Trio mit 78 Toren kehrt Landesliga-Aufsteiger TuS Bövinghausen den Rücken

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Dennis Gazioch, Sascha-Marc Reinholz und Matteus Ayala Cardoniz waren in der Bezirksliga das offensive Traumtrio des TuS Bövinghausen. Doch im Landesliga-Team des Aufsteigers sind sie nicht.

Dortmund

, 20.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Sie waren die Zuckertruppe der vergangenen Saison im Sturm des TuS Bövinghausen. Zusammen gehen 78 Tore auf das Konto von Sascha-Marc Reinholz (28 Tore), Matteus Ajala Cardoniz (26) und Dennis Gazioch (24). Mit Blick auf die gesamte Torausbeute (95) des Bezirksliga-Tabellenersten kann man getrost sagen, dass die drei mehr als nur einen maßgeblichen Anteil am Aufstieg des TuS Bövinghausen haben. Oder wie Dennis Gazioch es formuliert: „Ohne uns wäre der Klub nicht da, wo er jetzt ist.“

Angesichts solcher Verdienste und sportlichen Qualität stellt sich die Frage, warum nicht mal einer aus dem Trio der Torgaranten noch zur neuen Mannschaft von Trainer Thorsten Legat gehört. Alle drei verlassen den Verein. Reinholz und Gazioch bleiben in Dortmund. Cardoniz sagte auf Anfrage, seine weitere sportliche Zukunft werden sich in den nächsten Tagen entscheiden.

Genug Qualität für die Landesliga

Nicht gut genug für die Landesliga? „Also wenn mal was falsch ist, dann das. Lächerlich“, sagen Gazioch und Reinholz unisono. „Vor der Landesliga hätten Dennis und ich aber sowas von überhaupt keine Angst haben müssen. Und natürlich gilt das auch für Matteus, der nicht nur in der Bezirksliga ein Riesenfußballer ist“, sagt Sascha-Marc Reinholz.

Und es ist auch nicht so, dass der TuS Bövinghausen sie nicht mehr in seinen Reihen wollte. „Ja“, sagt Reinholz, „der Verein ist an mich herangetreten, hat mir ein Angebot für die Landesliga gemacht.“ Aber zu diesem Zeitpunkt war Reinholz schon längst nicht mehr glücklich bei dem Klub. Der beste Torschütze der Saison fühlte sich im Verein nicht mehr wertgeschätzt, war unter anderem immer noch angefressen davon, dass man ihm mit einem Federstrich mitten in der Saison die prestigeträchtige Rückennummer 10 genommen und an den neu verpflichteten Florian Juka gegeben hatte. Dass Reinholz trotz solcher Stimmungskiller weiterhin seine Leistung brachte, blieb im Amateurfußball-Umfeld nicht unbemerkt. Sowohl Westfalenligist BSV Schüren als auch Landesliga-Topteam FC Frohlinde zeigten Interesse an dem 25-Jährigen. Letztlich wurde es aber Bezirksligist Rot Weiß Germania. „Den Ausschlag hat am Ende gegeben, dass ich da einfach ein paar Jungs kenne, mit denen ich gerne spielen will. Das Ganze soll ja auch noch Spaß machen. Und wenn das so ist, ist die Liga gar nicht mehr so wichtig.“

Gute Truppe, aber kein Team

Ein Satz, den wohl auch Dennis Gazioch unterschreiben würde. Auch ihn wollte Bövinghausen halten, aber auch er war nicht mehr zufrieden im Verein. „Bövinghausen, das war für mich eine gute Zeit, das war eine gute Truppe, aber das war kein Team. Da waren viele individuell gute Spieler, aber keine zusammengeschweißte Mannschaft. Und dass es jetzt auch keine Saisonabschlussfahrt gibt, überrascht mich ehrlich gesagt nicht“, sagt Gazioch. An der Entscheidung Gaziochs, den Verein zu verlassen, änderte dann auch nichts mehr, dass ihn Neutrainer Thorsten Legat nochmal extra beiseite nahm, um ihn zum Bleiben zu bewegen.

Dennis Gazioch zieht es nun zu Phönix Eving in die Kreisliga B. Sportlich ist das zwar sicher nicht die größte Herausforderung für den bald 35-Jährigen Knipser. Aber im Zusammenhang mit seinem Gang zu Phönix steht auch noch ein Jobangebot außerhalb des Fußballs, „Und das hört sich für mich richtig gut an und wird in meinem Leben sicher einiges verändern. Vorher haben zwar auch schon Bezirks-, Landes- und auch ein Westfalenligist bei mir angefragt, aber für Eving habe ich mich jetzt entschieden. Bövinghausen ist nun Teil meiner Vergangenheit.“

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