Trotz Freigabe: Manche Probleme bleiben

Sporthallen als Notunterkunft

Es war eine gute Botschaft für den Sport, die die Stadt Dortmund Ende Januar verkündete: Im Zuge der Verwaltungsvorstandssitzung wurde die Entscheidung gefällt, schnellstmöglich zwei als Notunterkunft genutzte Sporthallen freizuziehen. Auch die aufgrund maroder Decken gesperrten Hallen sind saniert und freigegeben. Entstandene Probleme könnten sich bei betroffenen Vereinen dennoch langfristig auswirken.

Dortmund

, 07.02.2016, 12:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flüchlingsunterkunft in den Sporthallen Brüggemannstraße.

Flüchlingsunterkunft in den Sporthallen Brüggemannstraße.

Zuletzt wurden drei Sporthallen als Notunterkunft genutzt. Wieder frei werden die Halle der Albrecht-Dürer-Realschule in Aplerbeck und die Sporthalle an der Kreuzstraße. Die dort untergebrachten Menschen wurden bereits in Wohnungen und Gemeinschaftsquartieren untergebracht. Via dem Kurznachrichtendienst Twitter zitierte die Stadt Dortmund Sozial- und Sportdezernentin Birgit Zoerner während einer Pressekonferenz: „So lange wir die Möglichkeit haben, nutzen wir keine Sporthallen mehr“.

Der Komplex der Brügmann-Hallen wird hingegen weiterhin als Notunterkunft genutzt. Bereits seit 2012 dient der Komplex immer wieder als Notunterkunft.

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Durch den Verlust der eigenen Heimspielstätte oder schlechte Trainingsmöglichkeiten ist in den vergangenen Monaten für manche Vereine, wie beispielsweise für die Basketballer des SVD 49, eine schwierige Situation entstanden. Die dürfte die ihnen gerade im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit nachhaltig schwer zu schaffen machen. So mussten viele der jungen Sportler beispielsweise quer durch die Stadt pendeln, um die Ausweich-Trainingsstätten zu erreichen.

Ausweichen muss auch die Tischtennis-Abteilung des BVB 09. Die Teams um das Aushängeschild der 2. Bundesliga spielen jetzt anstatt im Brügmann-Komplex in Lanstrop. „Das ist für die Vereine sicherlich weit mehr als nur Aufwand“, sagt Mathias Grasediek, Geschäftsführer des Stadtsportbundes (SSB). Es habe aufgrund dessen sicherlich auch Austritte aus den Vereinen gegeben. „Sorgen sind da.“

Kein genaues Datum

Die Bemühungen der Sportler seien jedoch groß gewesen. So habe man vereinzelt Trainingszeiten zusammenlegen können. Grasediek betont gleichzeitig den guten Austausch mit der Politik. Was die maroden Hallen-Decken betreffe, habe man schnell gehandelt und sorgfältig nach einer Prioritätenliste gearbeitet. „Das wurde zum Glück behoben“, so Grasediek.

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Für die Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen zeigt der Geschäftsführer des SSB Verständnis: „Wir haben die Not der Menschen gesehen.“ Schwierig sei, dass die Problematiken parallel aufgetreten seien. Langfristige Lösungen seien wichtig. Gleichzeitig lobt Grasediek vor allem die Sportler selbst für ihre Haltung: Es gebe kaum Murren, und sie stimmten sich, so gut es geht, untereinander ab.

Ein genaues Datum, wann in Aplerbeck und an der Kreuzstraße wieder Sport stattfinden kann, gibt es bisher nicht. Das hänge davon ab, in welchem Ausmaß weitere Arbeiten nötig seien, heißt es vonseiten der Stadt. An die Mitglieder betroffener Vereine appelliert Grasediek, durchzuhalten. 

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