühes, verletzungsbedingtes Karriereende bei Laura Marienfeld

„Ich hatte Glück im Unglück, aufgrund einer ausgekugelten Schulter verbunden mit mehreren Bandscheibenvorfällen musste ich meine Karriere als Spielerin früh beenden“ berichtet Marienfeld. Sie kickte zu der Zeit in der U17 des damaligen Zweitligisten FSV Gütersloh und war im Teilzeitinternat des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen in der Sportschule Kaiserau untergebracht.

Jetzt lesen

„Im Rahmen eines Praktikums habe ich dann dort einen Trainerlehrgang absolviert und die Trainertätigkeit als schöne Alternative für mich entdeckt“ ergänzt die neue Berghofer Trainerin. „Wir haben uns mit den Spielerinnen aus unserem Kader ausgetauscht und ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten“ ergänzt Stephan Gebling.

Die Entwicklung soll Richtung zweiter Liga gehen

Auch Laura Marienfeld sieht keine Probleme hinsichtlich der Akzeptanz durch die Mannschaft aufgrund es fehlenden Altersunterschiedes. Immerhin sieht man ja auch in der Bundesliga - bei Julian Nagelsmann etwa - dass es kein Problem sein muss, wenn der Chef jünger ist als ein Teil seiner Spieler. „Ein gutes Klima zwischen Mannschaft und Trainerin sind sehr wichtig. Ein gutes Training und offene Gespräche mit den Spielerinnen fördern die Akzeptanz“ weiß die neue Übungsleiterin, die sich bereits bei allen Spielerinnen telefonisch vorgestellt hat.

Aufgrund der momentanen Lage ist es natürlich schwierig, Ziele für die kommende Saison vorzugeben. „Die Spielerinnen sind jung, talentiert und motiviert. Die Basis passt, ich will die Entwicklung des Kaders mit einigen Neuzugängen Richtung zweite Liga vorantreiben“ ergänzt Laura Marienfeld, die sich beim letzten Spiel gegen den 1. FC Köln II persönlich ein Bild vom vorhandenen Kader machen konnte.

Lesen Sie jetzt