TuS-Gegner Deuten mit erstaunlicher Entwicklung

Fußball: Landesliga-Relegation

Vom Dorfverein zu einer der besten Adressen im Dorstener Fußball: Der SV RW Deuten hat in den vergangenen zehn Jahren eine erstaunliche Entwicklung hingelegt. Der Aufstieg in die Landesliga wäre der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Das 1700-Einwohner-Dorf ist elektrisiert: Zum Relegationsfinale gegen den TuS Eichlinghofen (Sonntag, 15 Uhr) werden mehrere Fanbusse eingesetzt.

DORSTEN

, 11.06.2016 / Lesedauer: 3 min

Vor zehn Jahren kickten die Deutener noch in der Kreisliga A und rieben sich Jahr für Jahr im Abstiegskampf auf. Ein bröckelndes Vereinsheim und ein schlimmer Ascheplatz - die Anlage am Bahndamm war auch nicht reif für mehr. Doch mit dem Bau des Rasenplatzes begann 2005 der Aufwärtstrend der Rot-Weißen, die größtenteils in Eigenregie auch das modernste Vereinsheim samt Kabinengebäude in ganz Dorsten bauten und 2013 einweihten.

Unglückliche Niederlage

Auch sportlich geht es seit Jahren aufwärts, Deuten gehört zur Spitzengruppe der Bezirksliga 11 und verpasste den Landesliga-Aufstieg mehrfach knapp. Am dichtesten dran war die Mannschaft vor drei Jahren, als sie im Finale der Aufstiegsrelegation unglücklich mit 1:2 an Vestia Disteln scheiterte.

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RW Deuten - VfR Wellensiek

Der SV RW Deuten steht im Finale der Aufstiegsrelegation zur Fußball-Landesliga. Im Halbfinale am Donnerstagabend gewann Deuten mit 5:1 gegen den VfR Wellensiek. Entsprechend groß war der Jubel bei Spielern und Fans.
09.06.2016
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Die Final-Humba nach den Spiel.© Foto: Große Geldermann
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Ausgerechnet auf der Anlage des damaligen Gegners können die Deutener diese Schmach am Sonntag tilgen. Dabei startete die Mannschaft von Frank Frye, der vor der Saison den langjährigen Trainer Michael Hellekamp ablöste, fast schon widerwillig in die Aufstiegsrunde. Zu frisch waren die Erinnerungen an 2013, zu gering erschien die Chance bei nur einem Aufsteiger unter zwölf Teams.

14 Tore in drei Partien

Doch der lockere 5:1-Auftaktsieg gegen Lohauserholz-Daberg weckte den Ehrgeiz in der spielstarken Truppe. Es folgten ein 4:2 gegen den SV Wilmsberg und am Donnerstag ein beeindruckendes 5:1 gegen den VfR Wellensiek. 14 Tore in drei Spielen bestätigen den Trend der Saison in der Bezirksliga 11 (87 Treffer). Keine Frage, die Offensive ist das Prunkstück der Deutener. Die schnellen Spitzen sind wie gemacht für die präzisen Zuspiele des ehemaligen Oberliga-Spielers Tobias Urban, der auch selbst immer für ein Tor gut ist.

Die gefährlichste Waffe kam vor der Saison vom (ungeliebten) Nachbarn aus Lembeck und heißt Steffen Rekers. Bei seinem Heimatverein hatte er die A-Liga kurz und klein geschossen, ein paar Kilometer von Zuhause entfernt macht er eine Spielklasse höher einfach genauso weiter.

"Wir haben einfach den Punch"

Nach 24 Ligatoren traf er in allen drei Relegationsspielen doppelt - und versetzt selbst seinen Trainer in Erstaunen: "Wir haben im Moment einfach den Punch und nutzen unsere Chancen sehr, sehr effektiv", sagt Frye, der vor dem Finale betont nüchtern bleibt: "Eichlinghofen hat eine sehr starke Mannschaft. Am Ende wird entscheidend sein, wer die meisten Kräfte mobilisieren kann."

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