Noch steht nicht fest, in welcher Liga der FC Brünninghausen in der kommenden Saison antritt. Was aber schon klar ist: Im Tor wird definitiv jemand anderes stehen als in der aktuellen Saison.

Dortmund

, 24.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Nein, an Azmir Alisic liegt es nicht. Der Torhüter des FC Brünninghausen hält in dieser Saison, was zu halten ist. Trotzdem steckt er mit seinem Team tief im Abstiegskampf der Oberliga Westfalen. Sechs Spieltage vor Saisonende ist die Abstiegszone nur einen Punkt entfernt. Das 0:2 beim Tabellenletzten in Gievenbeck wirkt noch nach. Trotzdem wollte der 23-Jährige ganz gerne in Brünninghausen bleiben: „Ich hoffe schon, dass das klappt“, sagte er vor ein paar Wochen.

Bruderpaar im Oberliga-Tor

Nun ist klar: Aus Alisic‘ Plänen wird nichts, der Brünninghauser Stammtorhüter der aktuellen Saison muss sich für die kommende einen neuen Verein suchen: „Er ist ein richtig Guter, der keine Probleme haben wird, woanders unterzukommen“, sagt FCB-Geschäftsführer Klaus-Dieter Friers. Alisic selbst sieht es zwar ähnlich, hätte sich aber eine konkrete Ansage gewünscht: „Ich weiß es aus anderen Quellen schon seit einem halben Jahr, aber nicht vom Vorstand.“ Lediglich der Trainer habe ihn mal beiseite genommen: „Das finde ich schon schade, aber so ist das, Fußball ist kein fairer Sport.“

Torhüter-Karussell in Dortmund: FC Brünninghausen tauscht fast komplettes Torwart-Team aus

Azmir Alisic muss sich zur neuen Saison einen neuen Klub suchen. © Stephan Schuetze

Stattdessen wird in der kommenden Saison ein Dortmunder Bruderpaar um die Nummer 1 im Stadion am Hombruchsfeld kämpfen. Der 21-Jährige Leon Broda kommt vom ASC 09 Dortmund nach Brünninghausen, sein älterer Bruder Jan (29) vom Hombrucher SV. Von Alisic und Acil zum doppelten Broda: Für Brünninghausen ist es die B-Lösung: „Es war für mich klar, dass ich so langsam Spielpraxis sammeln muss“, sagt Leon Broda, „bei Aplerbeck ist das schwierig, weil Jan Held dem Trainer keinen Anlass gibt, zu wechseln.“

„Ein richtig guter Torhüter“

„Ich habe ihm ein bisschen Druck gemacht“, sagt Jan Broda mit einem Schmunzeln. Sein Wechsel stand schon ein bisschen früher fest. „Leon hat so lange überlegt, weil er sich in Aplerbeck wirklich wohlfühlt.“ Doch die alte Verbindung zu Klaus-Dieter Friers und die Chance, mit seinem Bruder zusammenzuspielen, war am Ende stärker: „Klaus-Dieter kennt mich schon seit ich ein kleines Kind bin“, sagt Jan Broda. Beim Derby flachste man über die kommende Saison – bevor aus Spaß Ernst wurde.

Klaus-Dieter Friers sagt: „Wir wissen, wie wichtig es ist, viele Dortmunder in der Mannschaft zu haben und die beiden passen als Typen super hier rein.“ Dabei ist noch gar nicht klar, in welcher Liga die Brüder in der kommenden Saison das Tor hüten werden. „Ich hoffe natürlich sehr, dass es die Oberliga wird“, sagt Leon Broda, „aber wenn nicht, ist es auch kein Weltuntergang. Ich will spielen.“

Familienfrieden ist nicht gefährdet

Den Konkurrenzkampf mit seinem acht Jahre älteren Bruder scheut er nicht: „Ich weiß noch gar nicht, wie es sein wird, ich hoffe natürlich, dass ich die Nummer 1 sein werde. Aber der Familienfrieden ist nicht gefährdet. Ich würde es Jan dann eher gönnen, wenn er spielt.“ Jan sagt: „Der Konkurrenzkampf ist offen, aber Leon ist schon der bessere Torwart, weil er teilweise noch verrückter ist als ich. Aber in bisschen kämpfen muss er schon.“

Beide kommen annähernd ohne Spielpraxis zum Oberligisten. Sechs Einsätze hatte Jan im Hombrucher Landesligateam, hat vorher sechs Jahre lang komplett wegen seines Studiums ausgesetzt: „Das ist jetzt abgeschlossen. Ich war dann öfter bei Leon zugucken und da hat es dann schon wieder in den Fingern gejuckt.“

Leon kommt auf noch weniger Einsätze in der aktuellen Saison, spielte zuletzt nach einer Verletzung von Jan Held im Derby gegen Holzwickede (2:1).

Banger Blick ins Internet

Bis zum Saisonende sitzt er aber wieder auf der Bank und solange geht der bange Blick nach jedem ASC-Spiel ins Internet: „Ja, man guckt schon immer mit einem Auge rüber nach Brünninghausen“, sagt Broda. Und den einen oder anderen Spruch von seinen Teamkollegen hat er auch schon kassiert, seit der Wechsel die Runde gemacht hat: „Aber sie würden mir die Oberliga natürlich gönnen. Und das Derby will ja auch jeder spielen.“

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Mo Acil bei einem seiner wenigen Einsätze im Kreispokal gegen den ASC. © Stephan Schuetze

Bleibt noch die Frage, was mit Muhammed Acil passiert, der mit dem FCB 2015 in die Oberliga aufstieg und schon seit 2013 Stammkeeper war, ehe er in diesem Sommer von Alisic abgelöst wurde. „Ich werde zur neuen Saison nach Holzwickede gehen“, sagt Acil, der über seine Ablösung und den anschließenden Umgang nicht immer glücklich war. Pikant: Auch der HSC spielt noch gegen den Abstieg aus der Oberliga - mit einem möglichen Finale im direkten Duell am letzten Spieltag.

Am vergangenen Wochenende wurde Acil nach einer „Dissonanz“ (Friers) mit dem Trainerteam aus dem Kader gestrichen: „Ich habe Mo über Ostern eine kleine Pause gegeben“, sagt Friers, „damit er vom Kopf her ein bisschen abschalten kann. Es ist doch klar, dass er unzufrieden ist“, sagt Friers.

Keine Suspendierung für Acil

Doch von einer Suspendierung will Friers nicht sprechen, im Gegenteil: „Solche Sachen gehören doch beim Fußball dazu. Es war nicht so dramatisch und wir müssen im Momentan einfach Ruhe bewahren.“ Das Tischtuch zwischen Acil und dem FCB sei nicht zerschnitten: „Ich möchte nicht, dass Mo, der hier lange gespielt hat, so einen Abgang bekommt.“ Ein Gespräch steht noch aus, das bestätigt auch Acil: „Wir werden auf jeden Fall nochmal sprechen.“

Priorität hat für Brünninghausen jetzt erst einmal der Klassenerhalt. Der Abstiegskampf zehrt an den Nerven: „Wir müssen zwei Teams hinter uns lassen“, sagt Friers: „Alle wollen nächstes Jahr wieder Oberliga spielen, nicht Westfalenliga.“ Und das gilt nicht nur für die Torhüter.

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