Torwartwechsel bei der BVB-U23: Gegen Wuppertal war Eric Oelschlägel nicht mal im Kader

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In der bisherigen Saison war Eric Oelschlägel der Stammtorhüter der BVB-U23. Gegen Wuppertal war er aber nicht mal im Kader. Stattdessen stand ein Spieler im Tor, dem die Zukunft gehören soll.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 26.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits bei der Generalprobe gegen Oberligist Meinerzhagen (2:1) hatte er gänzlich gefehlt – und war nun auch beim samstäglichen Pflichtspiel-Wiederauftakt gegen den Wuppertaler SV (3:1) nicht dabei. Für Eric Oelschlägel, immerhin anderthalb Jahre die Nummer eins von Dortmunds U23 und gleichzeitig dritter Keeper der Profi-Belegschaft, fand sich nicht mal ein Kaderplatz. In der Torwarthierarchie ist der 24-Jährige abgerutscht.

Statt Oelschlägel, der im Sommer 2018 ablösefrei von Werder Bremen kam, soll dem bundesweit hochgeschätzten Talent Luca Unbehaun die Zukunft gehören. Klar ist das schon länger. Nur weil eine Knie-OP den 18-Jährigen lahmlegte, wurde er nicht im vergangenen Sommer wie eigentlich angedacht aus der U19 in den U23-Kader befördert – und Oelschlägel doch noch ein neuer Einjahresvertrag angeboten.

Unbehaun bekommt die Chance, sich im Seniorenfußball zu beweisen

Der 1,93 Meter lange Ballfänger blieb also und zeigte in bisher 14 Regionalliga-Duellen gewohnt gute Leistungen im torwarttechnischen Kerngeschäft. Dass er seinen Platz jetzt für den deutlich jüngeren und in Gänze talentierteren Unbehaun frei machen musste, war dennoch abzusehen. Dieser Torhüter, seit Ende Oktober 2019 wieder im Spielbetrieb bei Dortmunds A-Junioren, solle nun „für höhere Aufgaben getestet werden“, bestätigte U23-Manager Ingo Preuß.

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Heißt übersetzt: Oelschlägel ist außen vor und wird – Stand jetzt – „nur“ noch am Profi-Training teilnehmen. Ob er sich damit zufrieden gibt, werden die nächsten Tage zeigen. „Eric wurde nicht ausgebootet“, bekräftigte Preuß. Ein vorzeitiger Wechsel in diesem Winter, so Dortmunds U23-Kaderplaner, sei zudem kein Thema. Um den einzufädeln, hätte Oelschlägel allerdings noch ein wenig Zeit. In Deutschland schließt das Transferfenster am 31. Januar.

Torwartwechsel bei der BVB-U23: Gegen Wuppertal war Eric Oelschlägel nicht mal im Kader

Luca Unbehaun (r.) stand im ersten Pflichtspiel 2020 für die BVB-U23 zwischen den Pfosten. © Bielefeld

Für Unbehaun jedenfalls ist das U23-Tor erst mal reserviert. Bei U19-Topspielen könnte er zwar noch mal für die Junioren auflaufen, bemerkte Preuß. Ansonsten bekomme der „junge, talentierte Torwart“ jetzt „die Gelegenheit, sich im Seniorenfußball zu beweisen“. Diese Perspektive war ihm von den BVB-Sportverantwortlichen schon vor Monaten aufgezeigt worden. Seit März 2019 ist Unbehaun in Besitz eines bis 2022 datierten Profikontrakts.

Gelungenes Debüt in der Regionalliga

Im Lager der Borussia halten sie generell große Stücke auf den in Bochum geborenen Schlussmann, der ein äußerst modernes Torwartspiel pflegt. Häufig hoch positioniert lauert Unbehaun mutig auf abzulaufende Schnittstellenbälle. Mit dem linken wie rechten Fuß kann der 1,86 Meter hoch gewachsene Keeper das Angriffsspiel einleiten, ist in der Lage, über die Kurz- und Langdistanz zu eröffnen – und unterscheidet sich insbesondere in dieser heutzutage so wichtigen Disziplin stark von Oelschlägel.

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Auf der Linie ist der zwar über jeden Zweifel erhaben, kann reaktionsschnell eingreifen und avancierte deshalb schon ab und an zum Matchwinner in der Regionalliga. Mit Ball am Fuß indes hat Oelschlägel Probleme, besitzt nicht Unbehauns Präzision und Timing in der Spieleröffnung. Insgesamt agiert er außerdem defensiver als dieser Jungspund, der nach dreieinhalb Jahren im BVB-Unterbau jetzt seine ersten Praxis-Erfahrungen im Herrenfußball sammeln darf – und gegen Wuppertal ein gelungenes Regionalliga-Debüt absolvierte.

Lucien Favre sieht starke Flugparade von Unbehaun

Der ebenfalls im Kreise von Dortmunds Bundesliga-Belegschaft trainierende Unbehaun leistete sich in der Anfangsphase zwar einen Stockfehler, war beim Gegentor jedoch machtlos und konnte sich in der 75. Minute spektakulär auszeichnen.

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Per Flugparade verhinderte er den 2:3-Anschlusstreffer des Wuppertaler SV, moderierte die sonstigen Aufgaben, die ihm der Gegner stellte, ohne viel Aufhebens, mit ruhiger Hand, ruhigem Fuß und klugem Kopf. Ganz so wie gewöhnt und gewünscht. Dortmunds oberster Fußballlehrer Lucien Favre sah auf der Tribüne zu.

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Der Schweizer hat Unbehaun bereits einmal in den Pflichtspielkader aufgenommen, seinerzeit Anfang Februar 2019 beim Pokalaus im Achtelfinale gegen Werder Bremen (5:7 n. E.). Die etatmäßigen Torleute Roman Bürki und Marwin Hitz waren da beide nicht dienstfähig. Also rückte Unbehaun auf die Ersatzbank – und Oelschlägel, damals noch die klare Nummer drei, ins BVB-Gehäuse. Seither hat sich einiges geändert.

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