Türkspor Dortmund verliert seinen Vizekapitän - der hatte bereits verlängert

rnFußball-Bezirksliga

Türkspor Dortmund muss ab der kommenden Saison ohne seinen Vizekapitän auskommen. Der Tabellenführer der Bezirksliga 8 verliert wegen interner Streitigkeiten eine Identifikationsfigur.

Dortmund

, 14.05.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im beinahe wöchentlichen Rhythmus verkündet Türkspor Dortmund neue Top-Transfers. Erst kürzlich vermeldete der aktuelle Tabellenführer der Fußball-Bezirksliga 8 den Wechsel von Maurice Temme zum Dortmunder Klub. Tags zuvor stellte Türkspor Tim Eibold als neuen Sportdirektor vor. Beide kommen vom Oberligisten Westfalia Herne.

Doch die Dortmunder müssen auch personelle Rückschläge hinnehmen. So hat eine Türkspor-Identifikationsfigur sich kurzerhand entschlossen, dem Verein den Rücken zu kehren - trotz Verlängerung für die kommende Saison. Die Rede ist hierbei vom Türkspor-Vizekapitän.

Leitwolf tritt ab

Tolga Buyruk (29) wird in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot des wahrscheinlichen Landesliga-Aufsteigers überstreifen. Der Verteidiger, der in den eineinhalb Jahren bei Türkspor zum Leitwolf gereift und mit dem Verein unter anderem von der Kreisliga A in die Bezirksliga aufgestiegen war, habe sich schweren Herzens dazu entschlossen, den Klub zu verlassen - und das, obwohl er für die neue Saison vor kurzem erst zugesagt hatte.

Tolga Buyruk verlässt Türkspor Dortmund.

Tolga Buyruk verlässt Türkspor Dortmund. © Schaper

Buyruk bestätigte den Abschied am Telefon. „Ja, es stimmt, dass ich Türkspor verlasse. Ich hatte auch verlängert, aber es gab einige Meinungsverschiedenheiten zwischen mir und dem Trainerteam. Es hat zwischen uns einfach nicht mehr gepasst. Leider musste ich mich dann gegen Türkspor entscheiden, auch wenn diese Entscheidung nicht vom Herzen kommt“, sagt Buyruk, der sich bei Verein, Vorstand, Mitspielern und Fans für die „schöne, gemeinsame Zeit“ bedankt.

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Ins Detail gehen ob der Trennungsgründe wollte Buyruk nicht. Dass sein Abgang mit den vielen Transfers zutun habe, die Türkspor zuletzt getätigt hat, verneint der 29-Jährige aber. „Mit den Spielern hat das überhaupt nichts zutun. Ich habe in der Oberliga und in der Westfalenliga gespielt. Der Konkurrenzkampf ist für mich kein Problem“, bekräftigt Buyruk, der mittlerweile einige Anfragen von anderen Klubs bekommen habe - von Bezirksliga bis zur Westfalenliga.

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Auch zwischen dem A-Ligisten SG Gahmen und Buyruk gebe es Kontakt. Das liegt aber vor allem daran, weil Bülent Kara, ehemaliger Türkspor-Trainer, nun Coach bei der SGG ist. Buyruk macht klar: „Gahmen ist eine Option für mich. Ich möchte aber ein paar Tage überlegen. Bülent Kara ist sehr menschlich, hat eine große Persönlichkeit, wir haben ja schon damals zusammengearbeitet. Bei Türkspor wurde es zuletzt leider kälter“, sagt Buyruk, ohne ins Detail zu gehen.

Abschlussgespräch mit Reza Hassani

Reza Hassani, Coach von Türkspor Dortmund, hatte am Montagabend ein abschließendes Gespräch mit Buyruk. „Wir schätzen uns sehr, sind aber zum Entschluss gekommen, dass es für beide Parteien besser ist, wenn man sich sauber trennt“, sagt Hassani, der Buyruk als „feste Größe“ beschreibt, „die wir auch eingeplant haben“. Doch wie Buyruk beschrieb auch Hassani Spannungen zwischen dem Trainerteam und dem Vizekapitän.

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„Wir wären auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. Deswegen macht es keinen Sinn, auf Biegen und Brechen die Zusammenarbeit zu Ende zu bringen“, so Hassani weiter, der betont: „Wir können den Abgang auffangen, wir sind qualitativ sehr gut aufgestellt, bedanken uns bei Tolga aber für seine herausragende Leistung. Er hat einen sehr großen Anteil am Erfolg“, sagt Hassani.

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