Trennung von Schott schweißt Wickede zusammen

Fußball: Westfalenliga 2

Wer weiß, was passiert wäre, hätten Verein und Trainer schon nach dem ersten Spieltag die Trennung bekanntgegeben? Jedenfalls legte Westfalia Wickede nach der Entscheidung im November, dass Marko Schott zum Saisonende beim Fußball-Westfalenligist geht, eine beeindruckende Bilanz von 15 Punkten aus sechs Spielen hin. Und die Westfalia hat noch große Ziele.

Dortmund

, 20.02.2017, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trennung von Schott schweißt Wickede zusammen

Eine eindrucksvolle Serie hat Westfalenligist Westfalia Wickede seit der Bekanntgabe vom Abschied des Trainers Marko Schotts hingelegt.

Für den Aufstieg reicht es bei 16 Punkten auf Spitzenreiter Westfalia Herne wohl nicht mehr. Marko Schott, der den Verein nach elf Jahren verlässt, möchte – wie seine Jungs – nicht einfach so gehen: „Wir wollen eine Rückserie hinlegen, von der wir uns in Jahren noch erzählen.“ Kapitän Anil Konya bekräftigt: „Wenn diese Mannschaft, obwohl sie in dieser Konstellation nicht bestehen bleibt, es schafft, eine beeindruckende Saison hinzulegen, werden wir dieses Team wohl nie vergessen.“

Außergewöhnliche Entwicklung

Viel spricht dafür. Denn, dass sich eine Mannschaft weiterentwickelt, obwohl sie zum Teil auseinandergeht, ist in der Tat außergewöhnlich. Ein Torverhältnis von 18:5 belegt, dass sich dieses Team nicht nur eingespielt hat, sondern stetig weiter an sich arbeitet.

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Ein Blick zurück zum 6. November: Schott teilte der Mannschaft vor dem 3:0-Sieg gegen den DSC Wanne-Eickel mit, er sei kommende Spielzeit nicht mehr Trainer. Es folgten Gerüchte über zahlreiche Abgänge zur Winterpause. Sogar das Wort Auflösungserscheinungen machte die Runde. Die Mannschaft aber schwor sich ein, zusammenzubleiben: „Wir wollten natürlich, dass Marko stolz auf uns ist. Aber nach fünf Jahren im Verein habe ich es als Kapitän als meine Aufgabe angesehen, die Jungs dafür zu motivieren, sich anständig zu verabschieden“, erinnert Konya an die entscheidende Sitzung.

Schott: "Zeichen für Charakterstärke"

Schott, der zum Oberligisten Westfalia Rhynern geht, rechnet es der Mannschaft hoch an: „Wie sie seitdem spielt, werte ich als deutliches Zeichen, als Zeichen für Charakterstärke. Ob es nur mit meinem Wechsel zusammenhängt, weiß ich gar nicht. Wir hatten uns schon zuvor eine Leistungssteigerung vorgenommen.“ Aber der Schwur  hat wohl doch den Ausschlag gegeben.

Der Trainer bezieht die gesamte Mannschaft in sein Lob ein, aber es gilt ein besonderes Lob natürlich auch dem vorausgehenden Konya.  Und er sieht weitere Eckpfeiler: „Bei Marcel Großkreutz beispielsweise haben wir gedacht, da er zuvor oft verletzt war: Selbst wenn er nur fünf Spiele macht, hilft er uns mit seiner Routine weiter. Mittlerweile sind es 16.“

Fester Stamm als Erfolgsgeheimnis

Auch die Namen Lukas Homann, Sebastian Schröder und Nils Dietz hebt er hervor. Aber dann folgt doch wieder der Hinweis auf das Kollektiv: „Wir sind auch so erfolgreich, weil wir seit Wochen einen festen Stamm haben.“ Dazu passt die geringe Anzahl an Gegentoren von fünf, davon drei aus der einzigen Niederlage seit der Bekanntgabe gegen Lünen: „Unsere Kette ist eingespielt.“ Gleiches treffe auf die Offensive zu.

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Insgesamt arbeite sein Team immer besser gegen den Ball. Diese Entwicklung sei neben dem Charakter und dem Eingespieltsein mit der Schlüssel zum Erfolg. Am Sonntag bekam der ambitionierte Holzwickeder SC (3:0) die geballte Wickeder Mentalität zu spüren. In Horst-Emscher soll der Siegeszug der Westfalia weiterfahren. Momentan scheint es so, als könnte keiner ihn aufhalten.

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