Trotz 1:1 in Bonn: Beim BVB II gibt es zwei Gewinner - und bald vielleicht ein neues System

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Dem BVB II gelingt die Wiedergutmachung nach dem 1:2 gegen Lippstadt nur „so halb“. Zwei Spieler dürfen sich dennoch als Gewinner fühlen. Und Trainer Mike Tullberg erwägt nun eine Systemänderung.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 20.10.2019, 15:40 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eric Oelschlägel war der eine, der sich hervortat. Beim 1:1 von Dortmunds U23 gegen den Bonner SC rettete der Torhüter zweifach in höchster Not, bestätigte damit seine Fähigkeiten auf der Linie.

Der andere Akteur, der sich zumindest als Gewinner fühlen durfte, war Gianluca Rizzo, seinerseits Stürmer. Erstmals seit dem 18. Mai war der bislang mit so wenig Einsatzzeit bedachte 22-Jährige wieder erfolgreich. Sein Tor in der 82. Minute ermöglichte das Remis, das Oelschlägel in der Nachspielzeit mit seiner zweiten Großtat festhielt.

Reaktion auf Lippstadt-Spiel gelingt „nur so halb“

Aber Fußball ist freilich Mannschaftssport – und so stand den Gelobten später keine Spur von Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben. Rizzo sprach davon, dass der BVB „nach dem 1:2 gegen Lippstadt eine Reaktion zeigen wollte, das ist uns heute so halb gelungen.“

Den Punkt fasste er wegen des späten Ausgleichs als Gewinn auf, ärgerte sich aber gleichfalls über zu wenige spielerische Lösungen, „die natürlich auch nicht ganz so einfach zu finden waren auf diesem Rasen.“

Rizzos Verweis war wohlgemerkt völlig korrekt, war der Untergrund doch ein völlig ramponierter, vom Regen durchweichter Rasen, auf dem das Kombinieren unweigerlich schwerer fiel. Trainer Mike Tullberg forderte das zwar ein, wies seine Auserwählten laut eigener Aussage jedoch ebenso darauf hin, „einfach mal einen Ball wegzuschlagen“, wenn die Situation zu heikel sei.

BVB leistet sich erneut „riesigen Fehler“

„Nicht so viel Dribbeln“ war die Vorgabe des 33-Jährigen. Dennoch leistete sich der BVB erneut einen „riesigen Fehler“ (Tullberg). Marco Hober verlor den Ball in der eigenen Hälfte – wenige Sekunden später fiel das 0:1 (40.).

Ärgerlich fürs ganze Kollegium, das ingesamt zu viele Wackler einstreute. „Nach dem Spiel gegen Lippstadt ist die Brust halt nicht so breit“, meinte BVB-II-Manager Ingo Preuß, der Defizite sowohl mit als auch ohne Ball ausgemacht hatte.

Dass die Borussia zuweilen „wenig Zugriff aufs Spiel hatte“, so Preuß, habe an „einigen Stellungsfehlern“ gelegen. Häufig habe sich ein Mittelfeldspieler in die Abwehrkette fallen lassen, „dann waren wir plötzlich zu fünft hinten, hatten aber einen Spieler zu wenig, der sich um die zweiten Bälle kümmern konnte.“

BVB-Trainer Mike Tullberg denkt an Systemumstellung

Ein Makel, der mit der „Tagesform“ zusammenhänge, sagte Preuß, der trotzdem zu Recht von einem „verdienten, erkämpften 1:1 sprach“. In Gänze taten sich beide Teams nicht viel. Ein Umstand, der den BVB trotz widriger Platzverhältnisse nicht zufrieden stellt.

Und so überlegen Dortmunds Macher, künftig mit veränderter Sytematik anzutreten, statt des 4-3-3 im 4-4-2. „Es kann förderlich sein, mehr Leute in der Box zu haben“, erklärte Preuß. Wichtig sei, gute Flanken zu schlagen und Abnehmer in der Mitte zu platzieren, das funktioniere auch mit der bislang praktizierten 4-3-3-Anordnung. Über die Installation der Doppelspitze würden sich Dortmunds Verantwortungsträger mit Tullberg an der Spitze trotzdem beraten.

Im Anschluss an das Bonn-Spiel indes beschäftigte den Dänen zunächst etwas völlig Anderes, nämlich die zuweilen sogar gut hörbaren verbalen Entgleisungen des Gegners. „Da sind Worte gefallen, die weit unter der Gürtellinie liegen“, sagte Tullberg. Ebenso verärgert war er, dass Bonns Torwart Robin Benz nach einem Tritt gegen Kapitän Joseph Boyamba keine Rote Karte bekam. Und mindestens unsportlich war, dass hinter dem BVB-Tor ein Lautsprecher Schmähgesänge abspielte, gut hörbar für das Rasenpersonal – und wohl zur Provokation gedacht.

Rizzo stürmt an der Seite von Steffen Tigges

Rizzo ließ sich davon nicht beirren. War er in sechs Teileinsätzen zuvor höchstens für eine Viertelstunde gebraucht worden - unter seinem Bilanzstrich stehen jetzt 90 Spielminuten -, durfte er diesmal ab der 65. Minute neben Fixpunkt Steffen Tigges stürmen und auf dessen Flanke einköpfeln.

„Klar ist es nicht schön, sich hinten anstellen zu müssen“, bekannte er. „Ich warte aber auf meine Möglichkeiten. Die heute habe ich genutzt.“ Preuß sagte: „Wenn man als Joker reinkommt und trifft, hat man sich weitere Chancen verdient.“ Vielleicht ja schon am Mittwoch gegen Aachen im Zweierangriff neben Tigges.

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