TSG Schüren feiert Aufstieg mithilfe von zwei Hochzeiten und einem Versprechen

Handball

TSG Schürens Udo Fricke trug nicht unwesentlich zum Kreisligatitel und Bezirksliga-Aufstieg der Handballer bei. Ebenfalls entscheidend? Seine zwei Töchter und ein „Bierdeckelvertrag“.

20.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
TSG Schürens Vorsitzender Udo Fricke (re.) freut sich mit Patrick Drees (li.) und Marc Lauritsch über den unangefochtenen Meisterschaftsgewinn und den Aufstieg in die Handball-Bezirksliga.

TSG Schürens Vorsitzender Udo Fricke (re.) freut sich mit Patrick Drees (li.) und Marc Lauritsch über den unangefochtenen Meisterschaftsgewinn und den Aufstieg in die Handball-Bezirksliga. © Ludewig

Wer meine Töchter will, muss bei der TSG Schüren spielen“, formulierte Udo Fricke vor geraumer Zeit mit dem ihm eigenen Humor. Ein Satz wie in Stein gemeißelt, aber nicht wirklich ernst gemeint. Aus dem Jux wurde nun indes doch Realität. Nach längerer schöpferischer Funktionärspause bei der TSG seit einem Jahr Vorsitzender des Gesamtvereins, zog Fricke, über die städtische Szene hinaus als Schürens „Mister Handball“ wahrlich kein unbeschriebenes Blatt, die Schwiegersohn-Nummer nun zur Saison 2019/20 durch.

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Die Familien-Maßnahme griff. Das Resultat lässt sich sehen. Nach Jahren sportlicher Tristesse meldete sich der Traditionsklub aus dem Dortmunder Süden mit dem von der momentanen Corona-Pandemie völlig unabhängigen und souveränen Titelgewinn in der Kreisliga und dem Aufstieg in die Bezirksklasse eindrucksvoll zurück. Einen nicht unmaßgeblichen Anteil an der aktuellen Schürener Erfolgsstory dürfen die „dingfest“ gemachten Schwiegersöhne bei allem gebührenden Respekt vor der restlichen TSG-Gemeinde für sich in Anspruch nehmen.

Zum Ausklang ihrer sportlichen Laufbahn schlüpften Rückraum-Allrounder Marc Lauritsch, seit acht Jahren mit Fricke-Tochter Nina verheiratet, und Linskaußen Patrick Drees, der im letzten Oktober deren Schwester Nadja in den Hafen der Ehe führte, ins Schürener Trikot. Der 40-jährige Lauritsch war zuvor lange als Spieler für die Hombrucher Westfalia im Einsatz, ist dort seit einiger Zeit erfolgreich Trainer des Verbandsligateams und zudem mit Oberliga-Erfahrung ausgestattet.

Marc Lauritsch: „Die Mannschaft hätte den Aufstieg auch ohne uns geschafft“

Patrick Drees, 34 Jahre alt, bewegt sich im Status eines Urgesteins beim Landesligisten Borussia Höchsten – ein Wechsel eigentlich undenkbar. „Ausschlaggebend war für mich neben der familiären Situation der richtige Zeitpunkt, noch einmal etwas anderes zu unternehmen. Und in Schüren entwickelt sich etwas“, erläutert Drees seine Wechselentscheidung. Lauritsch seinerseits löste mit eben dieser ein gegenüber Fricke vor langer Zeit gegebenes und per „Bierdeckelvertrag“ fixiertes Versprechen ein.

Das Meisterteam der TSG Schüren: (Oben v.l.) Sebastian Kolek, Julian Boelsen, Nicolas Buchta, Marc Lauritsch, Johannes Friedrich, Jonathan Arndt. (Mitte v.l.) Trainer Dimitri Strauch, Simon Hintzen, Marcel Schumacher, Jan Neeseker, Robin Markwort, Tim Strotkötter, Athletiktrainer Marvin Pach.(Unten v.l.) Felix Jacobs, Alexander Grund, René Potthoff, Daniel Sommer, Patrick Drees, Sven Linnebank (es fehlen Marcus Viefhaus, Matthias Burkart und Achim Wehrmann).

Das Meisterteam der TSG Schüren: (Oben v.l.) Sebastian Kolek, Julian Boelsen, Nicolas Buchta, Marc Lauritsch, Johannes Friedrich, Jonathan Arndt. (Mitte v.l.) Trainer Dimitri Strauch, Simon Hintzen, Marcel Schumacher, Jan Neeseker, Robin Markwort, Tim Strotkötter, Athletiktrainer Marvin Pach.(Unten v.l.) Felix Jacobs, Alexander Grund, René Potthoff, Daniel Sommer, Patrick Drees, Sven Linnebank (es fehlen Marcus Viefhaus, Matthias Burkart und Achim Wehrmann). © Verein

Wie auch immer - über den Wert ihres Beitrages zum sportlichen Erfolg gibt es keine zwei Meinungen. Neben all ihrer höherklassigen Erfahrung heißt das in nackten Zahlen: Lauritsch führt die interne Torschützenliste mit 111 Treffern an. Für Drees stehen, obwohl nach vorhergegangener Rippenverletzung erst seit November am Ball, 40 Tore zu Buche. „Ihre Routine hat mitgeholfen. Vor allem haben die zwei die Jungs um sich herum besser gemacht“, befindet Trainer Dimitri Strauch, im dritten Jahr bei den Grünweißen an der Linie verantwortlich. Allerdings relativiert Lauritsch auch: „Ich denke, die Mannschaft hätte den Aufstieg ebenso ohne uns geschafft, vielleicht nicht mit dieser Souveränität.“

TSG Schüren feiert nach dem Saisonabbruch insgesamt drei Aufstiege

Bis zum Saisonabbruch dominierte die TSG die Liga ungeschlagen mit neun Punkten Vorsprung, büßte lediglich einen Zähler ein. Strauch: „Die personelle Grundstruktur war gegeben. Letztendlich waren wir im Vergleich zur Konkurrenz in der Breite besser aufgestellt.“ Für die Herausforderung auf Bezirksebene sieht er, weiter mit Lauritsch und Drees, die Qualität vorhanden. Der Ansatz, wieder an frühere große Zeiten in der Halle Gartenstadt anzuknüpfen, scheint geschafft.

Seit seiner Amtsübernahme hat Fricke gemeinsam mit Geschäftsführer Fredi Grün, Kassierer Frank Witte und Abteilungsleiter Roland Pach dem Schürener Handball frisches Leben eingehaucht. Das unterstreichen auch die Aufstiege der zweiten Herrenmannschaft in die 1. Hallenklasse und der Frauen in die Bezirksliga. Keine Frage: Bei der TSG bewegt sich etwas.

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