Thorsten Legat zum TuS Bövinghausen?

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Ex-Bundesliga-Profi Thorsten Legat verhandelt mit dem Fußball-Bezirksligisten Bövinghausen. Wie die Chancen stehen, den 50-Jährigen zu verpflichten, verrät der Vorsitzende Ajan Dzaferoski.

Dortmund

, 28.03.2019, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Bövinghausen gibt es vielleicht bald richtig Kasalla. Der Fußball-Bezirksligist steht vor der Verpflichtung von Thorsten Legat als Trainer. Dem Ex-Fußballprofi. Dem Käfigkämpfer. Dem Dschungel-Camper. Wer wissen möchte, wie der 50-Jährige tickt, kann ja ein bisschen Zeit in seinen Instagram-Account investieren. Der ist unterhaltsam. Versprochen. Genauso wie seine Fernsehinterviews.

Wer nach echten Typen sucht, in Bövinghausen ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in der kommenden Spielzeit einer zu finden. Am Sonntag hatte Legat sich schon das Meisterschaftsspiel des TuS in Nordkirchen angeschaut und über Instagram verkündet, dass er in Nordkirchen nicht aus privaten Gründen sei.

„Es stimmt, wir sind in Gesprächen mit Thorsten Legat. Es sieht auch gut aus. Die Entscheidung fällt spätestens Anfang Mai“, sagt Ajan Dzaferoski, Vorsitzender des TuS Bövinghausen. Ihm ist klar, dass die öffentliche Aufmerksamkeit sich erhöhen wird. Überall wo Thorsten Legat auftaucht, stehen Kameras. Alle hoffen auf das nächste Kultvideo.

Thorsten Legat zum TuS Bövinghausen?

Thorsten Legat versucht sich auch als Käfigkämpfer © picture alliance/dpa

Wie zum Beispiel ein Video, wie das bei seiner ersten Pressekonferenz für den „FC Reeeeeemscheid“ (Lautschrift Legat). „Kerle mit Eier inner Buxe. Die Investition von den Spielern wird am Tage geführt. Wenn die Leute meinen, sie müssten aufhören, nur weil sie den Finger gebrochen haben am Finger – Fußballspielen kann jeder!“ Nur einige Auszüge aus der Pressekonferenz. Moderator Klaas Heufer-Umlauf nannte Legat „ein Typ wie eine Faust.“ Der Ex-Profi des VfL Bochum fängt seine Sätze auch gerne so an: „Ein Thorsten Legat …“

Dzaferoski erhofft sich mit Legat nicht nur sportlichen Erfolg, „wir wären dann natürlich auch viel interessanter für Sponsoren. Es kommen wahrscheinlich auch mehr Zuschauer zu uns auf die Anlage. Wir sind dann in aller Munde“. Ein wichtiges Argument des Klubs für ein Ja von Legat wäre natürlich der Landesliga-Aufstieg. Mit dem 1:3 im Topspiel gegen den FC Nordkirchen hat das Team in der vergangenen Woche einen Rückschlag erlitten. Trotzdem hat die Mannschaft alles noch selbst in der Hand. Gewinnt der TuS alle restlichen Partien, steigt er auf. Zum zweiten Mal in Serie.

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Die Bezirksliga soll ohnehin nur eine Zwischenstation für den TuS Bövinghausen sein. Nach dem Erfolg bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft im Januar hatte Dzaferoski gesagt, dass der Klub in die Westfalenliga möchte. „Mindestens.“

Dafür hat er schon jetzt einen für die Bezirksliga überqualifizierten Kader zusammengestellt, unter anderem im Winter die drei Oberliga-Spieler Florian Juka, Dino Dzaferoski und Dejan Petrovic verpflichtet.

Aber was passiert eigentlich mit dem aktuellen Spielertrainer Sven Thormann, der das Team in die Bezirksliga geführt hat und kurz davor steht, mit dem Team in die Landesliga aufzusteigen?

„In einer Doppelfunktion als Spieler und Trainer ist es immer schwierig – und je höher man spielt, desto aufwendiger wird es. Eine Sache bleibt dabei immer etwas auf der Strecke, sodass man beide Aufgaben praktisch nicht zu 100 Prozent erfüllen kann“, sagt er auf Anfrage. „Der vergangene Sonntag ist da ein ganz gutes Beispiel. Ich selbst verschulde in Nordkirchen das 1:2, muss dann aber anschließend in der Analyse Fehler auch von anderen Spielern aufzeigen. Das wirkt dann schon etwas komisch.“

Thormann vielleicht nur noch Spieler

Zu 100 Prozent steht aber noch nicht fest, ob er den Trainerjob abgibt. Dzaferoski kann sich auch gut vorstellen, mit Thormann weiterzumachen, sollte Legat absagen. Thormann bleibt dem Klub definitiv erhalten. „Ich bin, was die Planungen für die kommende Saison betrifft, komplett eingeweiht. Wir sprechen derzeit, auch über meine künftige Rolle. Aber spruchreif ist da noch nichts. Und ich weiß auch noch gar nicht, in welche Richtung das gehen wird.“

Er kann sich auch gut vorstellen, nur als Spieler beim Klub zu bleiben. „Mit 29 denke ich noch nicht ans Karriereende.“ Sollte er dann unter Legat spielen, könnten beide zusammen richtig Kasalla machen.

Thorsten Legat war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
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