Wer ist Dortmunds Nummer eins? Der TVE Barop und SVD kämpfen um die Basketball-Vormachtstellung

rnDoppel-Interview

Dortmunds beste Basketballer messen ihre Kräfte: Der TVE Barop empfängt den SVD 49 Dortmund. Seit dem letzten Aufeinandertreffen hat sich viel getan – auf beiden Seiten. Das große Doppel-Interview.

Dortmund

, 08.11.2019, 13:31 Uhr / Lesedauer: 4 min

Der Saisonstart verlief für Dortmunds Topklubs holprig. Der SVD, als Absteiger aus der 1. Regionalliga mit rundum erneuertem Kader und neuem Trainer an den Start gegangen, steht nach fünf Spieltagen punktgleich mit dem TSVE Bielefeld und Aufsteiger BC Soest auf dem letzten Rang.

Nur einen Sieg mehr hat der TVE, der ebenfalls mit neuem Chefcoach in die Saison gegangen ist und einige Abgänge zu ersetzen hatte, auf dem Konto. Im Doppel-Interview sprechen die Übungsleiter Felix Adami (SVD) und Johannes Grote (TVE) über den stockenden Saisonstart und Spielphilosophien – sowie ihr erstes Dortmunder Derby als Herren-Cheftrainer in der 2. Regionalliga.

Nach fünf Spieltagen hat der SVD einen Sieg auf dem Konto, der TVE zwei. Woran hapert es bei Dortmunds besten Korbjägern aktuell noch?

Felix Adami: Wir haben sportlich vor allem Probleme mit der Defense, da sind wir hinter unseren Erwartungen zurück und haben das natürlich im Training auch konkretisiert. Was bei uns leider Gottes die Leistung stark beeinflusst, sind die äußeren Umstände, die mehr als unglücklich sind für ein Team in der 2. Regionalliga.

Wir haben unsere alte Heimhalle (Brügmannhalle, Anm. d. Red.) verloren und in der neuen (Nord II) nur einmal in der Woche die Möglichkeit, auf dem großen Feld zu trainieren. Das wäre generell blöd, aber für ein Team, das wie wir komplett neu zusammengestellt ist, ist es da einfach doppelt schwer, die nötigen Abläufe reinzubekommen.

Johannes Grote: Am letzten Wochenende in Recklinghausen war es die Defensive, die Federn gelassen hat. Da haben wir in der Woche dran gearbeitet und ich hoffe, dass wir das jetzt am Wochenende besser aufs Feld bringen.

Wir haben gesehen, in dem Moment, wo wir engagiert und strukturiert verteidigen, können wir auch, wie gegen Werne, gegen höher angesiedelte Mannschaften der Liga mithalten. Da wollen wir wieder hinkommen, dass wir das konstant und konsequent machen und weitere Siege einfahren.

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Wo sehen Sie Ihre Teams am Ende der Saison?

Adami: Ich bin sehr darauf gespannt, welchen Einfluss die Änderungen haben werden, die wir vorgenommen haben. Ich hoffe, dass wir dann auch schnell die nötigen Ergebnisse bringen. Mein Anspruch ist, dass wir für eine positive Bilanz spielen wollen.

Grote: Wir haben als Zielsetzung mal ausgegeben, dass wir in der oberen Hälfte beziehungsweise in den Top fünf abschließen wollen. Ich glaube, dass wir, wenn ich mir angucke, wie wir die Spiele verloren haben, die Probleme in den Griff bekommen und wir die Saison in der oberen Tabellenhälfte abschließen können.

Wer ist Dortmunds Nummer eins? Der TVE Barop und SVD kämpfen um die Basketball-Vormachtstellung

Es läuft noch nicht wie gewünscht bei den Basketballern des TVE Barop. © Stephan Schuetze

Welche Spielweise möchten Sie Ihr Ihren Teams einimpfen?

Adami: Die oberste Maxime ist Teambasketball und unser Spielstil ist auf Tempo ausgelegt. Wir wissen, dass das ein Prozess ist, gerade beide Dinge in Kombination sind schwer zu erreichen.

Aber wir haben das Team so zusammengestellt, dass das funktionieren wird. Mir war wichtig, dass wir die beiden Maximen umsetzen und der Verein bereit ist, diesen Wechselprozess mitzugehen, auch auf Kosten von kurzfristigen Erfolgen. Wir müssen nun gucken, dass wir unseren eigenen Ansprüchen nach und nach gerecht werden können.

Grote: Ich bin jemand, der harte Verteidigung mag, weil ich glaube, dass man, selbst wenn man in der Offensive mal nicht so viel reißt, immer noch gut verteidigen kann.

Das ist uns in den letzten Wochen nicht in jedem Spiel gelungen, aber wir arbeiten daran, dahinzukommen. Offensiv mag ich es, wenn man klug spielt und versteht, das zu nutzen, was einem die gegnerische Verteidigung gibt. Das ist nicht ganz einfach und braucht immer ein bisschen Zeit.

Ich glaube, da sind wir noch nicht am Ende unserer Entwicklung und werden uns im Laufe der Saison noch verbessern.

Zurück zum Derby: Was erwarten Sie von Ihrem Gegner am Samstag? Wie gut kennen Sie die andere Mannschaft?

Adami: Es gibt einige Spieler bei den Baropern, die ich schon kenne, darunter einige die ich aus Bochumer Zeiten kenne und sehr schätze. Ich weiß, dass auch in meiner Mannschaft aus der Vergangenheit heraus viel Wissen um den Gegner vorhanden ist, und das haben wir natürlich thematisiert.

Aber gerade in der Vorbereitung auf das Derby haben wir den Fokus auf uns gerichtet und darauf, dass wir unsere Leistung bestmöglich aufs Feld bringen.

Grote: Ich habe mir ein Spiel vom SVD in Kaiserau (81:64-Sieg im WBV-Pokal, Anm. d. Red.) angesehen, und ich kenne noch ein paar Spieler von früher, mit Kevin Bode habe ich selbst zusammengespielt. Ich bin ein bisschen überrascht über die bisherigen Ergebnisse des SVD.

Ich glaube, sie haben eine stärkere Mannschaft, als es die Tabelle aussagt. In Kaiserau habe ich gesehen, dass sie recht aggressiv und schnell spielen, aber ich sehe den Fokus eher darauf, dass wir uns um unsere eigenen Baustellen kümmern müssen. Natürlich habe ich der Mannschaft ein bisschen erzählt, was der SVD macht, aber wir haben uns nicht explizit auf einzelne Sachen vorbereitet.

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass das ein sehr attraktives Spiel wird, nicht nur für Leute die eh schon im Basketball unterwegs sind, sondern auch welche, die sich einfach mal Basketball angucken wollen.

Ich hoffe darauf, dass trotz des Fußball-Topspiels Bayern gegen den BVB eine Menge Leute den Weg in die Halle finden werden, um sich von der Attraktivität des Basketballs zu überzeugen.

Wer ist nach Samstag die Nummer eins in Dortmund?

Adami: Als Trainer kann ich da nur mein Team nennen, weil einfach das, was an Einsatz und Willen von den Spielern kommt, durch einen Sieg belohnt werden soll, und so werden wir auch antreten. Wir spielen klar auf Sieg.

Grote: Ich glaube nicht, dass Samstag entschieden wird, wer die Nummer eins in Dortmund ist. Ich denke, ich kann ohne Umschweife beantworten, dass wir die Nummer eins im Jugendbasketball sind, aber in Gänze – ich glaube eher nicht, dass das am Samstag entschieden wird.

Showdown in der Sporthalle Wischlingen

Das Derby zwischen Gastgeber TVE Barop und dem SV Derne steigt am Samstagabend um 19.15 Uhr in der Sporthalle Wischlingen (Hallerey 49-51). Bei der Personalplanung lassen sich die Trainer vor dem Aufeinandertreffen nicht in die Karten gucken: Beide beklagen gesundheitsbedingte Ausfälle in der Trainingswoche – noch sei unklar, wer am Samstag definitiv zur Verfügung stünde.
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